Doppel-Interview 24.11.2021, 08:00 Uhr

REICHLUNDPARTNER Digital: „Unser Führungsstil ist hierarchiefrei und familiär.“

Rainer Scharinger und Matthias Reichl sind das neue Geschäftsführerduo von REICHLUNDPARTNER Digital. Im Interview geben sie spannende Einblicke in ihre Ziele, das bestehende Team sowie (künftige) Kunden. Und Reichl gibt einen Überblick zu seinen zahlreichen Gründungen.
Rainer Scharinger und Matthias Reichl, Geschäftsführer von REICHLUNDPARTNER Digital, der digitalen Unit der Agenturen-Gruppe
(Quelle: REICHLUNDPARTNER)
Herr Reichl, Herr Scharinger, Sie sind die beiden Geschäftsführer von REICHLUNDPARTNER DIGITAL – vormals REICHLUNDPARTNER eMARKETING. Aus welchem Grund kam es zu dem Namenswechsel?
Rainer Scharinger: REICHLUNDPARTNER eMarketing wurde 1999 gegründet und zählte zu einer der ersten Digitalagenturen Österreichs. Damals, vor der dot com-Blase, konnte man sich wenig mit den Begriffen Internet, Digital und Websites vorstellen. Unsere DNA der Gruppe liegt im Marketing. Somit war es ein logischer Schritt aus den Begriffen „elektronisch“ und „Marketing“ eine Wortneuschöpfung zu „eMarketing“ zu machen.  
Matthias Reichl: Dies war vor über 20 Jahren. Nachdem sich viel in der digitalen Branche getan hat, fanden wir den Namen generalüberholt und wollten einen präziseren Begriff finden. So kamen wir zu REICHLUNDPARTNER Digital.
Aus welchen Branchen betreuen Sie Ihre Kunden?
Scharinger: Wir sind ziemlich breit aufgestellt: Wir haben viele B2B- und B2C-Kunden, das Verhältnis ist circa 50/50. Wir betreuen überwiegend KMU, aber auch Konzerne, Hidden Champions und auch immer mehr Start-ups. Die Branchen sind ebenfalls divers: Retail, eCommerce, Fast Moving Consumer Goods, Consumer Goods (B2C), Service & Medien, Health, B2B sowie Corporate Social Responsibility.
Betreuen Sie mit REICHLUNDPARTNER DIGITAL auch Kunden aus dem klassischen Werbebereich oder ausschließlich Digital-Kunden? Falls auch aus dem klassischen Werbebereich, wie ist die prozentuelle Verteilung im Vergleich zu reinen Digital-Kunden?
Scharinger: REICHLUNDPARTNER ist eine Full-Service Agenturgruppe. Somit decken wir alle Bereiche der Kommunikation ab: Werbung, Media, Digital, PR, Business Modle Innovation, Social Media und Live Experiences. Somit haben wir für jedes anliegen eine spezialisierte Unit. Wir arbeiten untereinander interdisziplinär zusammen, wodurch es starke Überschneidungen gibt. Wir, in der Digital Agentur, haben also den Fokus dementsprechend auf digitale Themen.
Wie schaut ihr derzeitiges Team bei REICHLUNDPARTNER DIGITAL aus?
Reichl: Wir sind 25 talentierte User Interface Designer, User Experience Designer, Frontend-Entwickler, Backend-Entwickler, Kundenbetreuer, Projektmanage und Dev Ops. Das Team ist extrem divers, wir haben verschiedenste Nationalitäten bei uns, eine gute Balance zwischen weiblich und männlich und teilweise extrem junge und auch erfahrenere KollegInnen. Wir glauben stark an den Grundsatz „Diversity is the mother of creativity.“
Herr Reichl, Sie sind auch Start-up-Gründer. Welche Start-ups sind das und wofür stehen diese?
Reichl: Ich habe in meinen jungen Jahren die Möglichkeit gehabt, ein paar Mal zu Gründen: Die Smatterling GmbH war mein erstes Startup und wurde 2016 gegründet. Es sollte eine Kennenlernen Plattform für spontane, zufällige Treffen werden. Darauf folgte Tau Olive Oil, das im Zuge von Smatterling entstanden ist, womit wir die Produktentwicklung finanzieren konnten. Meine dritte Gründung, Hallo Sophia, ist im Zuge des weltweit größten Hackathon namens „EU vs. Virus“ im April 2020 entstanden, wo wir den dritten Platz in der Kategorie „Digital Finance“ belegt haben. Im Dezember 2020 habe ich mit einem Doktoranten der St. Galler Universität eine neue Unit der REICHLUNDPARTNER Gruppe mitgegründet. Bei dem Think Tank Future Thinking geht es um Business Modle Innovation. Im Juni 2021 habe ich mich mit fünf KollegInnen aus meinem Netzwerk zusammengeschlossen und das VC-Syndikat, Transalpin Ventures, gegründet, welches in Early Stage-Start-ups investiert. Der Fokus liegt auf