Studie 25.02.2020, 10:00 Uhr

Fast jeder zweite Österreicher von Internetbetrug betroffen

Zu den häufigsten Online-Betrugsfällen zählen laut Studie des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichnes Abo-Fallen, falsche Zahlungsaufforderungen und nicht gelieferte Waren.
Die Studie zeigt aber auch, dass das Bewusstsein für unseriöse Angebote bei Internetnutzern gestiegen ist: Wenn den Befragten Angebote seltsam oder unseriös vorkommen, dann recherchieren 44,3 Prozent im Internet nach Erfahrungen anderer und suchen nach Kundenbewertungen.
(Quelle: Pixabay)
Vermeintliche Gratis-Angebote, Phishing-Mails oder Fake-Shops – die Bandbreite für mögliche Online-Betrugsfälle ist groß. Dies zeigt auch eine aktuelle Studie des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens, bei der 1.000 österreichische Konsumenten zum Thema Internetbetrug befragt wurden.
„Leider war fast jeder zweite Österreicher bereits mit Online-Betrug konfrontiert. Deshalb sind Vorsicht und ein Bewusstsein für unseriöse Angebote unerlässlich. Wer darauf achtet, hat beim Einkauf im Internet wenig zu befürchten“, erklärt Thorsten Behrens, Geschäftsführer des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens und Projektleiter der Watchlist Internet, und ergänzt: „Betrügerische Aktivitäten gibt es online wie offline. Panik vor dem Online-Handel ist daher unangebracht. Es geht vielmehr darum, das Bewusstsein hierfür zu schärfen und sich mit möglichen Gefahren auseinanderzusetzen.“

Abo-Fallen besonders verbreitet

Quelle: Österreichische E-Commerce-Gütezeichen
Zu den Top-Betrugsarten zählen Abo-Fallen (im Vorjahr noch auf dem 3. Platz), gefälschte Zahlungsaufforderungen und nicht gelieferte aber bereits bezahlte Waren. Dahinter folgen Schadsoftware, wie Viren oder Trojaner und die Erpressung mit Videos oder Bildern. „Wir sehen, dass Abo-Fallen im letzten Jahr stark zugenommen haben. Sie sind als vermeintlich kostenlose Angebote und Dienstleistungen gut getarnt und reichen von Streamingdiensten über Urlaubsbuchungsplattformen bis hin zu Gewinnspielen“, so Behrens. Konsumenten, die diese Services nutzen möchten, schließen ein Abo ab, ohne es zu wissen. In der Folge werden sie mit hohen Rechnungen und Schreiben von Inkassobüros oder Rechtsanwälten konfrontiert. „Wer sich einschüchtern lässt und den Zahlungsaufforderungen nachkommt, verliert ungerechtfertigterweise Geld“, so Behrens. „Bleiben Sie deshalb hart und bezahlen Sie nicht.“
Die Studie zeigt aber auch, dass das Bewusstsein für unseriöse Angebote bei Internetnutzern gestiegen ist: Wenn den Befragten Angebote seltsam oder unseriös vorkommen, dann recherchieren 44,3 Prozent im Internet nach Erfahrungen anderer und suchen nach Kundenbewertungen. Knapp 30 Prozent sehen sich das Impressum an. Und auch Gütesiegel, als Zeichen für seriöse Online-Anbieter, spielen eine wichtige Rolle: 17 Prozent überprüfen, ob der Anbieter mit einem Gütezeichen sicherheitszertifiziert ist. Freunde und Bekannte sowie unabhängige Informationsplattformen wie die Watchlist Internet werden von jeweils 12 Prozent direkt als Informationsquelle konsultiert.
Immerhin 37,5 Prozent geben an, dass sie jedenfalls nicht beim betreffenden Anbieter einkaufen, wenn ihnen dieser seltsam oder unseriös vorkommt. Auf der Website www.watchlist-internet.at finden Konsumenten Warnungen vor aktuellen Online-Fallen und Tipps, wie man solche erkennt.

Junge Käufer verlassen sich auf Online-Bewertungen

Quelle: Österreichische E-Commerce-Gütezeichen
Müssen sich Online-Shopper zwischen zwei Anbietern entscheiden, dann ist neben dem Preis die Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit des Verkäufers das zweitwichtigste Kriterium. Hierbei achten Konsumenten besonders auf sichere Zahlungsmittel, die Bekanntheit und Vertrautheit, gute Bewertungen und mit Gütezeichen zertifizierte Anbieter. Vor allem ältere Personen ab 60 Jahren vertrauen auf sicherheitszertifizierte Online-Anbieter und solche, die sie schon lange gut kennen.
Für ganz junge Online-Shopper bis 19 Jahre sind primär die Online-Bewertungen anderer Kunden die bevorzugte Quelle zur Prüfung der Vertrauenswürdigkeit eines Anbieters. Aber laut Behrens ist Vorsicht geboten: „Online-Kundenbewertungen können gefälscht oder gekauft werden, weshalb sie nicht immer zwingend der Wahrheit entsprechen müssen. Konsumenten sollten diese also immer kritisch betrachten und im Zweifelsfall einer weiteren Kontrolle unterziehen.“


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