MCÖ Homeoffice Talks 07.04.2020, 12:00 Uhr

„Mut macht sich immer bezahlt, egal ob in Krisensituationen oder nicht.“

Die zweiten MCÖ Homeoffice Talks drehten sich unter anderem darum, wie man sich die Krise zu Nutzen machen kann, warum man sich nun Marktanteile sichern sollte und wie man gerade jetzt einen unglaublichen Teamspirit erreichen kann.
Bei den zweiten MCÖ Homeoffice Talks am 6. April haben sich insgesamt mehr als 110 Teilnehmer zugeschalten. Die nächsten MCÖ Homeoffice Talks #3 finden am 20. April statt.
(Quelle: Marketing Club Österreich )
Die zweiten MCÖ Homeoffice Talks fanden am 6. April statt. Dabei standen die vier Marketingexperten Michael Brandtner (Markenpositionierungsexperte und Associate of Ries Global), Rainer Friedl (Managing Director EMAKINA CEE), Christian Rausch (Marketingleiter Billa) sowie Viviane Shklarek (Marketingleiterin und Mitglied der Geschäftsleitung Philip Morris Austria) dem Moderator Maximilian Mondel (Geschäftsführer MOMENTUM Wien/Chefredakteur Internet World Austria) Rede und Antwort. Die Experten verrieten unter anderem, wie man sich die Krise zu Nutzen machen kann, warum man sich in diesen Wochen besser Marktanteile sichern sollte und wie man gerade jetzt einen unglaublichen Teamspirit erreichen kann.
Niko Pabst (Geschäftsführer Marketing Club Österreich), Michael Brandtner (Markenpositionierungsexperte und Associate of Ries Global), Viviane Shklarek (Marketingleiterin und Mitglied der Geschäftsleitung Philip Morris Austria), Rainer Friedl (Managing Director EMAKINA CEE), Maximilian Mondel (Geschäftsführer MOMENTUM Wien/Chefredakteur Internet World Austria), Christian Rausch (Marketingleiter Billa), Georg Wiedenhofer (Präsident Marketing Club Österreich).
Quelle: Screenshot der MCÖ Homeoffice Talks
„Die Unternehmen sind nun unterschiedlich betroffen. Entweder sie sind komplett vom Kunden abgeschnitten oder sie zählen sogar zu den großen Gewinnern der Krise, wie zum Beispiel die Anbieter im digitalen Bereich“, meint Markenpositionierungsexperte Michael Brandtner. „Und gerade in diesem Bereich sind leider auch Unternehmen zu beobachten, die ihre Chance gar nicht nützen.“ Als Beispiel nennt Brandtner die österreichische Shoppingplattform shöpping.at: „Hier war außer einer Presseaussendung nicht viel zu vernehmen. Das ist sehr schade, denn man muss sich bewusst sein, dass gerade in Krisenzeiten die Marktanteile neu verteilt werden. Man gewinnt diese auch nicht mehr zurück. Darum sollten die Unternehmen, die jetzt handeln können, möglichst versuchen, ihre Marktanteile zu steigern.“

Die Chance, jetzt durchzustarten

Diese Meinung teilt auch Rainer Friedl von EMAKINA CEE: „Es gibt Unternehmen, die sagen, jetzt erst recht Digitalisierung.“ Laut dem Digitalexperten nützen die Entscheider nun die ruhige Zeit, bzw. ihre Chance voll durchzustarten: „Wir haben zum Beispiel mit einem Kunden in Rekordzeit einen neuen E-Commerce-Auftritt umgesetzt. In nur zwei Wochen wurde ein kompletter Onlineshop realisiert. Das dauert normalerweise mehrere Monate.“ Dabei ist es laut Friedl für Produzenten nicht einfach, ihre Ware direkt anzubieten. Entweder weil sie Interessenskonflikte mit den Zwischenhändlern vermeiden wollen, oder weil sie schlicht und einfach ihre Kunden nicht kennen: „Oft haben die Hersteller im Vorfeld noch nie direkt mit ihren Endkunden kommuniziert, weil es auch nicht notwendig war. Da ist die Umsetzung in kürzester Zeit schon eine Herausforderung. Aber scheinbar machbar!“

