Thibaud Hug de Larauze, Back Market 18.06.2020, 07:50 Uhr

"DACH-Raum wächst von allen Märkten, auf denen wir aktiv sind, am schnellsten."

Thibaud Hug de Larauze, CEO und Co-Gründer von Back Market, spricht im Interview über die Ziele und Vision des Start-ups für wiederaufbereitete Elektronik, sowie den Marktstart in Österreich.
Thibaud Hug de Larauze, CEO und Co-Gründer von Back Market: "Es soll keinen Grund mehr geben, Elektrogeräte neu zu kaufen. Kreislaufwirtschaft ist nicht nur besser für den Geldbeutel unserer Kunden, sie zeigt auch, dass Umweltbewusstsein ökonomisch sinnvoll und notwendig ist."
(Quelle: Back Market )
Back Market lukrierte in einer Series-C-Finanzierungsrunde 110 Millionen Euro. Mit dem Investment planen Sie Ihre Marktposition in der DACH-Region zu festigen. Welche konkreten Pläne haben Sie sich hier gesetzt?
Thibaud Hug de Larauze: Unser Ziel ist es, 2020 unsere Marktposition in Deutschland und Österreich auszubauen. Dazu suchen wir derzeit aktiv nach einem Büro in Berlin, auch wenn sich die Suche angesichts der Corona-Krise in den vergangenen Monaten etwas schwierig gestaltet hat. Bis Ende des Jahres wollen wir vor Ort vertreten sein. Außerdem planen wir, 20 neue Mitarbeiter einzustellen, die sich ausschließlich um unsere deutschen und österreichischen Kunden und Händler kümmern. 15 Millionen Euro haben wir ausschließlich für den DACH-Markt reserviert.
Welche Bedeutung haben Österreich und der DACH-Markt generell für Sie?
Thibaud Hug de Larauze:
Die DACH-Region hat mit Abstand das größte Potential innerhalb Europas und wächst von allen Märkten, auf denen wir aktiv sind, am schnellsten. Der Umwelt-Aspekt, der uns bei Back Market besonders am Herzen liegt, wird hier wertgeschätzt und wir erreichen eine Zielgruppe, die aktiv nachhaltiger einkaufen will. Österreich hat unsere Erwartungen seit dem Launch im Februar 2020 bei weitem überschritten und zeigt, dass auch ein kleines Land strategisch wichtig sein kann.
Welche Vision verfolgen Sie mit Back Market?
Thibaud Hug de Larauze: Es soll faktisch keinen Grund mehr geben, Elektrogeräte neu zu kaufen. Die Kreislaufwirtschaft ist nicht nur besser für den Geldbeutel unserer Kunden, sie zeigt auch, dass Umweltbewusstsein ökonomisch sinnvoll und notwendig ist.
Und wie funktioniert die Plattform konkret?
Thibaud Hug de Larauze: Unsere Plattform funktioniert nach einem klassischen Marktplatz-Model. Unsere zertifizierten Händler müssen eine Reihe aufwendiger Qualitätschecks bestehen, bevor sie auf Back Market verkaufen dürfen. Die Geräte müssen technisch einwandfrei sein. Der Kunde wählt dann einen Wunschzustand und spart damit bis zu 70 Prozent auf ein neues Produkt. Gleichzeitig stellen unsere Kundenbetreuer sicher, dass es zu einer reibungslosen Kommunikation zwischen Kunden und Händler kommt. Was uns von der Konkurrenz unterscheidet: Wir nehmen nicht alle Händler in unser Portfolio auf, nur wer auch über längere Zeit 1A-Qualität liefert, verkauft bei Back Market. Qualität geht über alles. Das garantieren wir auch durch eine 36-monatige Garantie.
Sie arbeiten mit über 1.000 zertifizierten Partnerwerkstätten zusammen, die die gebrauchten Geräte überprüfen und wiederaufbereiten, bevor sie in den Wiederverkauf gehen. Welche Produkte dürfen verkauft werden?
Thibaud Hug de Larauze: Was die Produktauswahl betrifft, findet sich die gesamte Bandbreite an Elektro- und Elektronikgeräten auf der Plattform wieder: Von den Dauerbrennern wie Smartphones und Computern über Fernseher, Kameras und Tablets bis hin zu Haushaltswaren wie Staubsauger und Bügeleisen ist alles mit dabei. Und auch wer für das Heimwerken eine Bohrmaschine sucht, wird bei uns fündig. Zu Beginn der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach Home-Entertainment-Produkten wie Spielekonsolen stark angestiegen.
Wie viele Artikel wurden bis dato über Back Market verkauft?
Thibaud Hug de Larauze: Diese Zahlen geben wir normalerweise nicht frei. Was ich Ihnen aber sagen kann, ist, dass seit dem Launch bereits 1,8 Millionen Kunden bei Back Market gekauft haben und damit 2.000 Tonnen Elektromüll gespart haben.


Das könnte Sie auch interessieren