DMEXCO 2022 30.09.2022, 08:00 Uhr

Csaba Szabo, IAS: „Kommunikation über Nachhaltigkeit ist negativ belastet.“

Im Rahmen der DMEXCO 2022 plauderte Csaba Szabo, Managing Director, EMEA von IAS (Integral Ad Science) unter der Moderation von Emily Whigham über das Thema „Sustainability in Digital Advertising“.
Emily Whigham (Moderatorin) und Csaba Szabo (Managing Director, EMEA von IAS)
(Quelle: Wenigwieser/Lubei)
Csaba Szabo arbeitet bereits seit über 15 Jahren in der Branche und beschäftigt sich schon seit seiner Studienzeit mit Nachhaltigkeit. 2022 kam er als Managing Director, EMEA zu IAS, einem weltweit tätigen Technologieanbieter für die Messung, Analyse und Optimierung von digitaler Werbung. Szabo weist direkt zu Beginn auf das eigentlich größte Problem hin. Die gesamte Konversation rund um Nachhaltigkeit und Umwelt sei negativ belastet. Es sei schwer, Engagement von der Öffentlichkeit und den Konsumenten durch Angst zu erwirken. Deshalb müsse das Thema in Zukunft viel positiver angesprochen werden und vor allem müsse man sich auf Lösungen fokussieren. Daten und Fakten müssen in die Konversation integriert werden, um transparent zu sein und damit Vertrauen aufzubauen.
Laut Csaba Szabo benötigt die sich schnell entwickelnde Industrie Regulierung und Druck, sowohl von innen als auch von außen. Kräfte, die diese Entwicklung vorantreiben seien unter anderem private sowie institutionelle Investoren, Partner, Angestellte und Konsumenten. Besonders Letztere zwingen Unternehmen durch ihre Interessen, die Themen rund um Nachhaltigkeit und Klimawandel in ihre Mission zu integrieren.

Das Problem mit Green Washing

Eine Studie von IAS, die kürzlich im britischen und deutschen Raum durchgeführt wurde, zeigt, dass 94% der Befragten der Meinung sind, dass „Brands“ eine aktive Rolle einnehmen müssen. Außerdem sollten sich an der positiven Entwicklung in Bezug auf Nachhaltigkeit und Klimawandel beteiligen.
Ohne Frage ist Green Washing ein großes Problem, in das noch immer viel zu viel Geld investiert wird, so Csaba Szabo. Eine einfache Möglichkeit, um die Nachhaltigkeit von Content im generellen und Werbung im speziellen zu verbessern sei es, darauf zu achten, dass dies im richtigen kontextuellen Umfeld platziert wird. Erwähnt wurde außerdem die Vielzahl an Unternehmen, die die Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel sehr ernst nehmen würden, ihr Fokus liege jedoch vor allem bei der Produktion und Verpackung. Dabei sei ihnen nicht klar, dass eine einfache Marketingkampagne beispielsweise einen CO2-Ausstoß von etwa fünf Tonnen hat, also in etwa so viel wie ein Durchschnittshaushalt innerhalb von sechs Monaten verbraucht.
Trotz allem blickt Csaba Szabo zuversichtlich in die Zukunft und prognostiziert eine positive Entwicklung beim Thema Nachhaltigkeit in der Branche.
Internet World Austria berichtet in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Marketing und Kommunikation der FH St. Pölten von der DMEXCO. Dieser Artikel wurde von Jan Wenigwieser und Sabrina Lubei verfasst.



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