Branchen-Prognose 23.11.2022, 10:00 Uhr

Vier zentrale Trends und Herausforderungen für die Luxusgüterbranche

Omnichannel, eine jüngere Käuferschaft, Personalisierung oder externe Marktunsicherheiten: Auch die Luxusgüterbranche muss sich wandeln, um bestehen zu können. Vier Trends und vier Herausforderungen nennt eine Untersuchung von Arvato und Roland Berger.
(Quelle: Pixabay)
In Zusammenarbeit mit der Strategieberatung Roland Berger hat die Arvato Supply Chain Solutions die Luxusgüterindustrie unter die Lupe genommen. Der weltweite Markt für persönliche Luxusgüter, zu denen Luxusmode, Luxusartikel wie Schmuck, Uhren und Schreibgeräte sowie Beauty-Artikel zählen, hat in diesem Jahr einen Wert von 310 Milliarden Euro erreicht - Tendenz steigend. Bis zum Jahr 2030 soll der Markt aktuellen Schätzungen zufolge auf 480 Milliarden Euro wachsen.

Trends

Im Zuge der Untersuchung wurden vier zentrale Trends identifiziert, die den Markt für persönliche Luxusgüter bis 2030 massiv beeinflussen sollen.
  1. Einer davon ist eine jüngere Käuferschaft mit wesentlich höheren Ansprüchen an Luxusmarken. Sie erwartet nicht nur ein einzigartiges und konsistentes Kundenerlebnis an allen Touchpoints, sondern reagiert auch sehr sensibel auf Nachhaltigkeitsfragen.

  2. Dabei, so die zweite Erkenntnis, reicht es nicht mehr aus, Produkte weltweit nur standardisiert zu vertreiben. Gefordert sind eine immer stärkere Personalisierung und lokale Kollektionen, was zu einer höheren Produktkomplexität führt.

  3. Neben dem stationären Handel ist darüber hinaus der Omnichannel-Commerce, die nahtlose Verbindung der Online- und Offline-Kanäle, mittlerweile ein wichtiger Wachstumsmotor für Luxusmarken geworden. Hier verlangen die Käufer eine flexible Interaktion zwischen sämtlichen Verkaufskanälen und die Möglichkeit, direkt mit dem Verkäufer online in Kontakt zu treten. Mit der Verlagerung zum Online-Handel steigen auch die Erwartungen an kurze Lieferzeiten und eine hohe Flexibilität bei den Versandoptionen.

  4. Als vierte Entwicklung haben sich neue externe Marktunsicherheiten herauskristallisiert, auf die sich Luxusmarken einstellen müssen. Denn geopolitische und pandemische Krisen haben bereits zu Instabilitäten im Geschäftsumfeld geführt, die sich stark auf die Vertriebsprozesse in verschiedenen Regionen auswirken oder die Logistikabläufe belasten.

Herausforderungen

Zu den größten Herausforderungen zählen folgende Punkte:
  1. Luxusmarken und Händler stehen vor der Aufgabe, über immer mehr Vertriebskanäle hinweg ein luxuriöses Kundenerlebnis zu bieten, das der DNA der Marke entspricht - von der Kontaktaufnahme über die Bestellung bis hin zum Kundendienst.

  2. Zweite Herausforderung ist das Bestandsmanagement über verschiedene Regionen und Kanäle hinweg.

  3. Um die steigenden Betriebskosten in den Griff zu bekommen, müssen Luxusgüterhersteller ihre betriebliche Effizienz durch Automatisierung und Digitalisierung steigern.

  4. Schlussendlich ist der transparente Nachweis des CO2-Fußabdrucks wichtig, der vor allem für die jüngere Zielgruppe einen extrem hohen Stellenwert hat.


Das könnte Sie auch interessieren