Grenzenloses Shopping 08.02.2019, 12:02 Uhr

Fast ein Viertel der deutschen Online-Käufer shoppt in Österreich

Die Umsätze ausländischer Webshops steigt zulasten deutscher Händler durch den Wegfall von Geoblocking. Nur Shops aus China, den USA und Großbritannien sind bei deutschen Online-Shoppern beliebter als aus Österreich.
Die Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hat unter 1.200 deutschen Internetnutzern über 18 Jahren ermittelt, dass 71% von ihnen in den letzten zwei Jahren im Ausland online eingekauft hat.
(Quelle: Pexels)
Knapp drei Viertel der Deutschen, die online etwas gekauft haben, hat die vergangenen zwei Jahre auch etwas aus dem Ausland geordert. Das sind 16 Prozent mehr als noch 2016, so die Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC) unter 1.2000 deutschen Internetnutzerinnen und -nutzern über 18 Jahre. Doch nicht jeder Einkauf war beabsichtigt, rund 23 Prozent bestellten unbewusst im Ausland.
86 Prozent der grenzüberschreitenden Onlinekäufe wurden in Nicht-EU-Ländern getätigt. Hier stehen Onlineshops aus China (59 Prozent) und den USA (36 Prozent) am Besten da. Mit 73 Prozent fällt der Anteil der Käufe im europäischen Ausland deutlich geringer aus, britische (47 Prozent) und österreichische Onlineshops (23 Prozent) sind bei deutschen Konsumentinnen und Konsumenten beliebt.

Aus für Geoblocking

Seit vergangenen Dezember ist grenzenloses Online-Shopping uneingeschränkt möglich. Da trat eine EU-Verordnung in Kraft, die das Aussperren von Usern aus anderen Ländern (innerhalb der EU) nicht mehr erlaubt. Die Ausnahme bestätigt die Regel, weshalb Streaminganbieter und digitale Güter wie E-Books oder Musik nicht mit eingeschlossen sind.
Platz 1 in der EU belegt wie 2016 Großbritannien, obwohl der Einkauf dort im Vergleich zu 2016 um 52 Prozent nachgelassen hat. Auf Österreich entfallen 23 Prozent der Onlinekäufe der Deutschen innerhalb der Union.
(Quelle: PwC)
"Durch den Wegfall des Geoblockings, aber auch durch die generell sinkende Bedeutung des Sitzes eines Onlineshops für den Konsumenten, wird der Umsatzanteil ausländischer Shops am deutschen E-Commerce in den nächsten zwei Jahren auf deutlich über zehn Prozent auf 7,1 Milliarden Euro steigen", so Dr. Christian Wulff, Leiter des Geschäftsbereichs Handel und Konsumgüter bei PwC Deutschland.

Unbegründete Ängste

User, die bisher nur in Deutschland bestellt haben, nennen die Angst vor Nichtzustellung nach der Bezahlung (40 Prozent), Zweifel an Garantie und Widerruf (38 Prozent) sowie zu hohe Versandgebühren (35 Prozent) als die größten Hemmnisse für einen Onlinekauf in einem ausländischen Webshop.
Die positiven Einkäufe der Auslands-Shopper wiederlegt jedoch diese Ängste. Der Großteil der befragten Käuferinnen und Köufer bewertet die Liefertermintreue, Unversehrtheit der Verpackung und die Lieferkosten ins ausländischen Online-Shops als ebenbürtig oder sogar besser als bei deutschen Händlern.
Die gesammelten Studienergebnisse können Sie hier kostenlos downloaden.


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