Technik, konkret Blockchain, AI, FinTech, InsurTech, HealthTech, Mobility, Ecosystems, SAAS, eCommerce und Marketplaces. MedYouCate wird „das Netflix“ für ChirugInnen genannt und ist eine E-Learning-Plattform für Mediziner, StudentInnen und Organisationen können auf das beste Wissen zurückgreifen, sich weiterbilden und austauschen. REICHLUNDPARTNER übernimmt die Entwicklung, die Aufbereitung, die Produktion der Inhalte und die Vermarktung davon. Dies ist ein tolles Beispiel aus der REICHLUNDPARTNER Future Thinking Unit, wie wir eigene Corporate Startups entwickeln. Spoqe ist ebenfalls eine eLearning Plattform, welches mittels der St. Galler Managementlehre, Inhalte aufbereitet. Podcasts liebt fast jeder. Vor allem 2021 waren Podcasts ein heiß diskutiertes Thema. Wir wollten einer der ersten im österreichischen Markt sein, welches die Konzeption, Produktion und Vermarktung von Podcasts für Unternehmen anbietet. Wir produzieren auch eigene Shows, die wir mit Werbeeinschaltungen finanzieren. Wepodit ist eine Beteiligung von der REICHLUNDPARTNER Future Thinking. Blockchain und insbesondere Kryptowährungen waren immer schon eine Herzensangelegenheit von mir. To the Moon ist ein Krypto-Beteiligungsfirma, die ich mit Freunden gegründet habe. Wir investieren in zahlreiche Blockchain-Technologien und setzen uns ebenfalls mit NFTs auseinander.
Werden Sie, Herr Reichl, künftig nun voll auf das Agenturleben setzen oder weiterhin auch für Ihre Start-ups tätig sein?
Reichl: Vor REICHLUNDPARTNER war ich - wie die vorherige Antwort zeigt - sehr aktiv in der Start-up-Szene unterwegs. Für mich war immer klar, dass ich nach meinem Studium mich um das Familienunternehmen kümmern und meine gesammelte Erfahrung einbringen möchte. Im Juli 2020 war es soweit. REICHLUNDPARTNER Digital ist nun auch mein absoluter Fokus. Durch die Strukturen der Gruppe kann ich mit REICHLUNDPARTNER Corporate Start-ups gründen und mitgestalten. Es macht mir einfach unheimlich viel Spaß Unternehmen aufzubauen, das werde ich nicht aufgeben.
Herr Scharinger, Sie sind Gründer und Langzeitgeschäftsführer der Agentur. Wie wird sich der Führungsstil nun mit Herrn Reichl Junior Ihrer Meinung nach ändern?
Scharinger: Der Führungsstil in unserem Unternehmen war immer schon hierarchiefrei, konstruktiv und familiär. Matthias hat dies so erlebt, schätzen gelernt und führt diese Tradition weiter. Darüber hinaus pflegt Matthias einen kollaborativen Führungsstil. Wir binden unsere MitarbeiterInnen in Entscheidungen ein und möchten so die beste treffen. Matthias achtet sehr auf die Kultur, nach dem Leitsatz „Culture eats strategy“. Vermutlich hat er dies zu leben gelernt in seiner Start-up-Zeit.
Abschließend: Welche Ziele möchten Sie als REICHLUNDPARTNER DIGITAL im Jahr 2022 erreichen?
Reichl: Unsere Vision lautet „Creating outstanding digital experiences made for human needs“. Diese Vision steht über allem und wird auch 2022 unser Credo sein. Wir wollen verstärkt auf die Konzeption, vor allem User Experience, setzen und uns mit den neuesten Technologien auseinandersetzen. Wir möchten einige unserer Prozess überdenken und agiler werden. Wir möchten auch unseren Kunden und Neukunden näherbringen, dass eine gute User Experience starke Auswirkungen auf deren Return-On-Investment hat und dass es sich lohnt, in User Research zu investieren. Wir glauben auch, dass Content Design und auch Marketing-Automatisierung eine zentrale Rolle spielen wird. Durch eine kluge Marketing-Automatisierung können wir die User Experience personalisieren. Im Dezember 2021 werden wir noch unsere REICHLUNDPARTNER Digital Niederlassung in Wien eröffnen. Wir wollen näher zu den besten Talenten. 2022 werden wir uns vielleicht auch noch an einem weiteren Standort in Europa niederlassen. Wir möchten im neuen Jahr tolle Talente gewinnen, unsere bestehenden MitarbeiterInnen bestmöglich weiterentwickeln und einfach die besten digitale Produkte schaffen. Weiteres wollen wir mehr größere, komplexere Projekte im Bereich eCommerce, Plattformen und Marktplätze machen.



Das könnte Sie auch interessieren