CCA-Interview
12.11.2019, 08:00 Uhr

"Wollen der Kreativität mehr Aufmerksamkeit, Relevanz und Bedeutung geben."

Im Oktober wurde der neue Vorstand des Creativ Club Austria und Andreas Spielvogel (DDB) als Vorstandspräsident sowie Patrick Partl (Brokkoli) als Vizepräsident gewählt. Im Interview verraten die beiden, welche Ziele es in der zweijährigen Amtsperiode zu erreichen gilt.
Andreas Spielvogel, Vorstandspräsident CCA (DDB Wien): "Unsere Aktivitäten fördern den Dialog, die Auseinandersetzung, die Diskussion aber auch die Sichtbarkeit von kreativen Leistungen in der Kommunikationsbranche – insbesondere in der Werbung."
(Quelle: DDB )
Herr Spielvogel, man darf Ihnen gratulieren, denn Sie fungieren ab sofort und für die kommenden zwei Jahre als CCA-Präsident. Auf was freuen Sie sich in Zusammenhang mit Ihrer neuen Funktion besonders?
Andreas Spielvogel: Der Creativ Club Austria (CAA) ist eines der wichtigsten Lobbyinginstrumente für Kreativität in Österreich. Ich freue mich, dass ich dafür ein tolles, engagiertes Vorstandsteam gewinnen konnte, das gemeinsam mit mir den Club repräsentieren aber vor allem gestaltend in die Zukunft führen darf. In meiner Funktion werde ich für noch mehr Relevanz kämpfen, auch wenn das bedeutet, dafür manchmal den einen oder anderen radikalen Schritt zu setzen.
Und welche Ziele haben Sie sich gemeinsam mit dem neuen Vorstandsteam für die Funktionsperiode von zwei Jahren gesetzt?
Andreas Spielvogel: Gemeinsam mit Patrik Partl als Vizepräsidenten haben wir uns viel vorgenommen. Wissend, dass man nicht jedes Ziel erreichen kann, aber der Anspruch muss klar sein.
Patrik Partl, Vizepräsident CCA (Brokkoli): "Wir wollen die besten jungen Talente im Club haben – wir wollen ihnen aber auch etwas bieten."
Quelle: Brokkoli
Patrik Partl:
Es wird beispielsweise die „Digitalisierung des Clubs“ gemeinsam mit Thomas Ragger von wild in Angriff genommen und erste Schritte für das Langzeitprojekt gesetzt. Darüber hinaus möchten wir uns intensiv um mehr Frauen im Creativ Club Austria bemühen. Dieses wichtige Thema werden wir mit Doris Steiner, Melanie Pfaffstaller und Eva Oberdorfer in Kooperation mit Rita Spielvogel neu angehen. Dazu kommt unser Bekenntnis zu aktiver Nachwuchsarbeit. Wir wollen die besten jungen Talente im Club haben – wir wollen ihnen aber auch etwas bieten. Dazu arbeiten wir mit Goran Golik und Bernhard Grafl an einem Maßnahmenpaket.
Andreas Spielvogel: Schlussendlich wollen wir die Entscheidungen des Clubs auf eine breite Basis stellen und dafür eine Befragung unserer Mitglieder durchführen. Das ist ein arbeitsintensives Vorhaben, das wir mit der Unterstützung von Reinhard Schwarzinger vorantreiben wollen. Nicht zu vergessen: Aktualisierung und Optimierung von Einreichungen, Jury und Award. Hier sind Eva Oberdorfer, Georg Feichtinger und ich bereits im Gespräch.
Der vorherige CCA-Vorstand konnte einige Projekte umsetzen: Gibt es Vorhaben aus der vorhergehenden Amtsperiode, die noch nicht umgesetzt wurden?
Patrik Partl: Natürlich haben wir uns im Vorfeld mit Alexander Hofmann und Reinhard Schwarzinger zusammengesetzt und besprochen, welche Projekte derzeit noch offen sind. Dazu gehören Pläne zu neuen Kategorien im Zuge der CCA-Venus-Awards, die Awardshow aber auch die Gestaltung des Clublebens sowie die Kriteriendefinition zur Aufnahme von neuen Mitgliedern. Hier hat der „alte“ Vorstand bereits Projekte auf Schiene gebracht, die wir weiterführen aber auch weiterentwickeln werden.
Sie haben ein neues Programm geplant, das dem Club eine starke Stimme geben und in eine zeitgemäße Creative Community transformieren soll: Was kann man sich konkret darunter vorstellen?
Andreas Spielvogel: Eine Meinung zu haben und diese vertreten zu können sind wesentliche Aspekte, um in eine Diskussion gehen zu können. Deshalb haben Patrik Partl und ich im Vorfeld entschieden, im Vorstand kontinuierlich zu aktuellen Themen aus der Kommunikationsbranche zu diskutieren, dazu eine gemeinsame Meinung zu bilden und aus den Arbeitsgruppen heraus Diskussionen zu führen. Dazu kommt eine breit angelegte Mitgliederbefragung, die uns zeigen soll, welche Themen bei unseren Mitgliedern aktuell sind, welche wir aufgreifen und diskutieren und welche wir nach außen tragen sollten. Es ist wie im Journalismus: Wer nicht fragt, bekommt keine Antwort. Genauso ist es im Club: Wir haben eine Menge toller Experten aus den verschiedensten Kreativbereichen bei uns. Wir müssen sie aber fragen, um ihre Meinung zu hören – damit wir ihr medialer Verstärker im Sinne einer starken Stimme für mehr und bessere Kreativität in unserem Land sein können.
Patrik Partl: Ziel ist es auch, mit den Medien, der Branche aber auch mit anderen Clubs verstärkt in Dialog zu treten und so dem Thema Kreativität mehr Aufmerksamkeit, mehr Relevanz und mehr Bedeutung zu geben.
Wofür steht der Creativ Club Austria im Gesamtkonzert der Interessenvertretungen der Kreativbranche?
Andreas Spielvogel: Der Creativ Club Austria ist die Vertretung für Kreative. Unsere Aktivitäten fördern den Dialog, die Auseinandersetzung, die Diskussion aber auch die Sichtbarkeit von kreativen Leistungen in der Kommunikationsbranche – insbesondere in der Werbung. Zugleich ist der Club mit der CCA-Venus der härteste und begehrteste österreichische Kreativpreis, der besondere, einzigartige, außergewöhnliche Kreativität auszeichnet und ihr eine Bühne bietet.


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