Größte Anerkennung für die Unternehmen, die schließen mussten

Christian Rausch, Marketingleiter von Billa, zählt sein Unternehmen nur ungern zu den großen Gewinnern der Coronakrise: „Wir versuchen vielmehr unseren Beitrag zu leisten, alles am Laufen zu halten. Das ist auch mit Aufwänden verbunden.“ Für ihn verdienen alle Unternehmen, die schließen mussten größte Anerkennung: „Die betroffenen Unternehmen mussten sich erst einmal damit beschäftigen, die Situation zu klären und sich mit Themen wie Kurzarbeit und so weiter auseinandersetzen. Diese Leistung verdient größte Anerkennung und in nächster Zeit vor allem auch unsere Unterstützung.“ Des Weiteren meint Rausch: „Mut macht sich immer bezahlt, egal ob in Krisensituationen oder nicht. Siehe nur diejenigen, die jetzt Stoffmasken produzieren und verkaufen. Auch wenn es vielleicht keine wirtschaftlichen Erfolge bringt, ist es dennoch eine sinnvolle Beschäftigung.“

Fokus auf bestehende Kunden

Dass sich gerade auch die Kommunikation verändert, beschreibt Viviane Shklarek von Philip Morris Austria: „Unser Fokus hat sich geändert, wir haben uns in den vergangenen Wochen mehr auf unsere bestehenden Kunden konzentriert und möchten vor allem signalisieren: „Die Marke ist für Sie da“. Kunden erwarten sich nun Empathie und Unterstützung und keine ekstatischen Werbebotschaften“, berichtet Shklarek von ihrer derzeitigen Kommunikationsstrategie: „Man darf die Kundenbindung nun nicht unterschätzen. Es ist bekanntlich viel kostspieliger einen Kunden zurückzugewinnen als ihn zu halten.“ Shklarek spricht auch über die Zeit danach: „Wir rechnen mit einer wellenmäßigen Rückkehr zur neuen Realitiät, wie wir die Zeit danach bei uns intern nennen. Nach der Quarantäne wird man vermehrt den zwischenmenschlichen Austausch suchen und diesen Stolz „I am from Austria“ zelebrieren.“

Alles andere als Routine

Von neuen Kommunikationsstrategien berichtet auch Christian Rausch: „Unsere Marketingaktivitäten haben sich innerhalb der ersten beiden Wochen völlig verändert. Wir haben zunächst eigentlich ausschließlich über Social Media kommuniziert, mit der Botschaft: „Machen Sie sich keine Sorgen, die Warenversorgung ist gesichert.“ Mittlerweile hat es sich bereits eingependelt, unsere Kommunikation läuft mehr oder weniger wieder normal ab.“ Der Handelsexperte spricht sogar von „Business as usual“. Doch auch die Produktion des aktuellen TV-Spots war alles andere als Routine: „Der Spot ist innerhalb von nur vier Arbeitstagen komplett in Heimarbeit entstanden. Alle Beteiligten, der Regisseur wie auch die Darsteller waren zuhause. Es war ein völliger Blindflug, ohne Storyboard, ohne Casting. Dabei wurden alle Szenen extra produziert, es kam nichts aus der Konserve.“

Stolz auf die Leistungen

Laut Rausch haben er und sein Team in diesen Krisenzeiten unendlich viel gelernt, im beruflichen wie auch im persönlichen Sinne. „Es ist in größter Geschwindigkeit ein unglaublicher Spirit entstanden. Es gibt schnellere Meetings und schnellere Entscheidungen. Unser Team ist geradezu übermotiviert, weil unsere Arbeit gerade so sinnstiftend ist. Und das ist der größte Motivator. Alle hier haben sehr viel Spaß bei der Arbeit und sind auch sehr stolz auf ihre Leistungen.“
Mit dem neuen Onlineformat, den MCÖ Homeoffice Talks bietet der Marketing Club der Branche eine Plattform, die sich auf Lösungen in der Coronakrise fokussiert. Ziel ist es, die Marketingcommunity enger zusammenrücken zu lassen und ein Angebot zu formen, das einen lösungsorientierten Austausch in der Krise ermöglicht. Am Online-Event am 6. April haben sich insgesamt mehr als 110 Teilnehmer zugeschalten. Die nächsten MCÖ Homeoffice Talks #3 finden am 20. April statt. Hier erfahren Sie mehr über die kostenlose Teilnahme: www.marketingclub.at.


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