Ein Jahr Home Office 04.05.2021, 11:00 Uhr

Magenta-Umfrage zeigt Fortschritte bei der Digitalisierung des Arbeitsalltages

Inzwischen bieten sechs von zehn KMU in Österreich ihren Mitarbeitenden Home Office an. Auch Umsetzung von Video- und Webkonferenzen seit 2020 um 18 Prozent gestiegen. Rückgang an Geschäftsreisen deutlich spürbar.
Die Möglichkeit im Home Office zu arbeiten, ist im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent gestiegen.
(Quelle: Pixabay)
Nachdem eine Studie von Magenta Telekom im Jahr 2020 bereits gezeigt hat, dass große Konzerne in Österreich mit Home Office-Lösungen gut ausgestattet waren, während Klein- sowie Mittelunternehmen, die als der Motor der österreichischen Wirtschaft gelten, noch großen Aufholbedarf hatten, hat Magenta nun ein weiteres Mal den Status quo der KMU ermittelt. Die Erhebung wurde von Magenta Telekom und dem Marktforschungsinstitut marketmind von Mitte Februar bis Mitte März 2021 durchgeführt. Befragt wurden dabei mehr als 800 EntscheiderInnen in Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitenden. Die Umfrage zeigt deutliche Fortschritte bei der Digitalisierung im Segment der KMU.
„In unserer Arbeitswelt hat ein Paradigmenwechsel stattgefunden und dass Home Office bleibt, ist mittlerweile unumstritten. Wie Unternehmen diese Entwicklung konkret nutzen werden, bleibt noch offen, denn auch die Home Office-Regelung der Regierung bietet Raum für unterschiedliche Modelle. Als Telekommunikationsanbieter stellen wir die Infrastruktur, die Konnektivität sowie die Produkte zur Verfügung, die es braucht, um überhaupt im Home-Office tätig sein zu können. Unsere Kundinnen und Kunden hierbei zu beraten und ihnen ein verlässlicher Partner zu sein, sehe ich als unsere zentrale Aufgabe“, so Maria Zesch, CCO Business & Digitalization Magenta Telekom.

Sechs von zehn KMU ermöglichen Home Office, vor allem im Raum Wien

Die Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten, ist im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent gestiegen: Im Sommer 2020 hatten 50 Prozent der Befragten die Möglichkeit auf Home Office, jetzt geben 60 Prozent der Unternehmen an, den MitarbeiterInnen Home oder Mobile Office zu ermöglichen. Bei über einem Drittel (35 Prozent) der Unternehmen, die Home Office anbieten, nutzen 80 Prozent der MitarbeiterInnen diese Möglichkeit und arbeiten von zuhause oder unterwegs. Den größten Anteil daran haben kleine Unternehmen. Dabei ist die Informations- und Telekommunikationsbranche zum größten Teil im Home Office: 70 Prozent aller Beschäftigten dieser Branche sind aktuell nicht an ihrem Bürostandort im Einsatz. Nach Regionen gegliedert, besteht im Raum Wien das größte Angebot für Home Office.

Relevanz und Umsetzung digitaler Konferenzen deutlich angestiegen, Aufholbedarf bei kleineren Unternehmen

Besonders die Relevanz sowie die Umsetzung von Audio- und Webkonferenzen hat zugenommen: 2020 haben lediglich 36 Prozent der Unternehmen angegeben, dass diese Tools für sie wichtig wären und genauso wenige haben die Lösungen auch angewendet. Hier ist das Bewusstsein für digitales Arbeiten im Vergleich zu 2020 deutlich gestiegen: Aktuell erachten 54 Prozent der Unternehmen diese Tools als sehr wichtig und haben sie bereits im Einsatz. Einen signifikanten Anstieg gab es auch bei der Nutzung von Messaging- und Chat-Tools: 2020 standen diese Tools nur 37 Prozent der Befragten zur Verfügung, 2021 sind es bereits 50 Prozent. E-Mail und Kalenderfunktionen sind nach wie vor bei 83 Prozent der Befragten im Home Office abrufbar und zählen mittlerweile als Standard.

Bei rund der Hälfte der Befragten sind Gruppen- und Projektplattformen beliebt

Kollaborationstools, die etwa den geteilten Zugriff auf Daten und Dokumente ermöglichen, werden noch wesentlich seltener eingesetzt: Dennoch ist der mobile Zugriff auf gemeinsame Dokumente leicht angestiegen von 58 Prozent auf 61 Prozent. 55 Prozent der Beschäftigten (gegenüber 52 Prozent im Jahr 2020) haben aktuell mobilen Zugriff auf Geschäftsdaten. Für 47 Prozent der Befragten ist mittlerweile der Informationsaustausch über Gruppen- oder Projektplattformen möglich. Dabei wird deutlich, dass größere Unternehmen die damit verbundenen Abläufe, Prozesse und rasche Absprachen abseits von E-Mail- und Kalender-Funktionen als deutlich relevanter erachten.

Nutzungsdaten belegen Entwicklungen – Telefonie weiterhin stark

Dass die Anzahl an Web- und Videokonferenzen deutlich zugenommen hat, spiegelt sich auch im Nutzungswert von Internettelefonie und Videokonferenzen wider. Dieser ist seit Beginn der Pandemie um 250 Prozent gestiegen. Ähnlich sieht es mit der Telefonie aus: Nach dem All-Time-High im März 2020 verzeichnet Magenta trotz Zunahme der Internet-basierten Anwendung ein Drittel mehr Telefonie-Aufkommen als noch vor der Pandemie.

