Authentisch, bewegt & hybrid 17.05.2022, 11:00 Uhr

Offerista Group:  Fünf Strategie-Trends für die Zukunft des Marketings

Die Digitalisierung schreitet rasant voran und die Pandemie hat das nochmals beschleunigt. Neue Endgeräte, neue Kanäle und neue Player verändern die Spielregeln. Lineare KundInnenansprach funktioniert so nicht mehr. Doch was heißt das für die HändlerInnen?
Oliver Olschewski, Geschäftsführer der Offerista Group Austria
(Quelle: Natalie Paloma/Offerista Group Austria)
Die Entscheidungen scheinen immer komplexer zu werden. Welche Kanäle, welche Formate, welche Zielgruppen sind die Richtigen? Oliver Olschewski, CEO von Offerista Group Austria, dem Experten für Handelsmarketing, beleuchtet fünf Strategie-Trends, die HändlerInnen für sich prüfen sollten. „Es gibt kein Patentrezept, sondern vielmehr die Notwendigkeit, viele ineinander übergreifende Marketing-Strategien rasch und gut zu entwickeln und erproben und somit die sich bietenden Chancen zu nutzen“, erklärt Oliver Olschewski.

1. Das Richtige den Richtigen erzählen

Auf marktschreierisches Anpreisen, warum die Marke/das Unternehmen besser ist als die Konkurrenz – darauf haben heute sehr viele Menschen einfach keine Lust mehr. Vielmehr sollte alles in ein authentisches Storytelling eingebettet sein und den potentiellen KundInnen ein Gefühl vermitteln, für was die Marke/das Unternehmen steht und wie deren Produkte oder Dienstleistungen den Menschen in ihrem Alltag helfen oder diesen besser machen kann. So lässt sich ein Image rund um die Marke bzw. das Unternehmen aufbauen. Aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten werden Menschen heute immer wählerischer, was die Medien betrifft, die sie konsumieren. Daher gilt es die Zielgruppen genau zu kennen und zu wissen, wie sie am Markt denken, handeln, fühlen und entscheiden. Damit man/frau mit ihnen in Kommunikation treten kann. Denn nicht für jedes Unternehmen passt jeder Social Media-Kanal.

2. Bewegt-Bild und interaktiver Content auf dem Vormarsch

YouTube, TikTok & Co haben ihnen noch zur weiteren Popularität verholfen: Den Online-Videos. Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung im Nutzungsverhalten der VerbraucherInnen, aber auch bei den Werbetreibenden noch einmal deutlich beschleunigt. Während die globalen Werbeausgaben für lineare TV-Formate in den letzten fünf Jahren um über 47 Milliarden US-Dollar gesunken sind, sind die Ausgaben für Online-Videos in derselben Zeit um 38,7 Milliarden US-Dollar gestiegen. Besonders im Marketing können durch bewegte Bilder und interaktiven Content noch präzisere Zielgruppen erreicht und aktiv auf (potenzielle) KundInnen eingegangen werden.

