Digital T-Breakfast 24.02.2021, 10:30 Uhr

Florian Gschwandtner, Founder: „Ein ‚Nein‘ kann auch motivieren.“

Auf Einladung von Maria Zesch, CCO Business & Digitalization Magenta und Andreas Bierwirth, CEO Magenta hielt runtastic-Gründer Florian Gschwendtner im Rahmen des „Digital T-Breakfast“ eine Keynote zur digitalen Transformation.
Florian Gschwandtner: „Als wir 2009 mit Runtastic begonnen haben, war die österreichische Start-up-Szene nahezu bei null, heute ist die wirklich vorzeigbar. Österreichs Entrepreneure müssen lediglich beginnen größer zu denken als nur im deutschsprachigen Raum.“
(Quelle: Werner Harrer)
Bei der von Magenta organisierten virtuellen Veranstaltungsreihe „Digital T-Breakfast“ drehte sich am 23. Februar alles um die Digitale Transformation, die durch die Covid-19-Pandemie weltweit beschleunigt wurde. Gemeinsam mit Florian Gschwandtner, Gründer von runtastic, tractive und Leaders21, sowie Investor für zahlreiche digitale Unternehmen, diskutieren Andreas Bierwirth, CEO Magenta Telekom, und die Maria Zesch, CCO Business & Digitalization bei Magenta Telekom, über die Chancen aber auch Herausforderungen, die die digitale Transformation mit sich bringt.

Corona-Pandemie als "Digitalisierungs-Trigger"

Der runtastic-Gründer Florian Gschwandtner erzählte in seiner Keynote unter anderem von den Anfängen der Sport-Tracking-App und wie sie in den ersten drei Jahren ohne Marketingbudget trotzdem organisch durch Downloads wachsen konnten. Seiner Meinung nach ist die Corona-Pandemie eine Art „Digitalisierungs-Trigger“, doch schon vor der Krise war die digitale Transformation bereits präsent. Der Paradigmenwechsel sei beispielsweise schon beim Bestellen eines Taxis sichtbar: Rief man früher mit einem Telefon in einer Taxi-Zentrale an und wartete anschließend eine unbestimmte Zeit lang vor der Haustüre, so greift man jetzt zum Smartphone, öffnet eine App und kann den Driver sekündlich tracken, um zu sehen, wann man bereitstehen soll. Weitere Beispiele sind Streaming versus LPs, Bargeld versus Kryptowährungen oder die Vereinfachung von Arbeitsschritten in Unternehmen wie zum Beispiel Callcenter, die nach und nach durch Künstliche Intelligenz (KI) abgelöst werden und keine Manpower mehr benötigen. Oder auch
Prototypen, die man direkt aus einem 3D-Drucker greifbar machen kann und mit denen man nicht monatelang (eventuell über Dritte) experimentieren muss. Gschwandtner merkte ebenfalls an, dass er durch eine Fitness-Tracking-App schon vor dem positiven Testergebnis im Jänner diesen Jahres von seiner Covid-19-Erkrankung erfuhr, da bestimmte Werte in der App deutlich erhöht waren. Auch E-Commerce – so Geschwandtner – erfahr durch die Pandemie starken Aufwind und könne für manche Unternehmen sogar die Rettung in der Krise sein, um so an Umsätze zu gelangen. Die digitale Transformation kann also Zeit sparen, Geschäftsmodelle verbessern, interne Prozesse beschleunigen sowie auch Ressourcen einsparen.

Vom intelligenten Müll bis zur Obdachlosen-Spende-App

Gastgeberin Maria Zesch führte weitere Beispiele für erfolgreiche digitale Transformationen an: begonnen bei Internet of Things (IoT) wie Rasenmäher in Form von Robotern, Alexa, Co2-Gehaltsmessungen in der Luft an Schulen, Erleichterungen im medizinischen Bereich oder auch „intelligenter Müll“: Mülltonnen sind mit der Müllabfuhr vernetzt und diese melden dann über ein Programm, wann die Tonnen voll und somit geleert werden müssen. Ein weiteres – zugegeben etwas absurdes Beispiel – kommt aus China: dort ist es mittlerweile möglich, dass Obdachlose einen QR-Code bei der Hand haben, über den Passanten Geld spenden können. Das Argument „Sorry, kein Bargeld“ ist somit hinfällig. Zuletzt führte Gschwandtner noch ein Beispiel aus seinem Investorendasein an: tractive ist eine App, mit der Haustierbesitzer ihre Hunde und Katzen tracken können, um immer zu wissen, wo sich die Lieblingsfellschnauze aufhält. Gemeinsam mit Magenta schaffte es die österreichische App sich innerhalb kürzester Zeit als Weltmarktführer zu positionieren.

„Daten sind das neue Öl“

Was all diese Automatisierungen bzw. technischen Möglichkeiten gemeinsam haben, sind Daten. Daten, die quasi als „Nebenprodukt“ generiert werden. Doch jene Daten können wiederum Grundlage für ein neues Geschäftsmodell sein. Kommen wir zurück zu „runtastic“: mittels der App wurden unzählige Daten generiert – abgesehen von personenbezogenen Daten (die für Zielgruppenanalysen das A und O sind), auch Informationen über Schuhgrößen oder Lieblingsfarben für Sportschuhe. Und genau diese Daten liefern in diesem Fall der Supply Chain sehr spannende und vor allem relevante Informationen. Die Kunst – so Geschwandtner – sei es, die gewonnen Daten richtig zu interpretieren und weiterzuverarbeiten.



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