Österreichische Medientage 2022 22.09.2022, 12:00 Uhr

GenZ will ernst genommen werden und gezielte Informationen

Wie die Jungen ticken, was sie antreibt und welche Rolle Konsum und Content dabei spielen diskutierten Christian Asanger, Mario Frühauf, Stefanie Groiss-Horowitz, Joanna Zhou und Panel-Moderatorin Fanny Stapf.
Mario Frühauf, Stefanie Groiss-Horowitz, Joanna Zhou, am Screen Christian Asanger und Panel-Moderatorin Fanny Stapf.
(Quelle: Johannes Brunnbauer)
Im Rahmen des zweiten Vormittages der Österreichischen Medientage 2022 diskutierten unter der Moderation von Fanny Stapf (ORF) Christian Asanger (Sky Deutschland), Mario Frühauf (Kronehit), Stefanie Groiss-Horowitz (ORF) und Joanna Zhou (YouTube Influencerin) über die Inhalte und Content, die besonders die GenZ ansprechen. Asanger wurde live aus Deutschland zugeschalten. Zum Einstieg spielte Stapf ein Intro-Video ab, das die GenZ zu Wort kommen ließ. Jugendliche erklärten, wie sie Medien am liebsten konsumieren.
Die erste Frage drehte sich darum, wie Medienunternehmen partizipative Ansätze gestalten könnten, die die GenZ anspricht. Asanger berichtete von Sky, dass es bestimmte Programme gibt, die ausschließlich Jüngere anspricht. "GenZ ist halt schwierig, weil 12-Jährige sich nicht für dieselben Themen interessieren wie 24-Jährige. Dennoch haben wir Programmpunkte, die jüngere und auch weibliche Zielgruppen ansprechen soll.", so Asanger. Groiss-Horowitz dazu: "In den vergangenen Jahren ist etwas Grundlegendes passiert: Bisher hatten alle Generationen den selben Medienkonsum. Das ist heutzutage ganz anders. Das was die Jungen wollen, darf der ORF derzeit einfach nicht. Wir wollen die Jungen ins Haus holen, man muss uns nur lassen." Frühauf fügte hinzu: "Wir haben sehr viele PraktikantInnen bei Kronehit und die sind aus der GenZ und gestalten unser Programm aktiv mit." Zhou kommentierte aus ihrer Perspektive, seit über zehn Jahren im Netz aktiv: "Ich muss heute eigenen Content erstellen, die GenZ anspricht. Vor einigen Jahren waren meine Follower jung, aber die sind jetzt auch älter, die gezieltere Informationen erwarten. Ich picke das explizite Themen raus, die die GenZ interessiert und benutze da gezielt Emojis und gewisse Keywords, damit die Informationen bei der Zielgruppe auch ankommen."

Glaubwürdigkeit, Personalisierung und Authentizität sind key

Groiss-Horowitz: "Für uns als ORF ist es eine Herausforderung, da wird in einer Zeit sind, wo wir nicht unendlich viele Mitarbeitende anstellen können. Im Gegenteil: es findet grade ein Generationenwechsel statt. Der ORF will die Jungen." Frühauf: "Für die GenZ gibt es Kernthemen: Klimawandel, Mental Health, aktuelle Krisen... bei Kronehit gibt es genau dafür seit Kurzem den sogenannten "Psycho-Talk". ich finde, wir haben da auch eine gewisse Verantwortung, diesen Themen direkt zu besprechen."
Gegen Ende ging es noch darum, dass den Jungen auch der richtige Umgang mit Medien beigebracht wird, denn sie werden da einfach reingeboren. Zhou: "Mein Kanal hat als Hobby begonnen, wie Zeichnen oder ein Instrument spielen. Ich wollte nicht perfekt sein, man sollte kreativ sein, Spaß haben etc. Mein Kanal ist aber so schnell gewachsen, da mein Content für meine Follower entspannend ist - nicht viel Gerede, einfach Zuschauen bei dem, was ich mache. Seit YouTube Shorts wächst mein Account allerdings unermesslich." Stapf fügte hinzu, dass ja die Aufmerksamkeitsspanne online bei circa 8 Sekunden liegt. Asanger kommentierte: "Das ist halt echt kurz, da bekommt man ja kaum Themen unter. Wir bei Sky treffen aber keine Programmentscheidungen ohne die mit VertreterInnen der angesprochenen Zielgruppe abzusprechen." Frühauf fügte abschließend hinzu, dass sich jedes Medium fragen muss, welchen Mehrwert es für wen bieten will und wie die Message(s) kommuniziert werden. Influencer übernehmen diese Vermittlerrolle derzeit häufig, um die GenZ erfolgreich zu erreichen.
Groiss-Horowitz: "In fünf Jahren werden wir uns alle anschauen, was alles mittels Künstlicher Intelligenz etc. möglich sein wird. Ich denke, die Medien und die technischen Möglichkeiten werden viel in naher Zukunft verändern und da müssen besonders die großen Medienunternehmen darauf reagieren." In der Abschlussrunde erläuterten alle Diskutierenden, wie sie mit ihren Unternehmen versuchen, die GenZ als Zielgruppe zu binden: über die (sozialen) Plattformen, einer guten Qualität und sie dort abzuholen, wo die Jungen sich aufhalten.



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