INTERNET WORLD EXPO 13.03.2019, 15:15 Uhr

Online-Plattformen: KI wird die Spreu vom Weizen trennen

Wie werden sich Online-Plattformen in Zukunft entwickeln und in welche technologischen Bereiche müssen sie investieren, um vorne mitspielen zu können? Das war Thema auf der INTERNET WORLD EXPO.
(Quelle: shutterstock.com/Montri Nipitvittaya)
In den vergangenen Jahren sind immer mehr Online-Plattformen entstanden. Große Player wie Google, Amazon, Facebook oder Alibaba, aber auch deutsche Unternehmen wie Zalando oder Otto, werden mittlerweile unter dem Begriff Plattformökonomie zusammengefasst. Diese großen Online-Plattformen setzen nicht mehr allein auf den Handel, sondern binden ihre Nutzer mit einer Vielzahl von Services an sich.
Zudem können sie detaillierte User-Daten gewinnen und so datengetriebene Geschäftsmodelle ausbauen. Dadurch verschaffen sie sich Vorteile gegenüber kleineren Wettbewerbern. Der Wert der 70 wertvollsten Plattformen der Welt nach Börsenwert beläuft sich 2019 auf satte 6,9 Billionen US-Dollar. Holger Schmidt von der TU Darmstadt erläuterte in seinem Vortrag auf der TrendArena der INTERNET WORLD EXPO, wie die nächste Stufe des digitalen Handels in einer Welt der Plattformökonomie aussehen wird.
Hierzu skizzierte er zunächst drei Generationen von Plattformen:
  • Generation Marktplätze (1998 bis 2006)
  • Generation Share Economy (2006 bis 2013)
  • Generation Daten- und Ecosystem-getriebene Plattformmodelle (2013 bis heute)
Daten- und Ecosystem-getriebene Plattformmodelle wachsen oft sehr schnell, da sie über ihre eigenen Ökosysteme wachsen. Zudem steht ihnen oftmals eine Menge Kapital zur Verfügung. Insbesondere aus den USA (44 Prozent) und China (24 Prozent) stammt das meiste Kapital. Europa liegt hier weit abgeschlagen bei 7,1 Prozent. Die Plattformmärkte, in die derzeit das meiste Kapital fließt, sind aus dem Bereich Mobilität, Food sowie FinTech.
Das eingesammelte Geld stecken die großen Plattformbetreiber vor allem in Forschung und Entwicklung. Alleine Amazon hat in den vergangenen Jahren sein Investment von knapp vier Milliarden US-Dollar (2012) auf rund 24 Milliarden US-Dollar (2018) erhöht.

Die zweite Welle digitaler Technologien

Zu den Forschungsbereichen zählen neue Technologien wie Voice, Virtual Reality und Augmented Reality, das Internet der Dinge sowie Künstliche Intelligenz (KI).
Insbesondere KI wird in den nächsten Jahren "die Spreu vom Weizen trennen", sagt Schmidt. "Nicht umsonst investieren hier die großen Player gerade so viel Geld. Wer hier vorne mitspielt, wird in Zukunft die Nase vorne haben".


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