Umfrage zur EU-DSGVO
15.01.2019, 08:00 Uhr

Deloitte zieht Fazit nach einem halben Jahr DSGVO

Das Ergebnis zur Umfrage über die EU-DSGVO wurde von Deloitte Österreich veröffentlicht. Im Dezember 2018 wurden 212 Unternehmensvertreter online zum Thema DSGVO befragt –rund die Hälfte davon waren Großunternehmer.
Die Bestandaufnahme von Deloitte zeigt, dass nach einem halben Jahr EU-DSGVO, fast alle Unternehmen größtenteils abgeschlossen haben. Die rechtliche Auslegung und die gesetzlichen Löschfristen sind am schwierigsten umzusetzen.
(Quelle: Deloitte Österreich)
Bereits vor einem Jahr hat der österreichische Ableger der Unternehmensberatung Deloitte eine Umfrage zur Vorbereitung der bevorstehenden DSGVO durchgeführt. Das damalige Ergebnis zeigte große Defizite auf, diese machen sich ein Jahr später kaum bemerkbar. Die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung ist bei den meisten Unternehmen weit fortgeschritten. Abgeschlossen haben die Anforderungen ein Viertel der Befragten. Besonders schwer fällt die Umsetzung den Kleinunternehmen.
Aus der Online-Survey geht deutlich hervor, dass vor allem die rechtliche Auslegung, sowie die Umsetzung von Löschfristen eine besondere Herausforderung für die Unternehmen darstellen. Die Einführung einer Datenschutzorganisation und neuer Prozesse war für die Meisten einfach.
Das Thema Datenschutz-Grundverordnung wird bei 86 Prozent auf Managementebene behandelt, 21 Prozent der Befragten haben sogar ein Software-Tool entwickelt, welches die Durchführung erleichtert. Der Großteil empfindet ein unterstützendes Tool als nicht zwingend. Nach wie vor gibt es von der Kundenseite nur wenig Anfragen bezüglich der Löschung von Daten, wobei die Tendenz leicht steigt. Mehr als ein Drittel der Unternehmen hat noch keine Anfragen zur Löschung von Kundendaten erhalten.
„Die Mehrheit der österreichischen Unternehmen hat sich nach anfänglicher Aufregung mit der EU-DSGVO arrangiert. Die Umsetzung ist bereits fortgeschritten, jetzt stehen vor allem Prävention und entsprechende Schulungen auf der Agenda. Gerade KMU sehen sich allerdings noch immer mit Herausforderungen konfrontiert.“, sagt Andreas Niederbacher, Datenschutzexperte bei Deloitte.
63 Prozent besetzten den Datenschutzbeauftragten intern und 10 Prozent schrieben eine Stelle für Externe aus. Ein Drittel jedoch beschäftigt noch keinen gesetzlich vorgeschriebenen Beauftragten. Mehr als die Hälfte der Befragten hat, um sich juristisch abzusichern, eine externe Fachberatung zugezogen.
Interessant sind auch die beliebtesten Themen für das Jahr 2019. So möchte die Hälfte ihre Löschkonzepte verbessern und mehr als ein Drittel plant die Awareness-Maßnahmen zum Thema Datenschutz zu verstärken. Evaluierungen der Verzeichnisse von Verarbeitungstätigkeiten sowie gezielte Mitarbeiter-Schulungen zählen ebenfalls zu den wichtigsten Topics im neuen Jahr.
Hier können Sie den Bericht von Deloitte Österreich kostenlos herunterladen.


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