Fünfprozentige Digitalteuer 05.02.2020, 09:00 Uhr

Online-Vermarkterkreis im iab austria äußert sich zur Google-Preiserhöhung

Der Online-Vermarkterkreis im interactive advertising bureau austria begrüßt die Digitalsteuer als ersten Schritt zu mehr Wettbewerbsgerechtigkeit mit den US-Digitalgiganten. Ziel muss eine einheitliche Lösung auf EU- und OECD-Ebene sein.
Eugen Schmidt (AboutMedia), Leiter des Online-Vermarkterkreises: "Österreich geht mit gutem Beispiel voran! Die rot-weiß-rote Digitalsteuer kann jedoch nur einen Zwischenschritt am Weg zu einer Lösung auf EU- und in weiterer Folge auf OECD-Ebene darstellen."
(Quelle: AboutMedia)
Seit 1. Jänner 2020 wird das global aktive Unternehmen Google durch die neue fünfprozentige Digitalteuer finanziell in die Verantwortung genommen. Allerdings in einem deutlich geringeren Rahmen als österreichische und europäische Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen, Wertschöpfung leisten und zur journalistischen Vielfalt beitragen. Der Online-Vermarkterkreis (OVK) im interactive advertising bureau austria (iab austria) begrüßt die Digitalsteuer als ersten Schritt zu mehr Wettbewerbsgerechtigkeit mit den US-Digitalgiganten. Sie ist die wesentlich bessere Option als eine ebenfalls diskutierte Ausweitung der Werbeabgabe auf Digitalmedien. Sie hätte alle österreichischen Publisher getroffen und somit keinen Steuerungseffekt erzielt.
"Österreich geht mit gutem Beispiel voran! Die rot-weiß-rote Digitalsteuer kann jedoch nur einen Zwischenschritt am Weg zu einer Lösung auf EU- und in weiterer Folge auf OECD-Ebene darstellen. Die Digitalsteuer mit ihren hohen Umsatzgrenzen ist eine sinnvolle Lösung mit Augenmaß, die den heimischen Markt nicht benachteiligt", so Eugen Schmidt (AboutMedia), Leiter des Online-Vermarkterkreises.
Google wird die fünfprozentige Digitalsteuer laut dem OVK an seine Kunden weitergeben, wodurch Werbung bei Google teurer wird. Die Weitergabe der neuen Steuer an die Auftraggeber kommt für den OVK nicht überraschend und hat einen positiven Lenkungseffekt. Auch die geplante CO2-Abgabe für Flugreisen wird beispielsweise die Ticketpreise für Konsumenten verteuern und soll das Reiseverhalten umweltfreundlicher machen. "Google, Facebook, Amazon und Co. arbeiten nach wie vor zu wesentlich günstigeren Kosten als heimische Publisher und verzerren den Wettbewerb. Erst eine digitale Betriebsstätte würde eine steuerliche Annäherung bringen. Dann würden sich auch die Preise der US-Digitalgiganten an jene der österreichischen Publisher angleichen", erklärt Schmidt.
Beim Online-Vermarkterkreis geht man davon aus, dass auch andere Player wie Amazon oder Facebook die Digitalsteuer an ihre Kunden weitergeben werden. "Es wäre wünschenswert, wenn die marginale Preissteigerung Auftraggeber für die hohe Qualität der heimischen Angebote sensibilisiert und zu einem Umdenkprozess am Markt führt. Auch kleine Werbetreibende profitieren von den qualitätsvollen Angeboten österreichsicher Publisher und sind nicht auf den Monopolisten Google angewiesen, um erfolgreich zu werben", so Schmidt abschließend.


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