Österreichische Medientage 2022 21.09.2022, 12:30 Uhr

Oliver Holle & Markus Wagner: "Gibt großen Innovationsbedarf in Medienbranche."

Am Vormittag des ersten Tages der Österreichischen Medientage 2022 am 21. September fand unter der Moderation von Esther Mitterstieler (ORF Tirol) eine Diskussion zum Thema Innovation und Medien mit Oliver Holle (Speedinvest) und Markus Wagner (i5invest) statt.
Diskussions-Moderatorin Esther Mitterstieler (ORF Tirol) eine Diskutanten Oliver Holle (Speedinvest) und Markus Wagner (i5invest)
(Quelle: Johannes Brunnbauer)
Die spätvormittägliche Diskussionsrunde bei den Österreichischen Medientagen widmete sich dem Thema, inwiefern Innovation(en) in der Medienbranche eine Rolle spielen. Für Oliver Holle von Speedinvest ist "Innovation dann erfolgreich, wenn die Innovation wächst. Unser Job ist dabei, in kleine Unternehmen zu investieren, abzuwarten, ob sich das Geschäft bzw. die Idee entwickelt und im Endeffekt wächst und funktioniert." Markus Wagnervon i5invest stimmte dem zu: "In Europa gibt es auch tolle und große Investitionen, die Anzahl an Startups steigt auch von Jahr zu Jahr, also Innovationsgeist ist absolut gegeben." 
Moderatorin Mitterstieler fragte weiter, wie innovativ Medienhäuser generell sind? Holle sagte dazu: "Ich bin davon überzeugt, dass die Großen mehr in die Kleinen investieren sollten – wie unser Geschäftsmodell bei Speedinvest. Dadurch öffnen sich (neue) Chancen, man muss aber selbst aktiv werden und investieren. Dafür braucht es Mut und natürlich ein gewisses Kapital."
Es folgten einige nationale und internationale Beispiele zu erfolgreichen Investitionen im medialen Bereich. Wagner ist aber davon überzeugt, dass "ich persönlich nicht in klassische Medien investieren würde, denn der Markt ist bereits gesättigt, es gibt sehr viele Player und der Exit-Markt ist auch nicht überzeugend. Große Player kaufen sich eventuell große Medien im internationalen Vergleich, in Österreich gibt es das nicht, wobei es natürlich auch da Ausnahmen gibt, wie Russmedia." Holle fügte hinzu, dass ihm in seinem Job folgendes aufgefallen ist: "Wir brauchen mehr österreichische Teams, die aber groß bzw. global oder zumindest europäisch denken." Holle ergänzte außerdem: "Es gibt einen großen Innovationsbedarf. Es braucht eine Idee und Durchhaltevermögen. Und neue Formate, wie zum Beispiel TikTok, sollte auch neue Geschäftsmodelle beinhalten." 
Abschließend fragte Mitterstieler, was man der österreichischen Medienbranche mitgeben könnte? Wagner fasste es kurz und knapp zusammen: "Es geht momentan eher mehr darum, wer was alles in der Medienbranche nicht darf und so schwächt sich die Branche natürlich selbst. Die Medienbranche hat ein großes Humankapital, die alle selbst wenig gründen. Das sollte sich ändern. Und ich bin davon überzeugt, dass es mehr Medienangebote für Unternehmen geben sollte, die nicht jeder kennt - auch internationale" und Wagner nannte erneut einige Beispiele. Holle stimmte diesen Thesen abschließend zu und fügte noch hinzu; "Wir brauchen kritische Größen und Zugang zu mehr Kapital."



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