Höfferl im Interview 20.11.2020, 08:00 Uhr

„Ich möchte den Digitalfokus bei all unseren Kunden verstärken“

Zeynep Höfferl, ausgewiesene Digitalexpertin, berichtet im Interview über ihre Ziele in der neuen Position bei "Zum Goldenen Hirschen" in Wien und welche Folgen die Pandemie für die Digitalisierung im Allgemeinen hat.
Zeynep Höfferl ist seit kurzem Client Service Director bei der Agentur "Zum Goldenen Hirschen" in Wien und übernimmt Kundenberatung und Projektmanagement, sowie die Konzeption und Strategie digitaler Marketingmaßnahmen.
(Quelle: Zum Goldenen Hirschen)
Frau Höfferl, Sie sind ausgewiesene Digitalexpertin. Welchen konkreten Tätigkeiten gehen Sie in Ihrer Funktion als Client Service Director bei der Agentur Zum Goldenen Hirschen in Wien nach?
Zeynep Höfferl: Grob zusammengefasst leite ich die Kundenberatung am Wiener Standort. Grundsätzlich macht der Kanal hierbei aber keinen Unterschied. Mein persönlicher Schwerpunkt ist jedoch sicherlich die Online-Kampagnenplanung. Ich betreue Website-Projekte als auch Online-Kampagnenplanungen unter anderem die von Klosterneuburg, auf die wir sehr stolz sind. Für mich gilt es auch, die Digitalisierungsmöglichkeiten von bestehenden Kampagnen oder Projekten zu prüfen und On-site- sowie SEO-Optimierungen durch Customer Journey Analysen voranzutreiben.

Welche Projekte werden Sie in dieser Funktion als Erstes in Angriff nehmen?
Höfferl: Wir verstärken den Digital Fokus und die Beratung auf allen unseren Kunden. Vor allem im Zusammenspiel mit der Hirschengruppe und den 850 weiteren Mitarbeitern bieten wir hier ein einzigartiges Angebot am österreichischen Markt.
 
Und welche Kunden betreuen Sie?
Höfferl: Alle Kunden der Agentur. Im Moment Projekte für die AMA, IP, Stift Klosterneuburg, Semperit, Südpark, ein übergreifendes Projekt mit Deutschland und eigentlich sehr viel New Business und kurzfristige Projektarbeit wird immer mehr.
 
Die Digitalisierung in und von Unternehmen wurde aufgrund der weltweiten Corona-Krise vorangetrieben. Welche positiven Veränderungen haben Sie im Zuge, dessen in den vergangenen Monaten beobachten können?
Höfferl: Wir beobachten eine sich deutlich verändernde Kundenbeziehung. Die Corona-Krise hat zu einer Zwangsdigitalisierung geführt. Die Abstimmungsprozesse sind durch die digitale Nähe und die Ortsunabhängigkeit des Arbeitens schneller und die Zusammenarbeit noch enger geworden. Kundentermine in digitaler Form sind mittlerweile keine Seltenheit, sondern werden sukzessive zur gelebten Routine. Natürlich hat die Corona-Krise auch dazu geführt, dass Events und Kampagnen abgesagt oder angepasst werden mussten, aber gerade durch die digitalen Möglichkeiten, die nun einmal mehr zum Vorschein kommen, können gute Lösungen angeboten werden. Eine Anzeigenschaltung auf Social ist mit einem Mausklick wieder offline, ganz im Gegensatz zu einer breit gestreuten Printanzeige. So konnten wir zum Beispiel, als es neue Verordnungen gab, bei der Kulinariklandkarte unseres Kunden innerhalb von nur weniger Tagen einem Lieferhinweis und eine Filterfunktion implementieren.
 
Und gibt es Nachteile an der zunehmenden Digitalisierung in Zeiten einer Pandemie?
Höfferl: Durchaus hat ein physisches Meeting seinen ganz klaren Nutzen und ist auch eine soziale Notwendigkeit, die man über Kommunikationskanäle nicht so leicht abwickeln kann. Insbesondere während des Kreationsprozesses ist das gemeinsame Brainstorming sehr wichtig. Zwar gibt es hierzu die passenden Tools, aber 100 Prozent ersetzen können sie solches nicht.
 
Und inwiefern beeinflusst die Corona-Krise die heimische Kreativszene?
Höfferl: Digitale Kreationen, Maßnahmen und Kampagnen sind nicht mehr nur ein „nice to have“ oder ein „Add-on“. Im Gegenteil, hier sehen wir eine klare Schwerpunktverlagerung. Projekte werden nun verstärkt auf das Medium „Online“ auslegt und auf deren Wirkung auf Webseiten und als Social Ads geprüft. Wir orten außerdem viel Verunsicherung in der Branche, fühlen uns allerdings sehr gut in der Gruppe aufgehoben und können sowohl das Jahresergebnis in Wien und in der Gruppe positiv abschließen. Das ist ein großer Erfolg. 2021 ist aber noch ein wenig eine Glaskugel. Das kann ein Goldrausch werden, weil nach einer schrumpfenden Wirtschaft sicher ein deutliches Plus folgt.


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