Andreas Wochenalt, Österreich Werbung 20.10.2020, 09:45 Uhr

"Influencer-Marketing wird ein wenig überbewertet – in Bedeutung und Aufwand."

Andreas Wochenalt ist Head of Innovations and Campaigns bei der Österreich Werbung. Im Interview verrät Wochenalt, wie sich die Kampagnenführung durch Covid-19 verändert hat und was er von Influencer-Marketing hält.
Andreas Wochenalt, Head of Innovations and Campaigns bei Österreich Werbung: "Ich glaube, dass es Influencer-Marketing schon immer gegeben hat. Ob ich jetzt irgendwelche Schauspieler in die Kamera sprechen lasse oder Influencer, ist letztendlich egal."
(Quelle: Österreich Werbung)
Herr Wochenalt, das zentrale Anliegen von Österreich Werbung ist die Wettbewerbsfähigkeit von Österreich auszubauen. Hat sich die Kampagnenführung aufgrund der Corona-Krise verändert?
Andreas Wochenalt: Ja total. Uns hat es natürlich sehr geholfen, dass wir unsere Arbeitsweise – hinsichtlich Teamzusammenarbeit – schon vor ein, zwei Jahren umgestellt haben. Was das Handling der Kampagnen betrifft: Dies ist nach wie vor eine große Herausforderung. Wir agieren jetzt etwas anders als früher. Das bedeutet, die Botschaften sind nicht mehr so offensiv, sondern wir gehen näher auf die Rahmenbedingungen der derzeitigen Situation ein. Besonders schwierig ist dies gerade jetzt, weil in allen Ländern unterschiedliche Rahmenbedingungen herrschen. Das alles zu konzeptionieren und zu korrelieren ist sehr mühsam.
Werden aufgrund von Covid-19 andere Märkte angestrebt oder wird nun in Österreich selbst Werbung gemacht?
Andreas Wochenalt: Nein, andere Märkte werden derzeit nicht angestrebt. Allerdings wurden die Budgets in die Märkte verschoben, in denen noch Potenzial war. Das waren die sogenannten “Nahmärkte” wie zum Beispiel Deutschland, die Niederlande, Tschechien oder Italien. Es wurde auch zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder Werbung in Österreich selbst gemacht. Normalerweise machen wir das nicht, weil wir eigentlich dafür sorgen müssen, dass die Wertschöpfung auch mit ausländischen Gästen generiert wird.
Welchen Standpunkt vertritt Österreich Werbung in Bezug auf Influencer- Marketing?
Andreas Wochenalt: Wir sind da eigentlich ziemlich früh auf den Zug aufgesprungen, denn gerade im Tourismus ist Influencer-Marketing sehr ausgeprägt. Wir haben mit diesem Thema unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Wir haben auch sehr gute Tools im Einsatz, mit denen wir Influencer Marketing umsetzen. Es hat aber keinen übergeordneten Stellenwert bei uns. Es ist einfach ein Mittel zum Zweck.
Denken Sie, dass der Influencer-Markt noch weiter ausgebaut wird? Ist Influencer-Marketing in Zukunft überhaupt noch relevant?
Andreas Wochenalt: Ich glaube, dass es Influencer-Marketing schon immer gegeben hat. Ob ich jetzt Schauspieler in die Kamera sprechen lasse oder Influencer, ist letztendlich egal. Was ich damit sagen möchte: Influencer-Marketing ist ein bisschen überbewertet in der Bedeutung und im Aufwand, den man dafür erzeugt.
Wie wird sich der österreichische Tourismusmarkt – Ihrer Meinung nach – in Zukunft entwickeln?
Andreas Wochenalt: Wir glauben, dass sich etwas in Richtung verantwortungsvollen Tourismus verändern wird. Es wird neue Produkte und neue Anbieter geben. Es wird auch ein neues Reiseverhalten geben. Hier muss man wieder beachten, dass dieses von Kulturraum, oder von Markt zu Markt unterschiedlich sein wird. Das ist allerdings eine Kompetenz der Österreich Werbung, da wir an diesen Themen immer ganz nah dran sind.
In Kooperation mit dem Studiengang Marketing und Kommunikation der Fachhochschule St. Pölten veröffentlicht Internet World Austria Interviews mit Experten aus der heimischen Marketing-, Werbe-, und Medienszene. Dieses Interview wurde im Zuge der Kooperation von Jasmin Schagerl und Sofia Seitlinger geführt. Das redaktionelle Coaching erfolgte durch die Internetworld.at- Redaktion.


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