Michael Litschka, ML Marketing 19.03.2020, 12:10 Uhr

"Es ist jetzt wichtig, Kommunikation zu betreiben und Social Media zu nutzen."

Die Coronakrise stellt viele Unternehmen nicht nur vor wirtschaftliche, sondern auch vor kommunikative Herausforderungen. Michael Litschka, CEO ML Marketing, verrät im Interview, welche kommunikativen Maßnahmen sinnvoll sind, sowie Tipps für den Social-Media-Auftritt.
Michael Litschka, CEO von ML Marketing: "Wir wurden alle aus unserem gewohnten Alltag gerissen. Wer jetzt mit Infotainment punktet, baut für die Zeit danach sehr gut auf."
(Quelle: ML Marketing GmbH)
Herr Litschka, Unternehmen stehen aufgrund der Coronakrise vor kommunikativen Herausforderungen. Was sollten Unternehmen derzeit in der (Krisen-)Kommunikation – insbesondere auf Social-Media-Kanälen – beachten und was gilt es zu vermeiden?
Michael Litschka: Die derzeitige Situation ist natürlich eine große Herausforderung und schwierig für uns alle. Aber sie bietet auch viele neue Chancen und Möglichkeiten, insbesondere im Bereich der sozialen Medien. Vielen Unternehmen ist vorübergehend das Kerngeschäft weggebrochen, einige stehen teilweise am Rande ihrer Existenz. Auf die Betreuung der sozialen Medien sollte man aber vor allem deswegen nicht verzichten. Meiner Meinung nach ist es gerade jetzt wichtig, kreativ zu sein, Kommunikation zu betreiben und die sozialen Medien für das eigene Unternehmen zu nutzen. Bei allem Ernst der Lage ist es eine riesen Chance, die Menschen – und schließlich sitzen wir derzeit alle im gleichen Boot und sollten die eigenen vier Wände nicht verlassen – zu unterhalten und zu beschäftigen. Das mag für viele Unternehmer, die derzeit "Wichtigeres" im Kopf haben absurd klingen, mit einer guten und sympathischen Strategie, kann man seine Kunden jedoch nicht nur unterhalten, sondern sie auch binden und auf die "Zeit danach" vorbereiten.
Was können Unternehmen tun, damit ihre Social-Media-Aktivitäten in der Corona-Berichterstattung nicht untergehen?
Michael Litschka: Wir haben den Schwerpunkt bei unseren über 60 Kunden aus Österreich und der Schweiz auf Unterhaltung, Beruhigung und etwas Ablenkung von Corona gelegt. Das können wir aufgrund der positiven Resonanz der Community auch jedem Unternehmen empfehlen. Natürlich muss der Content authentisch sein und zum Unternehmen passen, aber ich denke, dass jeder das Potenzial hat, Inhalte zu generieren, von denen die Community lernen kann oder die einen Unterhaltungswert bieten. Wie oben schon kurz erwähnt: Wir wurden alle aus unserem gewohnten Alltag gerissen. Vielen Menschen ist zuhause langweilig. Wer jetzt mit Infotainment (Information & Unterhaltung) punktet, baut für die Zeit danach sehr gut auf.
Wie ist aus Ihrer Sicht derzeit mit Social Ads umzugehen?
Michael Litschka: Das hängt von den jeweiligen Zielen der Unternehmen ab. Viele Unternehmen können ihrem Kerngeschäft jetzt nicht nachgehen, weshalb in der Ad-Strategie sicher eine Umstellung notwendig war. Der Einsatz von Social Ads kann bei gewissen Themen aber genauso sinnvoll sein wie vor der Coronakrise. Es gibt zahlreiche Branchen und Unternehmen, die derzeit höhere Umsätze als vor Corona generieren, weil viele Unser mehr Zeit haben, um beispielsweise online zu shoppen. Ein geringes Ad-Budget können Unternehmen auch einsetzen, um Reichweiten zu generieren und dadurch ihr Image zu verbessern – mit dem Blick auf die Zeit nach der Krise.
Haben Sie drei konkrete Tipps für einen gelungenen Social-Media-Auftritt in Zeiten der Corona-Krise?
Michael Litschka: Der wichtigste Tipp ist, dass man sich gerade jetzt mit der eigenen Community beziehungsweise Zielgruppe beschäftigen sollte. Und dabei zu analysieren was sie beschäftigt, wie man sie erreichen und in eine Unterhaltung mit dem Unternehmen einbinden kann. Anschließend sollte der richtige Content generiert werden: Content der unterhält, beschäftigt und langfristig an das Unternehmen bindet. Verzichten würde ich als Unternehmer auf eine Corona-Berichterstattung, denn das soll und muss Aufgabe der klassischen Medien sein. Außerdem sind Witze zur aktuellen Lage absolut nicht angebracht.


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