Armin Rogl, MediaBrothers 21.04.2021, 08:00 Uhr

„Wir denken groß, selbst in den kleinsten Formaten.“

Armin Rogl von der Social Media-Agentur MediaBrothers verrät im Interview, was sich in der Agentur nach dem Wegfall eines „brothers“ ändern wird, wie das Corona-gebeutelte Jahr 2020 war, wie 2021 ist und welche Social Media Trends zu erwarten sind.
Armin Rogl, Managing Partner MediaBrothers: „Social Commerce ist stark am Ansteigen und noch immer ein Underdog am heimischen Markt.“
(Quelle: MediaBrothers)
Herr Rogl, seit Februar diesen Jahres gehen Sie und Ihr ehemaliger Co-Founder, Stephan Gustav Götz, getrennte Wege. Was ändert sich dadurch bei den MediaBrothers?
Armin Rogl: Stephan und ich sehe uns jetzt mehr privat und weniger beruflich. Inhaltlich bleibt die wirkungsvolle Kommunikation der MediaBrothers – immer relevant, geradeaus und ohne Bullshit. Das ist und bleibt unser Bestreben. Wir denken groß, selbst in den kleinsten Formaten. Wir lieben unsere Follower und genauso reden wir auch mit ihnen. Aber das Wichtigste: Wir sorgen dafür, dass die Marken unserer Kunden da draußen gesehen werden.
Den Agenturnamen können Sie aber beibehalten, obwohl ein Mediabrother abhandengekommen ist?
Rogl: Natürlich, die Frage ist nur, ob es nicht inzwischen „MediaSisters“ sein sollten, wenn ich mir unser Team ansehe. Namenvorschläge sind herzlich willkommen!
Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie derzeit bei MediaBrothers?
Rogl: Wir sind ein Team von elf Expertinnen, Entschuldigung zwölf, wenn ich den Feel Good Manager Valentino dazurechne. Der kleine Malteser schnuppert in die Werbebranche, interessiert sich aber meistens nur für sein Futter. Aber mit acht Monaten muss er ja auch noch wachsen.
Wie hat sich das Corona-geprägte Jahr 2020 auf die Mediabrothers ausgewirkt: Waren Ihre Kunden in Schockstarre oder doppelt so umtriebig wie in „normalen“ Jahren?
Rogl: Unsere Kunden sind ein Spiegel der Wirtschaft im DACH-Raum – die einen haben sehr darunter gelitten, die anderen haben die Chance genützt und mehr denn je in digitale Vermarktung investiert und ernten jetzt die Früchte dafür. Grundsätzlich kann man sagen, dass unsere Kunden bis dato glücklicherweise richtig auf die sehr volatile Situation reagiert und wir gemeinsam das bestmögliche erreicht haben.
Welche Ziele möchten Sie im immer noch unsicheren Jahr 2021 erreichen?
Rogl: Eine ordentliche MediaBrothers-Sommerparty, nachdem die Weihnachtsfeier trotz kreativem Krimi-Dinner via Zoom sehr lustig, aber dennoch distanziert war. Und für unsere Kunden wollen wir Lösungen und Kampagnen finden, mit denen sie erfolgreich auf die sich ständig ändernden Bedingungen reagieren und erfolgreich und gut aufgestellt ins nächste Jahr kommen. Inhaltlich heißt das: Social Listening, Daten Analyse, First Party Data, User Experience, Exzellenz im Community Management, Gamification und jede Art von Audio Advertising/Content.
Die Social-Media-Welt hat sich ungeachtet der Pandemie schneller denn je weitergedreht: Welche Social Media Trends sehen Sie auf Österreichs werbetreibende Unternehmen zukommen und welche Social Media Trends sind bereits manifest?
Rogl: Instagram Reels werden mehr von Unternehmen genützt – was durchaus sinnvoll ist, weil die Zielgruppe einfach älter ist als auf TikTok. Gerade mit Influencern probieren sich jetzt nach fünf Jahren auch österreichische Unternehmen auf TikTok, wenn auch sehr vorsichtig. Social Commerce ist stark am Ansteigen und noch immer ein Underdog am heimischen Markt. Was wir seit einiger Zeit für Kunden machen, ist das Thema Social Listening. Nachdem die Kunden entscheiden, wie eine Marke gesehen und gekauft wird, ist es auch wichtig zu wissen, wie diese über das eigene Produkt sprechen und das machen wir dank künstlicher Intelligenz möglich.
Was halten Sie von der Clubhouse-App, die plötzlich und unvermittelt da war und jetzt schon wieder nicht mehr so spannend ist?
Rogl: Nach 15 Jahren als Radiomoderator hat mich so ein audiophiles Netzwerk natürlich sofort begeistert und in seinen Bann gezogen – man erkennt allerdings sehr schnell, warum es im Radio Redakteure gibt, die Wichtiges von Unwichtigem trennen. Das ist der Grund, weshalb es nicht reicht, dass jeder mit dem Smartphone das Mikro ergreifen kann … 
Ist Audio Content ein Trend, der gekommen ist, um zu bleiben?
Rogl: Definitiv. Das dachte ich zwar schon vor 15 Jahren, inzwischen waren sie schon mal tot, aber Totgesagte leben länger, womit wir wieder beim Radio wären. Aber im Ernst: Nicht nur, dass Podcasts gekommen sind um zu bleiben, woher wüssten wir sonst wie man richtig Avocados schält, sondern auch Audio-Dienste von Alexa & Co. Ich gehe davon aus, dass es in den nächsten Jahren noch viele Neuerungen in Richtung AI Assistents oder Audiograms geben wird.



Das könnte Sie auch interessieren