iab austria im Interview
16.10.2019, 11:00 Uhr

"Der iab-Präsident ist ein Krieger von vielen im gesamten Vorstand."

Die zweijährige Amtsperiode des iab-austria-Präsidenten André Eckert und der iab-austria-Vizepräsidentin Alexandra Vetrovsky-Brychta neigt sich dem Ende zu. Im Interview ziehen die beiden Bilanz aus zwei Jahren iab-Präsidium und werfen einen Blick in die Zukunft.
Die Vorstandswahl des iab austria steht bevor und die zweijährige Amtsperiode des iab-austria-Präsidenten André Eckert und der iab-austria-Vizepräsidentin Alexandra Vetrovsky-Brychta neigt sich dem Ende zu: "Danke, danke an ein tolles Vorstandsteam, danke an den Geschäftsführer und sein Team und danke an die Arbeitsgruppen und für den unermüdlichen Einsatz für die Branche. Das exzellente Teamwork war die Basis für alles, was wir gemeinsam und sehr erfolgreich erreicht haben."
(Quelle: iab austria/Katharian Schiffl )
Wenn Sie die vergangenen zwei Jahre aus iab-Sicht Revue passieren lassen: Was haben Sie in Ihrer Funktion als Präsident und Vizepräsidentin gemeinsam mit dem iab austria erreicht beziehungsweise umgesetzt?
André Eckert: Ich möchte zuerst einmal Danke sagen: Danke an ein tolles Vorstandsteam für den unermüdlichen Einsatz für die Branche. Das exzellente Teamwork war die Basis für alles, was wir gemeinsam und sehr erfolgreich erreicht haben. Die vielleicht wichtigsten Erfolge der vergangenen beiden Jahre sind der historische Einreichrekord beim diesjährigen iab webAD und eine ausverkaufte Awardshow – das ist Anerkennung direkt von den Mitgliedern! Und unser neues, einheitliches Gütesiegel für unser Ausbildungsprogramm im DACH-Raum. Gemeinsam mit unserer Vizepräsidentin ist es uns gelungen, das iab austria zum Themenführer in Sachen Digitalwirtschaft zu machen.
Alexandra Vetrovsky-Brychta: Ja, diesem Danke kann ich nur folgen und möchte dabei auch unseren Geschäftsführer und sein Team nicht außen vor lassen. Auch sie haben Unglaubliches geleistet, sowie auch unsere Arbeitsgruppen. Eine davon, die Arbeitsgruppe Public Affairs, durfte ich leiten und wir hatten die vergangenen beiden Jahre alle Hände voll zu tun. Gleich zweimal haben wir es erfolgreich geschafft, die Onlinewerbeabgabe für heimische Player zu verhindern, wir waren in zahlreiche Expertengruppen eingebunden, um Input zu Themen, wie der nationalen Umsetzung der EU-DSGVO zu liefern und kämpften unermüdlich für eine transparentere und anwenderfreundlichere ePrivacy-Verordnung. Es ist uns auch gelungen, auf unseren Events mit namhaften Digitalisierungsvertretern aus der Regierung, wie die damals amtierende Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck oder Finanzminister Hartwig Löger, in Dialog zu treten.
Die Digitalbranche befindet sich in einem rasanten Wandel: Welche Projekte muss das iab austria als Interessenvertretung der Digitalwirtschaft in Angriff nehmen, um den Erfolg der vergangenen beiden Jahre fortzuführen?
André Eckert: Wir müssen uns weiterhin für Steuer- und Wettbewerbsfairness einsetzen. Die heimische Digitalwirtschaft muss noch mehr gestärkt werden, um Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Journalismus zu ermöglichen. Der Druck auf heimische Medien wird immer größer. Es braucht zumindest Chancengleichheit, um den Digitalstandort langfristig zu erhalten. Wir wollen keine Bevorzugung aber faire Bedingungen für alle.
Alexandra Vetrovsky-Brychta: Ich kann mich dem nur voll und ganz anschließen! Die wahrnehmbare Positionierung des iab austria als Themenführer der Digitalwirtschaft muss weiter verfolgt werden. Wir müssen uns weiterhin für einen florierenden Digitalstandort Österreich, bei den Kernthemen Ausbildung, Networking und Interessenvertretung einsetzen. Gerade in diesem Bereich kommt noch einiges auf uns zu; siehe das aktuelle Thema mit dem EuGH-Cookie-Urteil. Für mich ist es ein zentrales Thema, den Fokus wieder auf Kernthemen wie Studien und Standards zu legen. Wenn man sehr kritisch auf die letzten zwei Jahre blickt, sind diese Themen etwas zu kurz gekommen und ich möchte sie gerne forcieren.
Gibt es Vorhaben aus der zweijährigen Amtsperiode, die noch nicht umgesetzt wurden?
André Eckert: Natürlich gibt es bei einem extrem ambitionierten Programm immer Vorhaben, die man nicht schafft – auch wenn man es sich noch so sehr vornimmt. Aber Alexandra und ich haben mit dem Vorstandsteam unser Bestes gegeben, dass die Liste der unerledigten Aufgaben sehr kurz ist.
Alexandra Vetrovsky-Brychta: Die Bucket List eines Vorstandes ist sehr lang! Im Bereich Start-ups hatten wir sehr große Ambitionen. Es ist uns zwar gelungen, viele Start-ups als neue Mitglieder zu gewinnen aber die echte, große Offensive für die „Start-up-Weltherrschaft“, die wir geplant hatten, fiel nicht ganz so mächtig aus. Das ist eines meiner großen Vorhaben für die nächste Periode. Genauso wie das Thema Studien neu zu denken – auch da könnten wir wieder aktiver werden.
