Interview 22.04.2021, 08:00 Uhr

Markus Schöberl, Amazon: „Regionalität ist für immer mehr Menschen wichtig.“

Markus Schöberl ist Director Seller Services für Österreich und Deutschland bei Amazon. Im Interview verrät Schöberl, welches Ziel mit Amazon Kleine Unternehmen verfolgt wird und wie die Rubrik genau funktioniert.
Markus Schöberl, Director Seller Service bei Amazon für Deutschland und Österreich, verrät, „dass regelmäßig UnternehmerInnen und ihre Geschichten vorgestellt werden. So weiß man, wen man mit seinem Einkauf unterstützt.“
(Quelle: Amazon)
Herr Schöberl, kürzlich wurde bekannt, dass Amazon eine neue Webseiten-Rubrik geschaffen hat: „Amazon Kleine Unternehmen“. Hier soll Österreichs Unternehmen eine Plattform geboten werden. Wie kam es zu der Idee?
Markus Schöberl: Regionalität ist für immer mehr Menschen ein wesentlicher Aspekt beim Einkaufen geworden. Wir wollten dieser Entwicklung Rechnung tragen und haben deshalb „Amazon Kleine Unternehmen“ geschaffen. Auf dieser Seite können unsere KundInnen ausschließlich Produkte kleiner und mittlerer Unternehmen aus Österreich und Deutschland entdecken – ganz bequem von der Couch aus und mit allen Vorteilen, die sie von Amazon kennen und schätzen.

Welches Ziel verfolgen Sie mit „Amazon Kleine Unternehmen“?
Schöberl: Unser Ziel sind zufriedene KundInnen. Insofern war es selbstverständlich für uns, dem wachsenden Wunsch nach einem regionalen Einkaufserlebnis nachzukommen und die Unternehmen, mit denen wir partnerschaftlich zusammenarbeiten, vor den Vorhang holen. Denn auch sie sind unsere Kunden. Aus diesem Grund gibt es auf „Amazon Kleine Unternehmen“ eine eigene Seite, auf der regelmäßig UnternehmerInnen und ihre Geschichten vorgestellt werden. So weiß man, wen man mit seinem Einkauf unterstützt.
Gibt es diese Initiative auch in anderen (europäischen) Ländern? Wenn ja, in welchen?
Schöberl: In anderen europäischen Ländern gibt es ähnliche Initiativen, die einen Fokus auf lokale Produkte und KMU legen, so zum Beispiel in Frankreich, Großbritannien, Italien oder Spanien.

Wie genau ist „Amazon Kleine Unternehmen“ aufgebaut? Wird hier rein nach Herstellungsort gefiltert oder besteht auch die Möglichkeit, andere Filter zu setzen, wie beispielsweise nach Produktkategorien/Preis etc.?
Schöberl: Das Angebot kann nach Region, also eben z.B. Österreich und nach Produktkategorie durchstöbert werden. Darüber hinaus lassen sich innerhalb der Produktkategorien bewährte Filter wie Preis, Kundenbewertung, Anbieter, uvm. setzen. Außerdem steht auf „Amazon Kleine Unternehmen“ natürlich auch die beliebte Volltextsuche zur Verfügung.

Wie lässt sich die bisherige Resonanz der österreichischen Unternehmen in jener Rubrik zusammenfassen?
Schöberl: Das Feedback der österreichischen Unternehmen ist durch die Bank positiv: Sie profitieren von der erhöhten Sichtbarkeit durch die neue Österreich-Kategorie und einige von ihnen konnten bereits einen ersten Umsatzangstieg verzeichnen. Ein Beispiel ist Astrid Reichhold, die ihre Kosmetiklinie Dermipura über Amazon vertreibt. Sie hat uns erzählt, dass die erhöhte Sichtbarkeit auch zu mehr Zugriffen auf ihrem eigenen, neuen Online Shop geführt hat. Das zeigt, wie gut sich verschiedene Vertriebskanäle ergänzen können.

Und wie sieht das Feedback der Online Shopper aus?
Schöberl: Unsere KundInnen nehmen das neue Angebot positiv auf. Dies bestätigen auch die österreichischen Unternehmen, die ihre Produkte bei Amazon anbieten: Petra Marianne Riemer vom Salzburger Unternehmen RIEMTEX hat uns beispielsweise berichtet, dass sie mithilfe der neuen Österreich-Kategorie neue Kunden gewinnen konnte. Ihrer Meinung nach ist Amazon eine gute Möglichkeit für kleine Familienunternehmen wie ihres, ihr Business anzukurbeln.

Abschließend: Welche drei Tipps können Sie KMU zum Start bei „Amazon Kleine Unternehmen“ geben?
Schöberl: Als erstes: nur Mut! Es ist eigentlich nie zu spät, um sich online ein zweites Standbein aufzubauen. Um noch mehr Menschen dahingehend zu bestärken, haben wir den Podcast „Unternehmer:innen der Zukunft“ ins Leben gerufen, indem ihre inspirierende Geschichte erzählen – Höhen und Tiefen inklusive. Zweitens: Auf die Kernkompetenzen konzentrieren! Viele GründerInnen sind kreativ in der Produktenwicklung aber schrecken vor operativen Themen wie dem Versand zurück – gerade im grenzüberschreitenden Verkauf. Mit „Versand durch Amazon“ bieten wir ihnen an, die gesamte Logistik an uns auszulagern, um so noch effizienter und schneller ihre KundInnen erreichen zu können. Und drittens: Größer denken! Durch den Online-Handel ist Export so einfach wie noch nie. Die Verkaufsmöglichkeiten enden nicht bei der Ländergrenze. Warum sollte ein innovatives Produkt aus Österreich nicht auch Abnehmer in Deutschland, Frankreich oder den USA finden?



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