Digitalisierung und Klimawandel 14.05.2021, 09:00 Uhr

A1 Studie: Breitbandinternet spart CO2

Digitale Infrastruktur ist nicht nur das Fundament für Wachstum, Innovation und Wohlstand, sondern leistet auch einen positiven Beitrag für den Klimaschutz. Große künftige Emissions-Einsparungspotenziale durch „Mobiles Arbeiten und Leben“ und „IoT-Anwendungen“
Direktorin EcoAustria, Monika Köppl-Turyna und A1 Group CEO, Thomas Arnoldner
(Quelle: A1/APA Ludwig Schedl)
Der Klimaschutz und die Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels sind national wie international bestimmende Themen. Thomas Arnoldner unterstreicht die enorme Wichtigkeit: „Die A1 Telekom Austria Group hat eine lange Tradition nachhaltig zu denken und zu agieren. Seit dem vergangenen Jahr haben wir das Thema durch eine fest verankerte ESG-Strategie, die auch Teil der Unternehmensstrategie ist, auf eine neue Ebene gehoben. Wissenschaftlich bestätigte Umweltziele und der kürzliche Beitritt zur European Green Digital Coalition sind wichtige Meilensteine einer grünen und digitalen Transformation.“
Um wissenschaftlich fundiert aufzuzeigen, dass die Digitalisierung im Kampf gegen den Klimawandel erhebliche Potenziale bietet, hat das Institut für Wirtschaftsforschung, EcoAustria, in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) eine Studie unter dem Titel „Digitalisierung und Klimawandel: Hebeltechnologien, -anwendungen und Gesamteffekt der Digitalisierung auf die CO2 -Emissionen“ durchgeführt.
Das Team, unter der Leitung von EcoAustria-Direktorin Monika Köppl-Turyna, hat einen besonderen Fokus auf Anwendungen aus der Telekommunikationsbranche gelegt, da diese als Hebeltechnologien um dem Klimawandel entgegenzuwirken gesehen werden.
„In einem ersten qualitativen Analyseteil der Studie haben wir einen systematischen Überblick über die möglichen Auswirkungen der Digitalisierung im Hinblick auf die großen wirtschaftlichen Sektoren und deren Verflechtungen sowohl auf den Ressourcenverbrauch als auch auf die Potenziale der Ressourcen- und Energieeinsparung gegeben“, erläutert Studienautorin Köppl-Turyna.

Breitband spart CO2

„Unsere Resultate decken sich im Wesentlichen mit den bisherigen empirischen Untersuchungen, wonach die CO2 senkenden Effekte die CO2 erhöhenden Effekte im Durchschnitt zu überwiegen scheinen“, fasst Köppl-Turyna die Ergebnisse zusammen.
Konkret hat die Studie ergeben, dass Breitbanddienste dabei helfen, CO2-Emissionen zu reduzieren: Im Zeitraum 2002 bis 2019 konnten auf diesem Weg insgesamt 7,09 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Mobiles Breitband hat laut Studie in der Vergangenheit im Gesamteffekt zu keinen systematisch höheren CO2 -Ausstößen geführt.
Thomas Arnoldner, CEO A1 Telekom Austria Group, dazu: „Die Ergebnisse der Studie bestätigen, dass wir mit unserer digitalen Infrastruktur ein zentraler Wegbereiter für eine grüne und digitale Transformation sind.“
Weiters wurde in einer empirischen Untersuchung, auf Basis eines Paneldatensatzes für die Gruppe der OECD-Länder, der Gesamteffekt der digitalen Infrastruktur basierend auf ökonometrischen Schätzverfahren untersucht.

