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Saturday, 4. February 2012
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Windows XP SP3: Fehler bei Computern mit AMD-CPU | Drucken |
Microsoft liefert seit der letzten Woche das Service Pack 3 für Windows XP offiziell aus. Zuvor hatte man die Freigabe für die Verbreitung über Windows Update und das hauseigene Download Center verschoben, weil in letzter Minute ein Fehler entdeckt worden war, der allerdings nur eine recht kleine Kundengruppe betraf.

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Seit Ende letzter Woche gibt es nun zahlreiche Berichte von Anwendern, bei denen die Installation des Service Pack 3 für Windows XP den Rechner ständig neu starten lässt. Offenbar sind vor allem fertig vorkonfigurierte Desktop-Systeme des großen Vertragsfertigers Hewlett-Packard betroffen. Möglicherweise tritt das Problem aber auch bei anderen Fertig-Rechnern auf.

Während der Installation tritt ein schwerwiegender Fehler auf, der dazu führt, dass Windows versucht sich neu zu starten, was aber erneut nicht gelingen kann und deshalb immer wieder durchführt wird. Das Problem geht offenbar darauf zurück, dass HP & Co. auf ihren Fertig-Desktops immer das gleiche Windows-Image installieren, egal ob es sich um AMD- oder Intel-basierte Systeme handelt.

Durch diese Politik wird auch auf allen Systemen, die mit einem AMD-Prozessor ausgestattet sind, ein Treiber für das Power-Management installiert wird, der eigentlich nur für Intel-Prozessoren gedacht ist. Daher haben die derartige konfigurierten PCs zwei Power-Management-Treiber an Bord - einen für AMD- und einen für Intel-CPUs.

Im normalen Betrieb hat dies keine Probleme zur Folge. Erst bei der Installation des Service Packs treten die Schwierigkeiten zu Tage. Der Fehler ist unterdessen nicht neu. Schon als das Service Pack 2 für Windows XP erschien, gab es wegen der gleichen Umstände Schwierigkeiten - die Microsoft allerdings den Vertragsfertigern wie HP, Dell & Co anlastete.

Intel-Treiber deaktivieren
Nach der Installation des XP Service Pack 3 versucht Windows, den Power-Management-Treiber für Intel-Prozessoren zu laden, auch wenn der Rechner mit einer AMD-CPU ausgerüstet ist. Dies löst einen Absturz aus, der dann die eingangs beschriebenen ständigen Neustarts nach sich zieht.

Um den Fehler zu beseitigen, muss der fälschlicherweise aktivierte Intel-Treiber abgeschaltet werden. Ein einfaches Löschen der Treiberdatei intelppm.sys darf nicht erfolgen, da sonst der Rechner gar nicht mehr gestartet werden kann. Stattdessen muss Windows im abgesicherten Modus starten, erst dann kann der Intel Power-Management-Treiber deaktiviert werden.

Weitere Fehlerquelle Mainboard
Im Zusammenhang mit bestimmten Mainboards für AMD-basierte Computer gibt es ein weiteres Problem. Offenbar treten bei einigen Modellen - unbestätigten Angaben zufolge handelt es sich vor allem um das ASUS A8N32-SLI - Abstürze auf, die den Fehlercode STOP: 0x000000A5 ausgeben. Bisher ist nicht klar, was den Fehler auslöst.

Die Lösung ist jedoch recht simpel. Der Anwender muss lediglich ein zweites Speicherlaufwerk anschließen. Schon das Anstecken eines USB-Sticks sorgt also für Abhilfe. Wer also den oben genannten Fehlercode angezeigt bekommt, sollte ein USB-Laufwerk anschließen. Dieses muss dann allerdings eingesteckt bleiben, da der Fehler sonst zurückkehrt.

Nach Angaben von Microsoft MVP Jesper Johansson kann der Fehler auch mit einer eventuell angeschlossenen USB-Maus zusammenhängen. In einem solchen Fall empfiehlt er die Verwendung einer PS/2-Maus, wenn ein solcher Anschluss noch verfügbar ist. Genaueres ist aber noch nicht bekannt.

Kein neuer Auslieferungsstopp
Microsoft hat inzwischen verlauten lassen, dass man die Probleme untersucht. Ein Auslieferungsstopp wie schon beim Vista SP1 soll vorerst nicht erfolgen. Das erste Service Pack für Windows Vista war nach Bekanntwerden des eingangs erwähnten Fehlers im Zusammenhang mit einer Software für Firmenkunden kurzzeitig nicht mehr als automatisches Update verteilt worden.

Ähnliche Maßnahmen will Microsoft beim Windows XP Service Pack 3 zunächst nicht ergreifen. Stattdessen wolle man die Kunden auf dem Laufenden halten, was die Suche nach einer Lösung für die Probleme angeht. Scheinbar geht man in Redmond also davon aus, dass nur eine recht begrenzte Zahl von Kunden betroffen ist.

Dafür spricht auch, dass die Fehler bisher nur von den Besitzern eines Desktop-PCs von Hewlett-Packard gemeldet wurden. Notebook-Rechner des gleichen Herstellers auf Basis einer AMD-Plattform haben die Probleme nicht, was wahrscheinlich auf ein anders konfiguriertes Image für die Vorinstallation von Windows ab Werk zurück zu führen ist.

Johansson berichtet unterdessen von weiteren Fehlern, die im Zusammenhang mit den jüngsten Grafikkartentreibern von ATI auftreten können. In mindestens einem Fall soll auch ein Treiber des Konkurrenten Nvidia für Schwierigkeiten sorgen. Der Experte hat außerdem ausführliche Tipps zur Bewältigung aller hier beschriebenen Probleme veröffentlicht.

Weitere Informationen: Jesper Johanssons Blog | XP SP3 entfernen

 
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