Sprachassistent Alexa 11.04.2019, 14:39 Uhr

Amazon-Mitarbeiter haben Zugang zu Sprachbefehlen von Usern

Amazon-Mitarbeiter tippen teilweise Sprachbefehle ab, die Nutzer Alexa aufgetragen haben. Aus Amazons Informationen zu Alexa können User bisher nicht entnehmen, dass die Möglichkeit besteht, dass Menschen Zugang zu den Aufzeichnungen haben.
(Quelle: Pixabay)
Amazon lässt zum Teil Mitarbeiter aufgezeichnete Befehle von Nutzern an seine Sprachassistentin Alexa anhören und abtippen, um die Spracherkennung zu verbessern. Der Konzern bestätigte die Vorgehensweise am Donnerstag dem Finanzdienst Bloomberg. "Wir versehen nur eine sehr geringe Auswahl an Alexa-Sprachaufnahmen mit Kommentaren, um das Kundenerlebnis zu verbessern."
Bloomberg zufolge wird diese Arbeit an diversen Standorten rund um die Welt erledigt, unter anderem in Boston, Costa Rica, Indien und Rumänien. Laut zwei Mitarbeitern in Bukarest schlagen sie dort pro Schicht bis zu 1.000 Mitschnitte um. Ein Mitarbeiter aus Boston sagte, er habe zum Beispiel Aufzeichnungen mit den Worten "Taylor Swift" analysiert und sie mit der Anmerkung versehen, dass die Nutzer die Sängerin meinten.
"Beschäftigte haben keinen direkten Zugang zu Informationen, durch die eine Person oder ein Account bei diesem Verfahren identifiziert werden können", betonte Amazon in der Stellungnahme an Bloomberg. Der Finanzdienst berichtete zugleich, auf einem Screenshot zu einem solchen Transkriptions-Auftrag seien eine Account-Nummer, der Vorname des Nutzers sowie die Seriennummer des Geräts aufgeführt gewesen. Der Konzern erklärte, alle Informationen würden streng vertraulich behandelt und es werde mit Zugangseinschränkungen und Verschlüsselung gearbeitet.

Zugang zu Aufzeichnungen

Aus Amazons Informationen zu Alexa geht bisher nicht explizit hervor, dass unter Umständen auch Menschen die Aufzeichnungen anhören könnten. "Zum Beispiel verwenden wir Ihre Befehle an Alexa, um unsere Systeme zur Spracherkennung und zum Verstehen natürlicher Sprachen zu trainieren", heißt es lediglich in Fragen und Antworten auf einer Amazon-Seite. User können in den EInstellungen ganz einfach die Nutzung der entsprechenden Daten untersagen. Sofern der User bei Amazon eingeloggt ist, lässt sich auf dieser Seite festlegen, dass Sprachaufnahmen nicht für die Verbesserung von Amazon Alexa verwendet werden dürfen.
Von Amazon gab es am Donnerstag zunächst keine weiteren Stellungnahmen über die Erklärung an Bloomberg hinaus. Auch die Konkurrenten Apple und Google äußerten sich zunächst nicht zur Anfrage, ob sie auf eine ähnliche Vorgehensweise bei ihren Assistenten Siri und Google Assistant zurückgreifen.


Autor(in) dpa


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