Cloud Services sind bedeutender denn je, trotzdem besteht Aufholbedarf

Sowohl die Relevanz für die Nutzung als auch die Umsetzung von Cloud Services ist seit 2020 leicht gestiegen wie auch das Bewusstsein für die digitale Infrastruktur, die es für diese Services braucht. Rund die Hälfte aller Befragten gibt an, dass Cloud Services sehr wichtig für ihren täglichen Arbeitstag sind – allerdings wurden diese Anwendungen von nur 29 Prozent der Unternehmen vollständig umgesetzt. Hier wird deutlich, dass die Relevanz mit der Unternehmensgröße zunimmt. Zudem zeichnet sich ein großer Unterschied nach Regionen ab: Während in Wien großes Interesse an diesen Lösungen herrscht, nimmt die Relevanz in den ländlichen Regionen ab.

Angst vor Cybercrime: Unternehmen haben mit Sicherheitslösungen aufgerüstet

Daten zu schützen war bereits letztes Jahr von wesentlicher Bedeutung für Unternehmen und ist es nach wie vor. Mehr als drei Viertel der großen Unternehmen haben Maßnahmen zur Sicherheit der Daten vor Angriffen bereits vollständig umgesetzt, während es bei kleineren Unternehmen weniger als die Hälfte ist. Die Abwehr von Cyber-Angriffen und automatisierte Sicherungs-Lösungen haben den höchsten Stellenwert, gefolgt vom richtigen Umgang mit der DSGVO (jeweils für mindestens sieben von zehn Unternehmen relevant). Auch hier steigen Relevanz und Umsetzung mit zunehmender Unternehmensgröße.

Ausstattung im Home Office: Basics wie Laptop, Smartphone und zuverlässige Konnektivität werden erwartet

Mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden im Home und Mobile Office nutzen Laptop und Smartphone, welche ihnen vom Unternehmen zur Verfügung gestellt worden sind. Ein Drittel aller Befragten ist an einem Hardware-Managed Service interessiert, bei dem Handy und Laptop als reine Nutzungsoption zur Verfügung gestellt werden. Mit steigender Unternehmensgröße nimmt das Interesse an einem Managed-Service-Modell zu. Die wichtigsten Hardware-Komponenten für ein mögliches Sorglos-Pakets sind Laptops und Smartphones. Bei der Software stellen Office-Pakete die wichtigsten Komponenten dar, während bei der Konnektivität am häufigsten Internet (mobil als auch Festnetz) gewünscht wird.

Roaming im Sinkflug: Geschäftsreisen haben sich halbiert        

Zu Beginn der Pandemie, als Geschäftsreisen untersagt waren, verzeichnete Magenta einen Rückgang von 80 bis 95 Prozent der Roaming-Minuten im Business-Kunden Segment, was auf die signifikant reduzierten Geschäftsreisen zurückzuführen war. Nach dem starken Einbruch des Roamings zu Beginn der Krise, war über das Jahr ein leichter Anstieg zu verzeichnen, doch der Trend hin zu virtuellen Meetings ist geblieben. Geschäftsreisen sind wieder erlaubt und die Roaming-Minuten im Business-Kunden Segment haben sich bei 50 Prozent des ursprünglichen Wertes eingependelt. „Wir erkennen erstmals, welche Reisen wirklich notwendig sind und welche wir in die digitale Welt verlagern können. Hier findet bereits ein Umdenken statt, das der Umwelt sowie ortsgebundenen Fachkräften neue Dimensionen an Chancen ermöglicht“, so Maria Zesch zu den Vorteilen einer virtuellen Meetingkultur.

Ausblick

Ein Jahr nach Beginn der Pandemie sind viele Unternehmen auf eine hybride Arbeitsform umgestiegen. Dabei wird unter anderem deutlich, dass Home-Office mittlerweile auch in den etwas größeren KMUs angekommen ist, da diese im Vergleich zum Vorjahr nachhaltig an Services sowie Hardware aufgerüstet haben. Den größten Anteil an Home-Office haben aktuell zwar kleine Unternehmen, doch bei diesen besteht gleichzeitig der größte Aufholbedarf an digitalen Services. Aktuell zeichnet sich hier eine Kluft zwischen großen und kleinen Unternehmen ab. Es stellt sich die Frage, ob kleine Unternehmen nach der Pandemie die gewohnte Präsenzkultur leben werden, während große Unternehmen im „New Work“ angekommen sind. Ob das in weiterer Folge Auswirkungen auf den „War of Talents“ und auf Employer-Branding haben wird, bleibt vorerst offen. Da diese Veränderungen Investments sowie Expertise verlangen, hat es sich Magenta zur Aufgabe gemacht, seit Beginn der Krise ihre GeschäftskundInnen bei diesen Prozessen zu begleiten und zu beraten.
Maria Zesch definiert hier drei Säulen, die neu gedacht werden müssen, um in naher Zukunft eine erfolgreiche Home Office-Kultur umsetzen zu können. Zur ersten Säule „Menschen und Unternehmenskultur“ zählt sie neue Zusammenarbeitsmodelle, hybrides Arbeiten sowie Leadership und Empowerment. Die zweite Komponente ist „Technologie und Infrastruktur“. Sie umfasst neue spezifische Produkte wie Office@Home oder Hardware Managed Service sowie Ausbau und Investitionen in das Netz. Als letzte Säule nennt sie „Organisation und Rahmenbedingungen“, welche gesetzlichen Grundlagen, KV-Regelungen sowie Betriebsvereinbarungen und Office-Gestaltung beinhaltet. Diese drei Säulen sollten UnternehmerInnen an die Hand nehmen, um die digitale Transformation ihres Unternehmens erfolgreich umzusetzen zu können.



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