BVDW-Studie 23.04.2020, 10:00 Uhr

Verkäufe durch Influencer Marketing nehmen 2020 in Deutschland zu

Mehr als jeder fünfte Deutsche hat schon einmal ein Produkt gekauft, weil er es zuvor bei einem Influencer gesehen hat. Dies hat die aktuelle Befragung des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) ergeben.
Insgesamt ist die Wahrnehmung von Influencern groß: Mehr als ein Viertel aller Befragten in Deutschland gibt an, mindestens ein Mal pro Tag einen Influencer auf einem digitalen Kanal zu sehen.
(Quelle: Pixbay )
Die Ergebnisse der jährlichen BVDW-Studie zu Influencer Marketing zeigen, dass die Youtuber, Instagramer, Blogger & Co. ihren Einfluss auf ihre Zuschauer noch einmal erhöhen konnten. 21,6 Prozent der Befragten in Deutschland geben an, bereits Produkte gekauft zu haben, weil sie diese zuvor bei einem Influencer gesehen haben. Dabei spielt das Alter der Zuschauer eine große Rolle: Denn  52,6 Prozent der 16-24-Jährigen geben an, dass sie bereits ein durch Influencer beworbenes Produkt gekauft haben. Bei den 25-34-Jährigen sind es nur noch 39,5 Prozent und bei den 45-54-Jährigen sind es 7,5 Prozent. „Influencer haben sich als Tool im Marketing-Mix etabliert“, sagt Anke Herbener (MRM), Vizepräsidentin BVDW. „Ihr positiver Einfluss auf den Abverkauf ist mittlerweile nachweisbar und die meisten großen werbungtreibenden Unternehmen setzen bereits seit Jahren auf Influencer.“
Insgesamt ist die Wahrnehmung von Influencern groß: Mehr als ein Viertel (26,4 Prozent) aller Befragten gibt an, mindestens ein Mal pro Tag einen Influencer auf einem digitalen Kanal zu sehen. 23,8 Prozent sehen Influencer zumindest einmal im Monat. 14,7 Prozent nehmen sie seltener wahr und knapp ein Drittel (31,4 Prozent) gibt an, nie mit Influencern in Kontakt zu kommen. Die Wahrnehmung wirkt sich direkt auf den Verkauf von durch Influencer beworbene Produkte aus: Denn 47,8 Prozent derer, die mindestens wöchentlichen Kontakt zu Influencern haben, haben bereits entsprechende Produkte gekauft. Die aktuell durch das Coronavirus ausgelöste Wirtschaftskrise bedeutet erstmals auch eine Umsatzbedrohung für Influencer. „Sobald sich die Wirtschaft erholt, werden Werbungtreibende aber auch wieder die Influencer in ihrem Marketing-Budget berücksichtigen, da sind wir uns sicher“, sagt Anke Herbener.

Glaubwürdigkeit: Influencer Marketing versus klassische Werbung

Quelle: BVDW
Auf die Frage, ob Influencer Marketing glaubwürdiger als klassische Werbung ist, antworten mehr als zwei Drittel (67 Prozent) mit nein. 7,5 Prozent sagen ja, Influencer Marketing sei glaubwürdiger und 19,5 Prozent geben an, es sei „ein bisschen“ glaubwürdiger. Dabei zeigen sich wieder deutliche Unterschiede bei den Altersklassen: 44,2 Prozent der 16-24-Jährigen sagen, dass Influencer Marketing nicht glaubwürdiger sei als klassische Werbung. Bei den 45-54-Jährigen gaben dies 76,8 Prozent an, bei den 55-64-Jährigen sogar 85,0 Prozent. Marco Zingler (Denkwerk), Vizepräsident BVDW: „Das belegt, dass vor allem ältere Generationen eher skeptisch gegenüber neuen Medien und Influencern sind. Aber gerade die Jüngeren empfinden Werbung durch Influencer glaubwürdiger als klassische Werbung. Mehr als die Hälfte, 51,2 Prozent, der Jüngeren stimmen dem zu.“
23,8 Prozent der Deutschen stört hingegen Werbung durch Influencer. Im vergangenen Jahr lag der Wert mit 22 Prozent etwas darunter. Dennoch sagt weiterhin eine große Mehrheit aus, dass sie mit der Werbung kein Problem hat. Mehr als ein Viertel gibt an, dass sie sich nicht an den Produktempfehlungen stören und 43 Prozent sagen aus, dass sie sich nicht daran stören, solange Werbung als solche gekennzeichnet ist. 


Das könnte Sie auch interessieren