Erste Bank im Interview 14.10.2020, 08:00 Uhr

"Die Vergangenheit ist unsere legacy, aber wir schauen immer nach vorne."

Im Interview plaudert Erste-Bank-Pressesprecher Christian Hromatka gemeinsam mit Elisabeth Spenger, Digital Marketing Managerin der Erste Bank, über die Digitalmarketingaktivitäten der Erste Bank, Tradition und Veränderungen seit der Corona-Krise. 
Christian Hromatka, Pressesprecher Erste Bank: "Aus dem Kampagnenmotto 'Unser Land braucht Menschen die an sich glauben und eine Bank, die an Sie glaubt', ist für digitale Medien der Hashtag #glaubandich entstanden, weil jeder ab und zu einen #glaubandich-Moment braucht."
(Quelle: Erste Bank)
Frau Spenger, Herr Hromatka, welche konkreten Veränderungen haben Sie während der Corona-Krise und in den vergangenen Monaten, speziell in der Kommunikation im Bankenwesen wahrgenommen?
Christian Hromatka: Die größte Veränderung war am 16. März, als der Lockdown verkündet wurde. Wir hatten eine fertige Kampagne in der Schublade, die kurz drauf gelauncht werden sollte. Aufgrund der rasanten Entwicklung haben wir uns dafür entschieden, in Zeiten wo hoher Informationsbedarf herrscht und man nicht weiß, was die Zukunft bringt, keine fröhliche Imagekampagne zu launchen. Im Zuge dieser Ausnahmesituation entstand über Nacht eine Informationskampagne inklusive Sicherheitshinweise zum Corona-Virus auf allen Kanälen.
Quelle: Erste Bank
Elisabeth Spenger:
Mit dem Lockdown ging einher, dass wir unsere performanceorientierten Kampagnen kurzerhand aufs Eis gelegt haben, um den „we-care Ansatz“ in den Mittelpunkt zu stellen. Der Fokus lag hierbei auf den Bestandskunden und nicht auf Produktverkauf oder Neukundenaquisition. 
Der Hashtag #glaubandich hat sich in den vergangenen Jahren stark als Leitgedanke der Erste Bank etabliert. Im Winter vor zwei Jahren ging die erste internationale Online-Kampagne mit Igel „Henry“ viral. Haben Sie mit dieser enormen Aufmerksamkeit gerechnet?
Christian Hromatka: Wir setzten uns zum Ziel, den erfolgreichsten, berührendsten und schönsten Weihnachtsfilm zu machen und das ist uns mit Igel Henry im Jahr 2018 tatsächlich gelungen. 
Ist das längerfristige Etablieren des Hashtags #glaubandich in die Kommunikation nach außen auf den Erfolg der viralen Videos zurückzuführen oder war es von Anfang an geplant?
Christian Hromatka: Aus dem Kampagnenmotto „Unser Land braucht Menschen die an sich glauben und eine Bank, die an Sie glaubt“, ist für digitale Medien der Hashtag #glaubandich entstanden, weil jeder ab und zu einen #glaubandich-Moment braucht. Dies spiegelt sich auch im Gründungsgedanken der Erste Bank wider. Insofern ja, allerdings kann man trotzdem nur bis zu einem gewissen Grad steuern, inwiefern sowas auch funktioniert. In unserem Fall hat es sehr gut funktioniert. 
Die Erste Bank hat eine sehr lange Geschichte. Ist es schwer trotz dieser digitalen Neuerungen in den vergangenen Jahren die traditionelle und geschichtliche Komponente in der Kommunikation und in Kampagnen nicht zu verlieren?
Christian Hromatka: Voriges Jahr ist uns dies mit unserer 200-Jahre Kampagne sehr gut gelungen. Wir haben mit der Kampagne gut gezeigt, dass wir nicht über die vergangenen 200 Jahre reden wollen, sondern über die Zukunft. Das was in der Vergangenheit passiert ist unsere Legacy, aber wir haben immer nach vorne geschaut. Wir haben alles, was unsere digitalen Systeme der Webseiten hergegeben haben, eingesetzt, um dies so futuristisch wie möglich zu gestalten und umzusetzen.
Elisabeth Spenger: Wir haben den Gründungsgedanken vergangenes Jahr sehr stark nach außen getragen, da er noch immer sehr relevant ist. Es ist schön, dass dieser Urgedanke, worauf eigentlich der ganze Konzern basiert, noch immer so gut in die Zeit passt und weitergetragen wird. Ich finde dies kommt nur mehr relativ selten vor. 
Wen beobachten Sie in Ihrem Umfeld, um sich Inspirationen für die Erste Group zu holen?
Christian Hromatka: Es gibt viele Brands, die vieles sehr gut machen, auch international. Man muss allerdings aufpassen, da Märke und Menschen unterschiedlich auf diverse Dinge reagieren. Ich denke nicht, dass alles was beispielsweise in Amerika erfolgreich war zwingend genauso gut in Europa oder speziell in Österreich genauso gut funktioniert. Dennoch kann man sich Ideen holen und neues ausprobieren. Das wichtigste ist das Ausprobieren, egal ob es neue Werbeformate, Plattformen oder Content-Formate betrifft.
Elisabeth Spenger: Der Blick nach außen ist wichtig. Dies beinhaltet viel lesen, um bei digitalen Themen immer up to date zu bleiben, den Mitbewerb zu beobachten, Newsletter zu abonnieren sowie das Ausland beobachten. Besonders im digitalen Bereich, wo sich alles extrem schnell weiterentwickelt, darf man nicht stehen bleiben und muss immer wieder innovative Dinge ausprobieren. 
In Kooperation mit dem Studiengang Marketing und Kommunikation der Fachhochschule St. Pölten veröffentlicht Internet World Austria Interviews mit Experten aus der heimischen Marketing-, Werbe-, und Medienszene. Dieses Interview wurde im Zuge der Kooperation von Sophie Konrad und Katharina Köckenberger geführt. Das redaktionelle Coaching erfolgte durch die Internetworld.at-Redaktion.


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