3. Hybride KundInnenerlebnisse werden immer wichtiger

Mit März 2020 hat sich einiges verändert: Shoppen oder Veranstaltungen waren plötzlich so nicht mehr möglich. Aber um auch in solchen Ausnahmesituationen, wie in einem Corona-Lockdown, den Kontakt zu den KundInnen beizubehalten, wurde der digitale Auftritt und mit ihm digitale Angebote immer wichtiger. Corona war in Sachen Digitalisierung ein wahrer Boost. Plötzlich fand sehr vieles virtuell statt: Messen, Konferenzen, Livestreams. Nun – wo Präsenz wieder in vielen Bereichen immer mehr möglich wird – nimmt ein Veranstaltungsformat besonders an Fahrt auf: Hybride Events.  Von Produktvorstellungen über Verkaufsgespräche bis hin zu  Networking-Veranstaltungen – das Eventmarketing unternimmt viele Veränderungen, um virtuelle TeilnehmerInnen in persönliche Veranstaltungen einzubinden. Immer häufiger werden Messen, Produktvorstellungen & Co in hybriden Formaten abgehalten und die Customer-Experience kann verbessert werden, indem zusätzlich zu physischen Angeboten eine digitale Alternative bereitgestellt wird und umgekehrt. Auch werden laut der IFH Köln KundInnen weiterhin den stationären Handel aufsuchen, wenn dort individuelle, besondere Einkaufserlebnisse mit geschickten digitalen Verzahnungen geschaffen werden.
Auch ein sogenanntes „hybrides Team“ soll künftig die KundInnenzufriedenheit verbessern. Durch die Zusammenarbeit von Künstlicher Intelligenz und MitarbeiterInnen vor Ort soll ideal auf KundInnenbedürfnisse eingegangen werden, und diese an allen Touchpoints mit dem Unternehmen individuell abgeholt werden. Persönlich zugeschnittene Inhalte und ein zufriedenstellender Service sind die Grundlage für eine erfolgreiche Customer Journey. 

4. Shoppable Content und Micro-Influencer

Soziale Medien erweitern die Möglichkeiten für neue Strategien enorm. Besonders via Instagram können Maßnahmen einfach ausprobiert und auf ihren Erfolg geprüft werden. Mit Shoppable Content entsteht eine neue Art von Online-Einkäufen. Es muss nicht mehr lange nach dem idealen Stück gesucht werden, sondern User kommen durch einen einfachen Click auf den Link direkt zum Produkt, welches auf den jeweiligen Instagram-Fotos zu sehen ist. Auf diese Art und Weise wird produzierter Content direkt mit Produkten und einer schnellen Kaufentscheidung verbunden. Eine weitere Option, die über Instagram geboten wird, ist die Zusammenarbeit mit Micro-Influencer. Trotz geringerer Follower-Zahl bieten kleine Accounts für Kooperationen eine große Chance, da meist hohes Engagement und eine sehr spezifische Ziel- bzw. Nischengruppe erreicht werden kann. Laut einer Untersuchung werden mittlerweile 91 Prozent aller gesponserten Posts auf Instagram von Micro-Influencer veröffentlicht.

5. VR und Augmented Reality

Nachhaltigkeit ist kein Trend mehr, sondern eine gesetzte Richtung. Um einen weiteren Schritt in Richtung Nachhaltigkeit zu gehen, sehen ExpertInnen die Augmented Reality-Technologie als Chance, um zum Beispiel bei Online-Bestellungen die Zahl der Retoursendungen zu verringern. Die Technologie kann genutzt werden, um das digitale Einkaufserlebnis zu revolutionieren und beispielsweise schon vor der Bestellung eine viel genauere Vorstellung vom Produkt zu geben und damit verbunden eine Rücksendung zu vermeiden. Auch Virtual Reality entwickelt sich zu einem Bereich, der von immer mehr Unternehmen genutzt wird. Das Metaverse ist derzeit nicht nur in aller Munde, sondern bietet weitreichende Möglichkeiten, Menschen, die in diesen digitalen, dreidimensionalen Erlebniswelten zusammenkommen, um zu spielen, einzukaufen, sich mit anderen zu treffen oder um Konzerte zu besuchen, auch mittels Kommunikation zu erreichen. Die Offerista Group hat im April 2022 gemeinsam mit SodaStream eine Kampagne im Metaverse umgesetzt. NutzerInnen der Online-Welt Decentraland bekamen großflächige, interaktive Billboards von SodaStream angezeigt, welche mit der Software 42Meta programmatisch und automatisiert in der virtuellen Welt ausgespielt wurden. 
Dieser Kampagne folgte eine weitere Metaverse Kampagne der Offerista Group für Coca Cola, die derzeit in Decentraland zu bewundern ist. Auch wird der CEO von Offerista Group Austria, Oliver Olschewski, am 24. Mai 2022 Diskutant am Podium der Veranstaltung „Nachfolger des mobilen Internets: Das Metaversum“ im Rahmen der iab NETwork Veranstaltungsreihe sein.



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