Integral-Studie 28.09.2022, 11:30 Uhr

Musikkonsum in Österreich: 56 Prozent nutzen mindestens einen Streamingdienst

Eine INTEGRAL-Studie zum Weltmusiktag am 1. Oktober zeigt, dass mehr als die Hälfte der Befragten angibt, mindestens einen Musik-Streamingdienst zu nutzen. Laut Studie ist Österreich aber auch dass Land der Radio-Fans.
(Quelle: Pixabay)
Obwohl Streaming-Portale in den letzten Jahren immer mehr Aufwind bekommen haben, bleibt für die österreichische Bevölkerung das Radio Musikkanal Nummer 1: So geben 71 Prozent der Befragten an, Musik in der Regel über diesen Kanal zu hören. Der Altersvergleich zeigt, dass ältere Befragte deutlich häufiger Musik über das Radio hören als jüngere (88 Prozent der Befragten im Alter von 50 bis 75 Jahren vs. 40 Prozent der 16- bis 29-Jährigen).
Die Frage nach den favorisierten Musik-Kanälen ergibt, dass Streaming-Dienste dem Radio mit etwas Abstand folgen. Insgesamt 56 Prozent nutzen mindestens eine Art von Musik-Streaming. Dabei geben 43 Prozent an, kostenlose Dienste mit Werbung zu hören, und 22 Prozent genießen Musik von kostenpflichtigen Anbietern ohne Werbung. Erwartungsgemäß sind es demnach auch die Jüngeren, die Musik am häufigsten über Spotify, Deezer, YouTube und Co. hören.
„Die Ergebnisse zeigen den nach wie vor sehr hohen Stellenwert des Radios in Österreich. Gerade durch die Digitalisierung ist dieses Medium noch stärker in den Alltag integriert als in Zeiten, die noch wenige Alternativen zu UKW und MW boten. Die vielfältigen Zugänge zu Radiosendern sowie deren breites Portfolio erreichen ein breites Publikum. Aber natürlich steht das Radio vor der großen Herausforderung, für die Jungen attraktiv zu bleiben.“, so Bertram Barth, Geschäftsführer von INTEGRAL.

Am häufigsten wird Musik beim Autofahren gehört

Musik begleitet uns in unterschiedlichsten Alltagsituationen. Passend zur anhaltenden Beliebtheit des Radios wird in Österreich am häufigsten beim Autofahren Musik gehört (74 Prozent). 65 Prozent geht die Hausarbeit mit Musik in den Ohren leichter von der Hand und 48 Prozent lassen sich beim Ausüben von Hobbies, wie Hand- oder Gartenarbeit, akustisch berieseln. Ein gutes Drittel hört Musik während der Arbeit und jeweils etwa ein Viertel beim Sport, in öffentlichen Verkehrsmitteln bzw. im Bad oder beim Essen. Beim Sex wollen hingegen nur 6 Prozent musikalisch begleitet werden.

15 Euro monatlich für Musik

Im Durchschnitt werden in Österreich 15 Euro im Monat in Musik investiert. Damit sind Ausgaben für Konzertkarten, Albumkäufe oder auch Streaming-Abonnements gemeint. Männer geben mehr Geld für Musik aus als Frauen (20 Euro vs. 11 Euro). Der Altersvergleich zeigt, dass Befragte im Alter von 50 bis 75 Jahren am meisten für Musik ausgeben. Dass sie gar kein Geld in Musik stecken, sagen 46 Prozent aller Befragten.

Nur 17 Prozent spielen ein Instrument – Jüngere eher als Ältere

Zu einem Musikinstrument greift hingegen nur eine Minderheit in Österreich. So geben 17 Prozent aller Befragten an, ein oder mehrere Instrumente zu spielen, besonders Personen zwischen 16 und 29. Unter allen Befragten sagen gerade einmal 3 Prozent, dass sie in einer Band, einem Chor oder solistisch singen. Dass sie mit der Musikszene (abseits vom Musizieren) beruflich verbunden sind, konstatieren weitere 3 Prozent. Schließlich sind 24 Prozent der Meinung, dass sie gut singen können. Regelmäßig auf Konzerte und andere musikalische Veranstaltungen gehen immerhin 27 Prozent.

Musik beeinflusst die Stimmung und hilft zu entspannen

Für eine große Mehrheit der Menschen in Österreich (86 Prozent) hat Musik einen positiven Einfluss auf die eigene Stimmung, dies gilt insbesondere für Frauen. Beinahe ebenso viele sagen, Musik helfe ihnen zu entspannen (81 Prozent). Für gut zwei von drei Befragten ist Musik hilfreich dabei, negative Gefühle oder Aggressionen abzubauen. Sich bei Musik gut konzentrieren zu können, sagt mit 42 Prozent hingegen nicht einmal die Hälfte.
Die Wertschätzung für Musik ist hierzulande hoch: So sind 75 Prozent der Ansicht, dass Musik Länder und Kulturen verbindet. Fast genauso viele (70 Prozent) stimmen zu, dass Musik eine Reflexion der Zeit ist, in der sie entsteht. Entsprechend ist man mehrheitlich der Ansicht, Musikschaffende sollten mit ihrer Arbeit einen angemessenen Lebensunterhalt verdienen können (76 Prozent).

Musik für Deutsche nicht ganz so präsent

Laut einer parallel durchgeführten Umfrage des INTEGRAL-Partners SINUS in Kooperation mit YouGov sind die Deutschen etwas weniger von Musik beeinflusst als wir: Mit 81 Prozent der Befragten sagen sie um 5 Prozentpunkte weniger oft, dass Musik einen positiven Einfluss auf ihre Stimmung habe.
Auch der passive Musikgenuss liegt etwas unter jenem in Österreich. Das Radio hat in Deutschland ebenfalls eine hohe Bedeutung, kommt jedoch nicht an das österreichische Niveau heran (62 Prozent vs. 71 Prozent). 20 Prozent besuchen regelmäßig Konzerte und andere Musikveranstaltungen, das sind um 7 Prozentpunkte weniger als in Österreich. Dazu könnte passen, dass die Deutschen im Durchschnitt pro Monat etwas weniger Geld für Musik ausgeben (12 Euro vs. 15 Euro in Österreich).



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