Interview 09.06.2021, 08:00 Uhr

Tanja Sourek, Magenta: „Kommunikation ist auch Kollaboration.“

Im Interview plaudert Tanja Sourek über ihre bisherigen Erfahrungen bei Magenta, wo sie seit Anfang des Jahres als Vice President Brand & Communications tätig ist.
Tanja Sourek, Vice President Brand & Marketing Communications von Magenta Telekom: "Das Ziel ist es bei den Kunden im Bereich Internet, Entertainment, Mobilfunk und Business-Lösungen Top of Mind zu sein."
(Quelle: Magenta)
Frau Sourek, seit Jänner 2021 haben Sie die Leitung der Markenkommunikation bei Magenta übernommen. Welche Aufgaben haben Sie konkret in dieser Position?
Tanja Sourek: Es sind sehr vielfältige Aufgaben. Angefangen bei der Brand- und Market Communication für unsere Privatkunden- und Business-Segmente, die ganze Kommunikation über Above The Line (ATL) und digitale Kommunikation, einschließlich am POS in unseren Shops bis zur Kommunikation für CRM, Sponsoring und Events. Dazu zählt etwa unsere langjährige Partnerschaft mit der Bundesliga und dem ÖFB. 
Was wird sich unter Ihrer Führung in der Kommunikationsabteilung bei Magenta ändern? Und wie groß ist Ihr Team?
Sourek: Kommunikation ist auch Kollaboration – über den eigenen Tellerrand hinaus. Mein Zugang war daher das Team und unsere Agentur in Austausch mit jenen Kolleginnen und Kollegen zu bringen, mit denen wir sonst nicht zu tun haben, zum Beispiel aus der Technik. Allgemein gesprochen, muss die Agentur das Unternehmen und seine Produkte viel mehr verstehen. So entstand übrigens die Kampagne „BREITERBAND“ in der wir auf sehr charmante und verständliche Weise die einzigartigen Produktvorteile unseres Breitbandnetzes herausarbeiten. Es ist aber auch die bereichsübergreifende Arbeit mit der PR und der Digital-Abteilung, die zu einem einheitlichen Auftreten führt. Mein Team umfasst derzeit zwölf Personen.
Welche ersten Ziele haben Sie sich für das Jahr 2021 in Ihrer Position bei Magenta gesetzt? 
Sourek: Magenta steht für Digitalisierung – sowohl für Privat- als auch für Businesskunden. Wir sind der Gesellschaft verpflichtet. Unsere Produkte müssen perfekt funktionieren. Diesen Anspruch übersetzen wir in Kundennutzen und stellen ihn in den Mittelpunkt unserer Kommunikation 2021. Das Ziel ist es bei den Kunden im Bereich Internet, Entertainment, Mobilfunk und Business-Lösungen Top of Mind zu sein und vor allem Brand Consideration und Markenpräferenz stetig zu erhöhen. 
Magenta in dieser Form gibt es ja erst seit 2019. Ist die Marke schon so weit entwickelt wie einst geplant? 
Sourek: Seit dem Merger von T-Mobile und UPC vor zwei Jahren wurde mit Magenta eine große neue Marke aufgebaut. Magenta steht klar für Breitband-Internet, TV und Mobilfunk. Hier wurde von meinem Vorgänger ein super Job gemacht. Mein Team und ich schreiben jetzt das nächste Kapitel in der Markentwicklung. Im Fokus steht der Kundennutzen der Produkte, der noch deutlicher inszeniert werden soll als bisher.
Sie sind seit rund 20 Jahren im Bereich Markenkommunikation tätig und werden als Markenexpertin gesehen. Welche sind die drei wichtigsten Learnings in Ihrer bisherigen Karriere?
Sourek: Ein offenes Mindset zu behalten, sich selbst zu hinterfragen und zu erneuern. Ganz wichtig ist für mich ein offener Umgang mit Fehlern, um eine positive Fehlerkultur zu fördern. 
Vor Ihrem Karrierestart bei Magenta waren sie viele Jahre für die A1 Markenkommunikation tätig. Das ist, als würde ein Fußballprofi von Rapid Wien zu Austria Wien wechseln. Wie leicht ist Ihnen der Wechsel gefallen?
Sourek: Ganz im Gegenteil: Ich bin in die nächste Liga aufgestiegen. Der Deutsche Telekom Konzern ist immerhin das führende Telekommunikationsunternehmen Europas. Eine wichtige Erfahrung war nach A1 ein Start-up mit aufzubauen, die bank99. Das Arbeiten mit kleineren Strukturen schärft den Blick für Effizienz und Pragmatismus. Mein Herz schlägt jedoch für die Telekommunikation.
Zuletzt – mitten im ersten Corona-Lockdown – haben Sie erfolgreich der Marke „bank99“ für die Österreichische Post gelauncht. Wie ist Ihnen das in dieser besonders schwierigen Zeit gelungen?
Sourek: Mit viel Flexibilität und Pragmatismus. Die ursprüngliche Launch-Idee wurde innerhalb von zwei Wochen abgeändert und der Corona-Situation angepasst, sodass die Bank plangemäß am 1. April 2020 an den Start gehen konnte.
Eine abschließende Frage: Sie sind – leider immer noch  eine der wenigen Frauen in einer Top Position in Österreich. Verspüren Sie vermehrt Druck unter der gläsernen Decke? Und was ist Ihrer Meinung nach zu dem Thema Chancengleichheit noch zutun in Österreich?
Sourek: Mein Zugang war immer schon eine Kombination aus Leidenschaft und Kompetenz. Das ist ein gutes Rezept gegen gläserne Decken durchzudringen. Vor allem ein Sensorium für Menschen zu haben, ist in Zeiten der Ergebnisorientierung und des Kostendrucks aus meiner Sicht eine Erfolgsformel für Top-Positionen.



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