Nina Kaiser, 4Gamechangers 22.10.2020, 11:30 Uhr

"Die Aussage: 'Haben wir immer schon so gemacht' ist für mich ein No-Go."

Nina Kaiser ist Co-Founderin des 4Gamechangers Festivals. Im Interview verrät Kaiser spannende Details rund um die 4Gamechangers Brand, neue Projekte und Ziele, die sie und ihr Team verfolgen.
Nina Kaiser, Co-Founderin von 4Gamechangers: "Die jungen Generationen müssen auf die Bühne. Bei unserem Event sollen sie gehört werden und sich austauschen. Sie sind die Zukunft und sie gilt es zu erreichen und zu fördern."
(Quelle: Screenshot Anna Mühlburger)
Erst kürzlich wurde über die Social-Media-Kanäle von 4Gamechangers die Zusammenarbeit mit VIENNA UP angekündigt. Können Sie uns mehr über diese spezielle Kooperation sagen?
Nina Kaiser: Das 4Gamechangers Festival versteht sich grundsätzlich als Plattform, um Menschen mit demselben Mindset zusammenzuführen. Die VIENNA UP ist auch so eine Art Dach über viele verschiedene Veranstaltungen, die sich alle dem Thema Entrepreneurship, Start-up-Szene, Innovation und Digitalisierung beschäftigen. Mit vielen Partnern der VIENNA UP kooperieren wir auch beim Festival. Also geht das alles schön ineinander.
Stichwort digitale Events: Gibt es für das 4Gamechangers Festival bereits ein Konzept für eine andauernde COVID-Situation, wie zum Beispiel ein duales Event ähnlich der DMEXCO@home?
Nina Kaiser: Kurz meine Meinung zu diesen rein virtuellen Veranstaltungen: Mir tun alle Veranstalter leid, die ihre Events absagen müssen. Wir haben heuer auch Anfang März die Entscheidung getroffen, das Festival zu verschieben. Das Corona-Virus hat die Digitalisierung schneller in unser Wohnzimmer gebracht, als gedacht. Das ist etwas Gutes. Dass die Leute nicht stehen bleiben und trotzdem an ihren Projekten weiterarbeiten, das finde ich auch gut. Aber letzten Endes hat mich noch keines dieser digitalen Events total überzeugt. Es werden zwar unglaublich tolle Programme aufgestellt – mit tollen Speakern. Aber schlussendlich ist es nichts anderes als Fernsehen und das ist unser Kerngeschäft bei ProSiebenSat.1 PULS 4. Folglich sind digitale Events für mich eigentlich eher eine Notlösung und irgendwie der Versuch zu beweisen, dass es auch so geht. Eine Hybrid-Veranstaltung war das 4GAMECHANGERS Festival schon immer, da es immer schon gestreamt wurde. Aber natürlich arbeiten wir gerade an vielen Alternativszenarien. Hier reden wir von einer Minimum-, Medium- und Maximumvariante. Je nachdem, wie viele Menschen wir in die Marxhalle lassen dürfen. 
Mit dem Format 4ROOMSERVICE hat ProSiebenSat.1 PULS 4 während der Pandemie einen Pay-Streaming-Service geschaffen. Wie kam es zu dieser Idee und wie lief die kurzfristige Umsetzung aufgrund der erschwerten Rahmenbedingungen ab?
Nina Kaiser: Die Idee kam in einem virtuellen Meeting während des Lockdowns auf. Unser fertiges Festival war abgesagt, was im Team verständlicherweise für Frustration sorgte. Wir stellten und die Frage: Was machen wir mit unserer neugewonnenen Zeit? Während einer Besprechung ist dann die Idee aufgekommen, heimischen Künstlern eine Möglichkeit zu bieten, trotz Restriktionen aufzutreten und Geld zu verdienen. Die Idee fand schnell Gefallen und binnen kurzer Zeit war die Plattform 4Roomservice als „Netflix für Künstler“ bereit zum Launch. 
Welche Learnings ziehen Sie aus vier Jahren 4Gamechangers?
Nina Kaiser: „Geht nicht, gibt’s nicht”! Der Satz: „Haben wir immer schon so gemacht“ ist ein No-Go. Man darf sich nie auf Erfolg verlassen. Nur weil ein Jahr gut gelaufen ist, heißt das nicht, dass die Glückssträhne im nächsten Jahr weiter geht. Gutes Teamwork ist die Basis von Erfolg, weshalb „The Power of Cooperation“ als Motto für mich besonderen Stellenwert hat. 
Welche Ziele verfolgen Sie in Zukunft für das 4Gamechangers Festival? Und wie sollen die Besucher weiterhin begeistert werden?
Nina Kaiser: Wir sind mit dem Konzept schon weit gekommen, aber Ziele muss man hochstecken. Ich wünsche mir eine größere internationale Wahrnehmung des Events. Mit George Clooney als Gast wäre es sicher gut gelungen, im "Economist" oder der "New York Times" in den Fokus zu rücken. Unsere Community soll jedoch nicht nur aufgrund der großen Player auf das Festival kommen, sondern wegen den hidden champions. Ein C-Level-Manager wird seine Denkweise nicht mehr großartig ändern. Aber umso mehr kommt es auf die neuen, revolutionären Ideen an, und die sind in den Köpfen der jungen Generation. Sie müssen auf die Bühne. Bei unserem Event sollen sie gehört werden und sich austauschen. Sie sind die Zukunft und sie gilt es zu erreichen und zu fördern. 
In Kooperation mit dem Studiengang Marketing und Kommunikation der Fachhochschule St. Pölten veröffentlicht Internet World Austria Interviews mit Experten aus der heimischen Marketing-, Werbe-, und Medienszene. Dieses Interview wurde im Zuge der Kooperation von Anna Mühlburger und Lea Wall geführt. Das redaktionelle Coaching erfolgte durch die Internetworld.at-Redaktion.


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