Herr Eckert, wie lautet Ihre persönliche Bilanz nach zwei Jahren iab-austria-Präsidentschaft?
André Eckert: Stolz und intensive, professionelle, themenorientierte Zusammenarbeit. Nicht nur innerhalb des Vorstandes oder mit der Geschäftsführung, auch mit anderen wichtigen Kommunikations- und Branchenverbänden in Österreich und unseren Schwesterverbänden im DACH-Raum. Ich bin stolz darauf, das iab austria dafür geöffnet zu haben und gemeinsam, Schulter an Schulter, für die Interessen unserer Mitglieder eingetreten zu sein.
Frau Vetrovsky-Brychta, in den vergangenen zwei Jahren fungierten Sie als Vizepräsidentin des iab austria, nun kandidieren Sie für das Amt der Präsidentin: Wie lauten Ihre konkreten Beweggründe, sich für das Amt der iab-austria-Präsidentin zu bewerben?
Alexandra Vetrovsky-Brychta: Ich hatte die Ehre und Freude, mit André gemeinsam das Präsidium des iab austria zu formen. Diese Zusammenarbeit hat super funktioniert und war von gegenseitigem Respekt getragen – daher war sie von Erfolg gekrönt. Nicht zuletzt auch durch den herausragenden Einsatz unseres Vorstandes. Das zeigt sich auch in über 60 neuen Mitgliedern, die wir für das iab austria begeistern konnten. Erst kürzlich haben wir mit der österreichischen CTS-EVENTIM-Tochter oeticket die magische Grenze von 200 Mitgliedern überschritten. Nur gemeinsam waren diese Leistungen zu schaffen. Genau daran möchte ich anknüpfen und auf diesen Erfolgen aufbauen. Seine Grundsteine durfte ich gemeinsam mit vielen anderen mitlegen. Es gibt noch viele weitere Herausforderungen für unsere Branche: ePrivacy-Verordnung, EU-DSGVO-Evaluierung oder laufende Urteilssprüche. Aber auch der stetige Kampf für ein Level-Playing-Field verlangen nach einer starken, gemeinsamen Stimme gegenüber Politik, Regulierung und europäischen Institutionen, damit Österreich weiterhin eine attraktive und gesunde Digitalwirtschaft hat. Mein Motto daher: one iab austria für one digital austria!
Wieso bedarf es – aus Ihrer Sicht – alle zwei Jahre eines Vorstandswechsels?
André Eckert: Unsere Branche ist sehr schnelllebig. Es ist wichtig, ständig am Puls der Zeit zu sein und immer neuen Input von den besten Köpfen rein zu holen. Dies soll durch eine Periode von zwei Jahren gewährleistet werden.
Alexandra Vetrovsky-Brychta: Selbstreflexion und Change – erfolgreiche Unternehmen etablieren Changemanagement, damit sie nicht stehen bleiben und ihren Markt oder ihre Kunden weiterhin im Fokus haben. Für uns ist eine zweijährige Vorstandskandidatur das natürliche Changemanagement. Unsere oberste Priorität lautet, die Interessen unserer Mitglieder mit einem engagierten Vorstandsteam zu vertreten.
Heuer bewerben sich gleich vier Kandidaten für das Amt des iab-austria-Präsidenten: Warum ist das Amt des iab-austria-Präsidenten – Ihrer Meinung nach – so begehrt?
André Eckert: Ganz einfach: Die Digitalwirtschaft hat eine enorme Strahlkraft und Digitalisierung ist das zentrale Thema. Das schafft natürlich die Begehrlichkeit, die größte Interessenvertretung als Präsident anzuführen. Ich möchte nochmals betonen, dass der Präsident ein Krieger von vielen im gesamten Vorstand ist. Das Erfolgsgeheimnis lautet: Gemeinsam.
Alexandra Vetrovsky-Brychta: Für mich ist es genau das; eine Ehre, einen Verband wie das iab austria als Präsidentin zu repräsentieren und alles dafür zu tun, die Interessen der Mitglieder wahrzunehmen gemeinsam mit einem motivierten und leidenschaftlich begeisterten Vorstand. Ich sehe es als absolute Wertschätzung unserer Arbeit der vergangenen Jahre, dass sich gleich vier Kandidaten dafür bewerben. Mehr Lob und Anerkennung kann es eigentlich nicht geben.
Was zeichnet das iab austria im Gesamtkonzert der Kommunikations- und Interessensverbände in Österreich aus?
André Eckert: Die Leidenschaft für unsere Branche! Die Arbeit für die Digitalwirtschaft, die Zusammenarbeit mit einer starken Geschäftsführung und einem professionellen Team sowie einem Vorstand aus Top-Experten, der für die Anliegen der Mitglieder und der gesamten Branche kämpft.
Alexandra Vetrovsky-Brychta: Das unterstreiche ich und ergänze noch das Thema Digitalisierung. Das Urthema unserer Branche ist heute auch das Kernthema von Wirtschaft, Politik und Regulierung geworden. Es braucht jetzt eine starke Interessenvertretung, einen Themenführer – die perfekte Rolle für das iab austria, seine Mitglieder und seine Experten.


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