Markus Plank, iab austria 13.04.2021, 08:00 Uhr

„Im Bereich Cookieless Future gibt es noch viel zu besprechen.“

Markus Plank, Präsident des iab austria, verrät im Interview rasch anwendbare Tipps zum Umgang mit dem Ende der Third-Party-Cookies, wie der iab derzeit angesichts der fehlenden Präsenz-Veranstaltungen aufgestellt ist und was 2021 noch zu erwarten ist.
Der vom iab austria initiierte „digi talk“ zum Thema „Cookieless Future“ zeigte anhand der hohen Teilnehmerzahl von ungefähr 120, das rege Interesse von Österreichs Marketern.
(Quelle: Christoph Breneis)
Herr Plank, am 25. März fand ein vom iab austria initiierter „digi talk“ zum Thema „Cookieless Future“ statt. Wie verlief das rein virtuelle Event Ihrer Meinung nach und wie war die Resonanz der Teilnehmenden?
Markus Plank: Es war an der Teilnehmeranzahl (rund 120 Personen) zu erkennen, wie groß das Interesse im Markt an diesem Thema ist. Wir sind es, nach mehr als einem Jahr Pandemie, bereits gewohnt, Events wie diese rein virtuell durchzuführen. Was mich immer wieder sehr freut ist der interaktive Austausch mit den Teilnehmern. Neben etlichen Fragen während der Veranstaltung habe ich von allen Vortragenden gehört, dass es im Nachgang auch noch einigen Austausch gab. Die Resonanz ist somit sehr gut und zeigt, dass wir im Bereich „Cookieless Future“ noch viel zu besprechen haben in der näheren Zukunft.
 
Das Thema Third Party Cookies bzw. deren Ende, durch Apple oder Google initiiert, sind zurzeit in aller Marketer-Munde. Was genau muss man aus Marketer-Perspektive darüber wissen und künftig bedenken?
Plank: Als Marketer sollte man sich vor allem mit seinem aktuellen Setting auseinandersetzen. Die wichtigsten Fragen dazu sind unter anderem:
- Wer sind meine Dienstleister?
- Wie bin ich als Unternehmen rechtlich abgesichert? Zum Beispiel Datenverantwortlichkeit…auch zum Dienstleister?
- Welche technischen Systeme setze ich aktuell ein?
- Was für eine Strategie verfolge ich in der Zukunft?
- Habe ich genügend Know-how im Unternehmen um zukunftsfit zu sein – rechtlich, aber auch technisch?
Bei der Beantwortung dieser Basisfragen empfehle ich jedem Marketer, ehrlich zu sich selbst zu sein, denn die Gefahr eines nachhaltigen Schadens ist leider groß. Im Bedarfsfall ist zu empfehlen, immer einen Spezialisten hinzuzuziehen, der einem helfen kann, sich durch den Dschungel zu kämpfen.
 
Welche weiteren Schritte werden im Zuge dessen noch als Folge ohne Third Party Cookies auf uns zukommen?
Plank: Die Grundfrage wird für jedes Unternehmen wird sein, inwieweit das Marketing des Heute in der Zukunft noch möglich sein wird. Immer wissend, dass die globalen Technologien vermutlich schneller agieren werden als die rechtliche Regulierung nachfolgt. Ganz wichtig ist es deshalb, so schnell wie möglich eine richtige Datenstrategie zu erstellen. Welche Daten habe ich selbst im Unternehmen (1st-Party-Daten) und welche Daten-Partnerschaften (2nd-Party-Daten) muss ich schließen, um meine gesteckten Ziele zu erreichen? Welche Technologien kann/muss ich für welchen Kanal einsetzten und wie sichere ich mich rechtlich ab.
 
Welchen schnell umsetzbaren Tipp haben Sie zum Thema Cookies?
Plank: Das Cookie per se wird ja nicht verboten sein in Zukunft. Deswegen sichern Sie sich jetzt rechtlich richtig ab (z.B. Cookie Disclaimer) und sammeln Sie Opt-Ins für Ihre 1st-Party-Daten. Und: Suchen Sie passende Kooperationspartner (2nd-Party-Daten).
 
Wie erging es dem iab austria in dem Corona-geprägten Jahr 2020?
Plank: Es war für uns ein sehr intensives Jahr mit sehr vielen herausragenden Erfolgen. Der Umstieg in die virtuelle Welt mit unseren „digi talks“ und Veranstaltungen hat sehr gut funktioniert. Mitten im ersten Lockdown hatten wir die erfolgreichste Ausbildungsveranstaltung der Geschichte des iab austria mit fast 60 Teilnehmern. Wir konnten unsere Expertise im Bereich ePrivacy und DSGVO in Gesprächen mit den Ministerien einbringen und haben - aus meiner Sicht - die coolste digitale Awardshow der Medienbranche gefeiert.
 
Das iab austria ist unter anderem auch für seine regelmäßigen Branchen-Events bekannt. Wie sieht dieser Bereich nun in Zeiten von Corona und Ausgangsbeschränkungen aus?
Plank: Wir haben uns in der Kommunikation sehr viel vorgenommen für das heurige Jahr. Wie bereits beim Thema „Cookieless Future“ gezeigt, werden wir uns an den geltenden Bestimmungen orientieren. Es ist unser Ziel, sehr schnell ein Mindset für hybride Veranstaltungen anbieten zu können. Beim Thema Ausbildung hat sich gezeigt, dass dies uns sogar eine komplett neue Zielgruppe in den Bundesländern eröffnet. Natürlich würden wir uns aber sehr freuen, die vielen Kollegen aus der Branche auch wieder persönlich sehen zu können.
 
Welche Ziele hat sich das iab austria für das immer noch eher unsichere Jahr 2021 gesetzt?
Plank: Die Ziele sind ganz klar definiert. Wir wollen vor allem die Kommunikation zu den Mitgliedern steigern. Wir freuen uns über die weitere Zusammenarbeit mit den Ministerien, vor allem bei der kommenden ePrivacy und dem Digital Service Act. Es sind wieder vier Durchgänge des Grundkurs DACH geplant, wovon der erste bereits erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Aus der AG Programmatic wird es heuer eine neue Version des DACH-konsolidierten Code of Conduct geben. Es stehen einige Digi Talks und Panels zu den wichtigsten Marktthemen an und schlussendlich würden wir das Jahresende gerne mit der Branche bei einem offline WebAd feiern.



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