Nach der Pandemie 24.03.2021, 08:30 Uhr

Jeder Vierte will das neue digitale Konsumverhalten künftig beibehalten

Der neue "E-Commerce Report DACH 2020" von Kantar Sifo und Nets Group ist ab sofort verfügbar. Laut Bericht haben mehr als 96 Prozent der Österreicher, Deutschen und Schweizer 2020 online eingekauft.
Rainer Will, Handelsverband-Geschäftsführer: "Online-Handel ist im Corona-Jahr 2020 mit 17,4 Prozent so stark gewachsen wie nie zuvor."
(Quelle: Stephan Doleschal)
Der E-Commerce hat im Corona-Jahr 2020 nahezu alle Teile der Gesellschaft erreicht: Zwischen 96 und 98 Prozent der Österreicher, Deutschen und Schweizer haben im Vorjahr online eingekauft – so das zentrale Ergebnis des ersten DACH E-Commerce Reports von Kantar Sifo im Auftrag des europäischen Zahlungsdienstleisters Nets. 38 Prozent der Verbraucher haben seit Beginn der Pandemie häufiger online eingekauft als zuvor. Zwar geben insbesondere ältere Menschen an, nach der Pandemie wieder zu ihrem gewohnten Einkaufsverhalten zurückkehren zu wollen, aber jeder Vierte plant, sein in der Krise erlerntes oder adaptiertes Konsumverhalten auch danach beizubehalten.

Payment: E-Wallet, Kreditkarte & Kauf auf Rechnung in Österreich am beliebtesten

Spannend: Die Österreicher zahlen am liebsten per E-Wallet (z.B. PayPal), Kreditkarte oder auf Rechnung (je rund ein Viertel der Befragten), während der Deutschen liebstes Zahlungsmittel mit Abstand die E-Wallet ist und die Schweizer die Kreditkarte bevorzugen. Doch nicht immer wird die gewünschte Bezahloption auch im Webshop angeboten, was zu Kaufabbrüchen führen kann: 12 Prozent der Österreicher haben schon einmal einen Kauf abgebrochen, weil die gewünschte Zahlungsart nicht verfügbar war, in Deutschland geben dies sogar 20 Prozent der Befragten an.
"Der Online-Handel ist im Corona-Jahr 2020 mit 17,4 Prozent so stark gewachsen wie nie zuvor. Mittlerweile shoppen alle Altersklassen im Internet, das wird auch nach der Krise so bleiben. Im Payment-Bereich haben insbesondere E-Wallets massiv von der Pandemie profitiert, wie die neue E-Commerce Studie von Nets belegt. Der Trend zum regionalen Einkauf hält ebenfalls an – eine große Chance für die 14.000 heimischen Webshops, mit österreichischer Qualität zu überzeugen", fasst Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will die Studienergebnisse zusammen.

Unified Commerce: Hybride Handelsmodelle als Zukunftsmodell

"2020 zeigt eindrücklich, dass der Handel sich neu aufstellen muss, um seine Zielgruppe überall dort zu erreichen, wo sie ist. Social Media, Newsletter, Apps und Online-Shops bildeten die Brücke, um Kunden in den Laden vor Ort zu holen. Auf den Punkt gebracht: Wer im Netz nicht sichtbar ist und dort nichts anbietet, findet auch im echten Leben nicht statt. Es führt kein Weg mehr an hybriden Modellen vorbei – die Zukunft liegt im Unified Commerce", sagt Robert Hoffmann, CEO von Concardis und Nets Merchant Service.

Österreicher besonders loyal

Danach gefragt, warum Konsumenten abseits von Lieferzeit-, Retouren- und Zoll-Bedenken nicht im Ausland online shoppen, zeigen sich 27 Prozent der Österreicher loyal und entscheiden sich bewusst für heimische Online-Shops, um das eigene Land zu unterstützen.
„Aus diesem Grund, und auch weil vielen Konsumenten schlicht nicht bewusst ist, ob sie bei einem österreichischen oder internationalen Händler einkaufen, haben wir das Siegel ‚Österreichischer Händler‘ breitflächig etabliert“, erklärt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes. Es kennzeichnet heimische Händler als Maßnahme gegen Kaufkraftabfluss sowie für mehr Transparenz im E-Commerce.



Das könnte Sie auch interessieren