INTERNET WORLD EXPO 13.03.2019, 14:15 Uhr

Frederic Knaudt: "Es muss über den Preis funktionieren"

In Deutschland ist der Online-Lebensmittelhandel nicht profitabel. Wie eine Profitabilität gelingen könnte, hat Frederic Knaudt, Deutschlandchef von Picnic, auf der TrendArena der INTERNET WORLD EXPO erklärt.
Frederic Knaudt, Deutschlandchef von Picnic
(Quelle: Picnic)
Der niederländische Online-Supermarkt Picnic ist seit rund elf Monaten ein neuer Player im deutschen Markt der Online-Lebensmittelhändler. Aktuell ist der Händler in Neuss, Kaarst, Krefeld, Meerbusch, Mönchengladbach, Viersen und Düsseldorf-Oberkassel verfügbar. Dabei kommt das Unternehmen mit einem ganz eigenen Konzept um die Ecke. Denn Picnic liefert die im Internet bestellten Waren mit eigens konstruierten Elektrokarren bis ans Haus der Webshopper.
Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern liefert das Unternehmen dabei nicht nach dem "Taxi-Modell" zum Wunschtermin, sondern nach dem "Milchmann-Prinzip". Diese Lieferstrategie könnte eine mögliche Antwort auf die Probleme des Online-Handels sein, die hohen Zustellkosten bei Lebensmitteln in den Griff zu bekommen.
Denn diese sorgen unter anderem derzeit bei den etablierten Playern der Branche noch dafür, dass der Online-Lebensmittelhandel keine schwarzen Zahlen schreibt. Welche Faktoren sonst noch eine Rolle spielen, damit der Online-Lebensmittelhandel profitabel wird, hat Frederic Knaudt, Deutschlandchef von Picnic, auf der TrendArena der INTERNET WORLD EXPO erklärt.
Konkret funktioniert das Liefermodell von Picnic so, dass die Elektrokarren wie früher der Milchmann zu bestimmten Stunden nachmittags und abends die Straßen in ihrem Liefergebiet abfahren. Nur zu dieser - täglich wechselnden - Zeit kann der Kunde die Ware in Empfang nehmen. Das Fenster wird am Zustelltag auf bis zu 20 Minuten eingegrenzt. Die Zustellung erfolgt täglich, montags bis samstags, ohne Liefergebühren und ab einem Bestellwert von 25 Euro."Durch den geringen Mindestbestellwert ist es auch Singles oder Studenten möglich, bei uns online Lebensmittel zu bestellen", sagt Knaudt.

Faktoren zur Kostenersparnis

Dass die deutschen Kunden sehr preissensibel sind, war Picnic vor dem Deutschland-Launch bewusst. Deshalb war klar, dass man neben der kostenlosen Lieferung die günstigsten Preise im Markt für Lebensmittel bieten muss, um die Kunden zu gewinnen. "Es muss über den Preis funktionieren", so der Deutschlandchef. Dass Picnic im harten Preiskampf der Lebensmittelhändler mithalten kann, ist durch eine Einkaufskooperation mit Edeka Rhein Ruhr möglich.
Neben der Reduzierung der Zustellkosten durch die Bündelung der letzten Meile und die Preisersparnis durch die Einkaufskooperation, spart Picnic noch dadurch, dass sie bei den Zulieferern nur genau die Menge an Waren bestellen, die auch tatsächlich für die Lieferungen am nächsten Tag benötigt werden. So wird kein Geld durch überschüssige Lebensmittel verschwendet.

Herausforderungen

Aber auch Picnic hat mit Herausforderungen zu kämpfen. Derzeit fokussiert man sich bei der Expansion noch bewusst auf kleine Städte. Denn eines der größten Probleme ist es, die Infrastruktur vor Ort neu aufzubauen, sodass die Qualitätsstandards gesichert sind. "Es ist schwierig optimales Personal als Fahrer, Runner und Picker zu finden. Das braucht immer seine Zeit. Derzeit arbeiten an den aktuellen Standorten alleine schon 400 Leute für uns."
Dennoch soll die Expansion in Zukunft etwas schneller vorangehen als in den letzten Monaten. In welchen weiteren Regionen die Elektrokarren von Picnic bald ihre Kreise ziehen werden, wollte Knaudt aber noch nicht verraten.


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