Konsumentenschutz 15.01.2019, 10:53 Uhr

Amazon: Alexa und Dash-Buttons laut Konsumentenschutz rechtswidrig

Der Verein für Konsumenteninformationen klagte im Oktober 2018 Amazon. Die falsche Auszeichnung von Preisen und Intransparenz bei Dash Buttons-Bestellung verstößt laut EU-Recht gegen Verbraucherrecht.
Der österreichische Verein für Konsumenteninformation klagt den Konzern: Bestellungen über den Dash-Button seien intransparent, Amazons Alexa weise zudem falsche Preise aus.
(Quelle: Amazon)
Vergangene Woche verurteilte das Oberlandesgericht München, Amazon in zweiter Instanz auf Unterlassung. Die Dash Buttons, welche vom Digitalkonzern angeboten werden, verstoßen gegen eine EU-Richtlinie. Amazon behält sich nämlich vor ein anderes, als das über den Dash-Button bestellte Produkt zu liefern. Auch der Preis kann sich im Nachhinein ändern. Aufgrund dieser Ereignisse, klagte auch der Vereinfür Konsumenteninformationen (VKI) im Oktober 2018 das Unternehmen. Nachdem das Verbot auf einer EU-Richtlinie basiert, ist eine Untersagung der Dash-Buttons in Österreich ebenfalls sehr wahrscheinlich. Ein Urteil ist noch für dieses Jahr zu erwarten.

Alexa mit falscher Preisangabe

Auch Bestellungen über die Sprachassistentin Alexa sind mit den Konsumentenschutzbestimmungen in Österreich nicht konform. Bei Testbestellungen durch den Handelsverband fiel auf, dass Alexa vor dem Bestellabschluss zwar die Produktbezeichnung und einen Preis nennt, dieser inkludiert jedoch die deutsche Mehrwertsteuer mit 19 Prozent. Nachdem der Vorgang kostenpflichtig abgeschlossen wurde, nennt Alexa den um 1 Prozent höheren Gesamtpreis, der die österreichische Mehrwertsteuer enthält. Dieser Vorgang verstößt gegen das Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetz laut EU-Richtlinie. Diese besagt, dass dem Konsumenten vor dem Online-Kauf der Gesamtpreis einschließlich aller Abgaben und Steuern genannt werden muss.
"Amazon Alexa erobert zunehmend auch die heimischen Wohnzimmer und sammelt unzählige Daten. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Voice Shopping fixer Bestandteil unseres Alltags wird. Daher müssen wir jetzt für die Einhaltung der Spielregeln sorgen", merkt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will an.
Bereits vor einigen Monaten stellte der Handelsverband fest, dass man in Österreich automatisch auf die deutsche Amazon-Website verwiesen wird und der Preis mit der deutschen Mehrwertsteuert angeführt ist. Im letzten Bestellschritt erst, wird der Gesamtpreis mit der österreichischen Mehrwertsteuer ausgewiesen.


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