Romina Knaus, Generali 23.11.2022, 08:00 Uhr

„Marke auf globaler Ebene unterstützen, aber lokalen Touch nicht verlieren.“

Romina Knaus ist Digital Media Managerin bei Generali Österreich und ist seit Juni für die digitale Kommunikation im Bereich Paid Media verantwortlich. Im Interview gibt sie einen Einblick in das Unternehmen und den hohen Stellenwert von Corporate Social Responsibility.
Romina Knaus, Digital Media Managerin bei Generali
(Quelle: Generali)
Die Generali ist ein weltweit tätiges Unternehmen und hat Kunden auf nationaler und internationaler Ebene. Was sind die Differenzen zwischen nationalen und internationalen Kampagnen? 
Romina Knaus: Die Generali hat den Hauptsitz in Italien und ist in fünfzig Ländern vertreten. Unser Kernbusiness in Österreich beschränkt sich auf den nationalen Markt. In den vergangenen Jahren wurde daran gearbeitet die gemeinsame globale Kommunikation zu stärken. Die Herausforderungen liegen in den unterschiedlichen Bedürfnissen der Märkte. Nicht nur Sprachen funktionieren in den verschiedenen Märkten auf unterschiedliche Arten, auch kulturelle Merkmale und Gegebenheiten sind zu beachten. Der Lead der Kommunikationsstrategie und Konzeption liegt bei der Generali Group. Für die Anpassung an die lokalen Gegebenheiten sind wir verantwortlich. Es ist wichtig die Marke bestmöglich auf globaler Ebene zu unterstützen und dabei den lokalen und persönlichen Touch nicht zu verlieren. Im Wandel der Zeit ist es wichtig, dass die Werte der Brand Bestand haben und dennoch zeitgemäß sind.
Generali schreibt sich ein hohes Maß an Corporate Social Responsibilty zu, inwiefern wird diese umgesetzt? 
Knaus: Themen wie Nachhaltigkeit, Diversität, Fairness oder Inklusion stehen im Fokus unserer Unternehmenskultur, Strategie und Kommunikation. Im Bereich soziales Engagement hat die Generali die Initiative The Human Safety Net ins Leben gerufen. In 24 Ländern engagieren sich Generali MitarbeiterInnen für bessere Zukunftschancen und höhere Lebensqualität für Menschen, die es nicht so leicht im Leben haben. In Österreich wurde im Zuge dessen gemeinsam mit Big Brothers Big Sisters das einzigartige Family Mentoring Programm FAME entwickelt. Initiativen wie Diversity Exchange dienen dem generationsübergreifenden internen Austausch, eigene Programme stärken Frauen im Management und die We, Proud Community treibt kulturellen Wandel im Unternehmen voran. Dies sind nur einige Beispiele des umfassenden Angebots für MitarbeiterInnen.
Im Versicherungs- und Bankensektor ist die Führungsebene von einem gewissen Rollenbild geprägt, wie stehen Sie dazu? 
Knaus: Im mittleren Management der Generali haben schon zahlreiche Frauen Führungspositionen inne, jedoch gibt es Bereiche in denen tendenziell mehr Frauen oder Männer arbeiten. Zwei beeindruckende Initiativen möchte ich besonders erwähnten. Das eine ist das „Frauen Netzwerktreffen“. Dabei werden erfolgreiche Frauen für einen Talk eingeladen, der uns inspirieren soll - sowohl für den privaten als auch den beruflichen Alltag. Die zweite Initiative nennt sich das „Löwinnen-Programm“, abgeleitet vom Generali Löwen. Hier geht es darum, dass unsere Kolleginnen vor den Vorhang treten und verschiedene Workshops machen. Dies dient ebenfalls ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung, Inspiration sowie zur Optimierung ihres Führungsstils. Alle diese Aspekte tragen dazu bei, dass ich mich bei der Generali sehr wohlfühle und positiv in die Zukunft blicken kann. Es ist auch klar, dass ein Unternehmen, das es mehr als 190 Jahre gibt, Veränderungen nicht von heute auf morgen entstehen. Wir befinden uns in einem stetigen Entwicklungsprozess.
Welche Maßnahmen setzten Sie bzw. Generali konkret, um Nachhaltigkeit zu fördern? 
Knaus: Nachhaltigkeit ist ein essenzielles Thema, aber auch ein Buzzword, mit dem sich immer noch viele Brands schmücken bzw. das Thema auf eine falsche Art und Weise kommunizieren. Statt Greenwashing zu betreiben, gibt es in der Generali viele Initiativen, um nachhaltig, sowie wirtschaftlich klimafreundlich zu handeln. Zum einen achtet die Generali bei Versicherungsprodukten und Investitionen für ihre KundInnen auf Nachhaltigkeit. Zum anderen senkt das Umweltmanagementsystem des Konzerns den Verbrauch von Energie, Papier, Wasser sowie Abfall und reduziert so Treibhausgasemissionen. Ziel ist die Klimaneutralität bis 2040. Ein Umdenken und die Unterstützung aller MitarbeiterInnen ist essenziell, um diese Werte zu leben und unsere Ziele zu erreichen. Unsere Initiativen müssen noch weiter greifen, denn ein Wandel geschieht nicht von heute auf morgen.
Internet World Austria berichtete in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Marketing und Kommunikation der FH St. Pölten von der DMEXCO. Dieses Interview wurde im Zuge der Kooperation von Abdul Demir und Hanna Strohmayer geführt.



Das könnte Sie auch interessieren