Digitalisierung und Klimaschutz: Ein Paar mit Zukunftspotenzial

Die vorliegende Studie belegt, dass die Digitalisierung erhebliche Potenziale für eine nachhaltigere Gesellschaft mit sich bringt. Auch wenn sich kurzfristig direkte Effekte negativ auf den CO2-Ausstoß auswirken können, so liegen doch die vielseitigen Potenziale vor allem in den Hebelwirkungen durch die indirekten Auswirkungen der Digitalisierung. So können beispielsweise durch den Einsatz von Videokonferenzen und Cloud-Lösungen Dienstreisen und lange Anfahrten ins Büro, die Schule oder zu Gesundheitseinrichtungen reduziert werden. Trotz der sich zahlreich ergebenden Chancen, wird in der Studie auch auf die Möglichkeit nicht vorhersehbarer systemischer Effekte – wie beispielsweise langfristige Struktur- und Verhaltensänderungen – verwiesen, die sich sowohl positiv wie negativ auf die Umwelt auswirken können. Als Beispiel kann durch neue geteilte Mobilitäts-Konzepte der motorisierte Individualverkehr teilweise ersetzen werden. Andererseits kann dadurch die Wohnortwahl beeinflusst werden und es könnten größere Entfernungen in Kauf genommen werden, wodurch das Verkehrsaufkommen wieder steigen könnte.

Wegbereiter für grüne und digitale Transformation

Konkret kann die Möglichkeit der Verknüpfung von Daten in Echtzeit und die Vernetzung von zahllosen Geräten („Internet of things“) für den Umwelt- und Klimaschutz nutzbar gemacht werden. Weltweit sind aktuell bereits über 20 Milliarden vernetzter Geräte im Einsatz. Der Anwendungsbereich reicht von intelligenten Stromnetzen über Smart Home bis hin zu smarter Verkehrs- und Logistiksteuerung.
Mit dem A1 IoT-Ökosystem unterstützt A1 Unternehmen in ganz Österreich, die Chancen des Internets der Dinge wahrzunehmen und IoT-Produktentwicklungen umzusetzen. Die Basis dafür bilden das „beste Netz für das Internet der Dinge“, das von A1 Digital und Nokia gegründete IoT Entwicklungslabor sowie zahlreiche Partnerschaften im Bereich Wirtschaft und Forschung.
A1 arbeitet beispielsweise seit geraumer Zeit mit der ÖBB und Partnern aus der Industrie an der Digitalisierung der Bahn, um durch intelligente Zugsteuerung, digitaler Übertragung von Steuerungsdaten und Bewegungs-Sensorik einen deutlich effizientere, transparentere und einfachere Nutzung der Schiene zu ermöglichen.
Auch mit Partnern aus Industrie und Fertigung wird bereits an den digitalen Grundlagen Smarter Fabriken gearbeitet. Basis dafür sind Campus Netze, die eine sichere Vernetzung von Menschen und Maschinen über 5G ermöglichen.

ESG als integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie

Zusätzlich zu den in der Studie belegten positiven Effekten kann die IKT Industrie einen unmittelbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten, indem sie ihren Energie- und Ressourcenverbrauch senkt. Einen Aspekt, den die A1 Telekom Austria Group bereits in ihren ESG-Zielen (Environment, Society, Governance) festgemacht hat: Bis 2030 sollen u.a. die CO2-Emissionen durch Verringerung des eigenen CO2-Fußabdrucks und einen schrittweisen Umstieg auf Energie aus erneuerbaren Quellen auf netto null gesetzt werden.
„Unser Ziel ist es, ab 2030 CO2-neutral zu sein. Wir sehen das nicht nur als Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung, sondern auch als langfristigen Werttreiber, der durch geringeren Energieverbrauch wirtschaftliche Vorteile bringt und gleichzeitig Umweltbelastung und Kosten senkt“, so Arnoldner.
Im Rahmen des Digital Day 2021 der EU hat sich die A1 Telekom Austria Group mit der Unterschrift der „Declaration of the European Green Digital Coalition Members” (EGDC) auch international zu nachhaltigen ESG-Zielen bekannt.



Das könnte Sie auch interessieren