Deloitte Millennial Survey 2020 29.06.2020, 12:30 Uhr

Millennials suchen Sicherheit im Job – nur wenige gewappnet für Digitalisierung

Die aktuelle Deloitte Millennial Survey zeigt, dass Österreichs Millennials über ein hohes Stresslevel verfügen und Zukunftssorgen haben. Sicherheit suchen sie vor allem im Job, für die Digitalisierung der Arbeitswelt fühlen sich jedoch nur 22 Prozent bereit.
Durch die Coronavirus-Pandemie werden diese Sorgen noch verstärkt. Sicherheit suchen viele in einem beständigen Job – wobei sich nur wenige Befragte gut gewappnet für die Digitalisierung fühlen.
(Quelle: Pexels )
Viel Stress und das Bedürfnis nach Sicherheit: So fasst der aktuelle Millennial Survey des Beratungsunternehmens Deloitte die Einstellung einer ganzen Generation gegenüber der Zukunft zusammen. Demnach sorgen sich die österreichischen Millennials vor allem um die Umwelt, das Wohlergehen ihrer Familie und die eigene finanzielle Sicherheit. Durch die Coronavirus-Pandemie werden diese Sorgen laut Experten noch verstärkt. Sicherheit suchen viele in einem beständigen Job – wobei sich nur wenige Befragte gut gewappnet für die Digitalisierung fühlen.

Steigendes Stresslevel drückt die Stimmung

Heimische Millennials neigen im internationalen Vergleich besonders zu Pessimismus. Laut Umfrage sind 49 Prozent der jungen Österreicher der Ansicht, dass sie im Vergleich zur vorherigen Generation tendenziell unglücklicher sind. Ein Grund dafür ist der zunehmend hektische Alltag: Fast die Hälfte der Studienteilnehmer geben an, sehr oft unter Stress zu leiden. Das Wohlergehen der Familie sowie die zukünftige finanzielle Sicherheit sind die häufigsten Auslöser für Stress. Dennoch hat sich mit 16 Prozent nur ein kleiner Teil der österreichischen Millennials in den letzten zwölf Monaten Urlaub genommen. Zum Vergleich: Im globalen Schnitt haben sich immerhin 29 Prozent eine bewusste Auszeit gegönnt. „Mentale Gesundheit ist auch im beruflichen Kontext ein wichtiges Thema. Das hat sich vor dem Hintergrund der Corona-Krise einmal mehr gezeigt: Home Office, Social Distancing und die Angst vor Ansteckung ist auch an den jungen Menschen nicht spurlos vorbeigegangen. Die Unternehmen müssen darauf verstärkt reagieren und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dieser herausfordernden Situation bestmöglich mit entsprechenden Maßnahmen unterstützen – auch nach dem Lockdown“, ergänzt Elisa Aichinger, Director bei Deloitte Österreich.

Starkes Bedürfnis nach Sicherheit im Job

Mit dem steigenden Stresslevel wächst das Bedürfnis nach Sicherheit in allen Lebensbereichen – auch am Arbeitsplatz. Laut Studie fühlten sich drei Viertel der jungen Österreicher Anfang des Jahres noch relativ bis sehr sicher im Job. Mit 41 Prozent wollte außerdem der Großteil der Millennials die nächsten fünf Jahre beim aktuellen Arbeitgeber bleiben. Die Corona-Pandemie hat diese Jobsicherheit nun stark erschüttert. „Das Sicherheitsbedürfnis hat sich durch COVID-19 definitiv verstärkt. Schließlich hatte die Pandemie drastische Auswirkungen auf die Karrieren vieler junger Arbeitnehmer. Laut Umfrage hat über die Hälfte der erwerbstätigen Befragten weltweit durch die Pandemie den Arbeitsplatz verloren oder vorübergehend unbezahlten Urlaub genommen. Auch hierzulande müssen viele bis heute um ihren Job bangen“, so Elisa Aichinger.

Unzureichende Qualifizierung für fortschreitende Digitalisierung

Durch die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt kommen neue Fähigkeiten und Arbeitsweisen auf die Millennials und die Generation Z zu – COVID-19 verstärkt diesen Digitalisierungsschub noch. In Österreich sind aber 46 Prozent der berufstätigen Befragten der Ansicht, dass sie nur teilweise über die benötigten Kompetenzen für die Digitalisierung verfügen. Lediglich 22 Prozent sind davon überzeugt, alle passenden Qualifikationen für die digitalisierte Arbeitswelt mitzubringen. „Die österreichischen Millennials scheinen die Auswirkungen der Digitalisierung trotz allem noch zu unterschätzen: Ganze 43 Prozent gehen nicht davon aus, dass die fortschreitende Digitalisierung sich auf ihre Jobs auswirken wird. Dabei hat gerade die aktuelle Ausnahmesituation gezeigt: Digitale Skills werden für die Zukunft immer wichtiger“, betont Anna Nowshad, Director bei Deloitte Österreich. Im globalen Durchschnitt glauben hingegen nur 28 Prozent, dass die Industry 4.0 spurlos an ihnen vorübergehen wird.
Hier geht's zur aktuellen Deloitte Millennial Survey.


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