Wolfgang Stocker, bluesource 04.08.2022, 08:00 Uhr

„Kleine Händler erkennen zunehmend die Chancen der Digitalisierung.“

Im Interview spricht Wolfgang Stockner, CEO von bluesource – mobile solutions, über „goodio“, einer Kundenbindungsplattform für den lokalen und regionalen Handel, was goodio ausmacht und wie die Differenzierung zum Mitbewerb gelingt.
Wolfgang Stockner, CEO von bluesource
(Quelle: bluesource – mobile solutions gmbh)
Herr Stockner, Sie sind Entwickler des Start-ups goodio. Was hat es mit goodio in wenigen Worten auf sich?
Wolfgang Stockner: Wir haben goodio im Jänner 2022 gestartet und wollen vor allem eines: den lokalen Handel stärken. goodio ist eine digitale Kundenbindungslösung, die von uns, der bluesource – mobile solutions gmbh, entwickelt wurde und spezifisch auf kleine Händler – sprich KMU und EPU – ausgelegt ist. Ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden, die Vorteile von Kundenbindung, die sich heutzutage immer stärker digital gestaltet, zu nutzen. Bisher war dies meist größeren Unternehmen mit entsprechenden Ressourcen vorbehalten. Mit goodio bekommen kleine Händler, also der Greissler nebenan oder der Friseur im Ortskern, eine fertige Kundenbindungslösung – sie müssen lediglich ihre Rabatte und Prämien konfigurieren. Mit goodio stärken wir den lokalen und regionalen Handel. Viele Aspekte unseres täglichen Lebens werden digital – so auch das Einkaufen. Lokale und regionale Händler sollten also ebenfalls von den digitalen Aspekten ihres Geschäfts profitieren können. Viele KonsumentInnen erwarten, dass Angebote und Sonderaktionen digital aufrufbar sind.
Online-Supermärkte boomen derzeit. Wie will goodio sich von dem starken Mitbewerb differenzieren?
Stockner: goodio richtet sich dezidiert an den lokalen und regionalen Handel. Die Plattform ist kosteneffizient, wird fertig geliefert, und das Aufsetzen eines Kundenbindungsprogramms ist in wenigen Minuten erledigt. So einfach war die Einführung eines digitalen Kundenbindungsprogrammes noch nie. Zudem setzen wir bei goodio sehr stark auf Nachhaltigkeit, wobei der Begriff „Nachhaltigkeit“ unterschiedlich zu verstehen ist: Einerseits ist goodio ökologisch nachhaltig. Für jeden Euro, den ein App-User über goodio ausgibt, sammelt er ein Blatt. Bei 500 Blättern übernehmen wir die Patenschaft für einen Obstbaum. So wird Gutes für die heimische Biodiversität getan. Andererseits ist goodio ökonomisch und sozial nachhaltig. Eine Kundenbindungsplattform, die das Einkaufen bei Händlern vor Ort fördert und belohnt, schafft in diesem Ort langfristig ein Ökosystem und verbindet den lokalen Handel noch besser mit seinen KonsumentInnen. Das Resultat ist, dass Menschen mehr bei ihrem Greissler ums Eck einkaufen, was die Vielfalt im Handel fördert und damit wiederum den Ortskern belebt und attraktiv für weitere Händler macht.
Wie viele KundInnen haben Sie bereits für sich gewonnen und welche?
Stockner: goodio ist noch relativ jung und gewinnt gerade so richtig an Fahrt. Die genauen Zahlen können wir nicht nennen, wir haben jedoch bereits in der Testphase und nun auch von den aktiven Händlern ein sehr positives Feedback bekommen. Die Händler kommen aus allen Branchen – es gibt keine Einschränkungen. Auch nicht hinsichtlich der Größe oder der Anzahl der Kundinnen und Kunden. Egal, wie klein ein Unternehmen ist – goodio richtet sich genau an diese Gruppen, die Digitalisierung und digitale Kundenbindung bisher größeren Unternehmen überlassen mussten.
Welche Märkte möchten Sie mit goodio bespielen?
Stockner: Uns liegen die regionalen und die lokalen Märkte in Österreich sehr am Herzen. Mit goodio legen wir unseren Fokus aktuell genau darauf. Für kleine und mittlere Unternehmen gab es bis dato keine Möglichkeit, digitale Kundenbindung für sich zu nutzen, ohne dazu ein komplett eigenes System aufbauen zu müssen. goodio macht genau das möglich. Was in Österreich funktioniert, kann später natürlich einfach für andere Länder adaptiert werden. Da wir die App selbst entwickelt haben, haben wir darauf bereits bei der Entwicklung Rücksicht genommen und sind für alles gerüstet.
goodios Fokus liegt also auf der Digitalisierung des regionalen und lokalen Einzelhandels. Wie soll dies gelingen?
Stockner: Während und auch nach der Corona-Pandemie haben wir zusehen müssen, wie viele kleine Händler aufgrund der ausbleibenden Kundschaft und zahlreichen Lockdowns schließen mussten. Uns ist dabei klar geworden, dass es auch für den Einzelhandel mittlerweile essenziell geworden ist, seine KundInnen über digitale Angebote binden zu können. Große Unternehmen machen es seit Langem vor: Sie bieten ihren KundInnen Anreize und belohnen das Einkaufen. Dabei setzen sie vermehrt auf digitale Lösungen. Wir haben uns gefragt: Warum ist das für lokale, kleine Händler nicht möglich? Die Antwort ist relativ simpel: Es ist nicht leicht, ein digitales Kundenbindungsprogramm aufzubauen. Das erfordert viel Zeit, Know-how und Geld. Diese drei Faktoren müssen für kleine Händler so gering wie möglich gehalten werden. Daher bieten wir eine „fertige“ Kundenbindungslösung an, sprich: Händler müssen lediglich ihre Anreize festlegen; alles andere bekommen sie bei goodio aus einer Hand. Kurzum: Wir bieten regionalen und lokalen Händlern eine digitale Kundenbindungs-Lösung, die mit jedem Smartphone innerhalb weniger Minuten aufgebaut werden kann.
Sie sind der Entwickler, der goodio erst möglich gemacht hat. Welche Technologie steckt hinter der Kundenbindungsplattform?
Stockner: Die Basis für goodio bildet mobile-pocket, unsere Kundenbindungs-App und -Plattform, mit rund 1,2 Millionen Nutzerinnen und Nutzern in Österreich. Mit mobile-pocket haben wir jahrelange Erfahrung in den Bereichen Kundenbindung und Payment gesammelt. Diese Erfahrung haben wir in der Entwicklung von goodio genutzt. Datenschutz spielt in fast allen Apps eine zentrale Rolle. Mit unserer Zertifizierung nach ISO 27001 werden höchste Standards bei Informationssicherheit und Datenschutz garantiert.
Welche Ziele hat goodio sich für die – sagen wir – nächsten drei Jahre gesetzt?
Stockner: Kleine Händler erkennen zunehmend die Chancen der Digitalisierung und sind auf der Suche nach Möglichkeiten, sie für sich zu nutzen. Unser Ziel ist es, diesen Händlern ein modernes, einfach zu nutzendes, digitales Instrument genau dafür in die Hand zu geben. Gleichzeitig wollen wir all jene, die die Notwendigkeit aktuell noch nicht erkennen, von goodio überzeugen. Nach Österreich werden wir goodio den Händlern im gesamten deutschsprachigen Raum zur Verfügung stellen.



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