iab austria 16.05.2019, 15:45 Uhr

Faktencheck: Wie nutzen Österreicher das Internet?

Im Rahmen eines Impuls-Events des iab austria, am 16. Mai 2019 im weXelerate, wurde der aktuelle Austrian Internet Monitor präsentiert. Zudem haben Experten die Mythen der Digitalisierung aufgedeckt.
Sascha Mahdavi (Senior Marketing Manager myTaxi), Manfred Gansterer (Geschäftsführer Futura), Cosima Serban (iab Vorstandsmitglied), Bertram Barth (Geschäftsführer INTEGRAL), Markus Zimmer (CEO BuzzValue) deckten beim Impuls-Event des iab austria Mythen der Digitalisierung auf. 
(Quelle: iab austria/Christoph Breneis)
Bertram Barth präsentierte im Rahmen des Impuls-Events des iab austria im weXelerate Innovation Hub, am 16. Mai 2019, Auszüge aus dem Austrian Internet Monitor (AIM), welche die Mythen der Digitalisierung aufgedeckt haben und der werbetreibenden Wirtschaft Orientierung geben sollen.
Laut dem Austria Internet Monitor sind 6,7 Millionen Menschen online und 5,75 Millionen Menschen nutzen Internet täglich. Jedoch nutzen 100 Prozent der Personen zwischen 14 und 49 Jahren das Internet täglich. 66 Prozent haben im vergangenen Monat nach Adressen und Telefonnummern gesucht, 58 Prozent haben sich über Fahrpläne informiert. 48 Prozent haben sich auf Facebook eingeloggt, 59 Prozent Musik gehört oder Videos angesehen und zehn Prozent haben einen Blog gelesen.  Nach der Nutzer-Typologie des AIM sind elf Prozent der Internetnutzer Experten und Allrounder, 14 Prozent sind fortgeschrittene Alltags-User. Bei neun Prozent handelt es sich um unterhaltungsorientierte User, 49 Prozent werden als distante User bezeichnet und 16 Prozent sind Offliner. Distante User unterteilen sich zu 22 Prozent in skeptische Alltagsuser, zu 14 Prozent in interessierte Basisuser und zu 13 Prozent in skeptische Basisnutzer.73 Prozent besitzen ein Smartphone und 65 Prozent der Smartphone-Besitzer surfen damit im Internet. 70 Prozent der Smartphone-User laden Fotos hoch, 64 Prozent informieren sich über Fahrpläne und 50 Prozent lesen Nachrichten am Smartphone.

Stationärer Handel versus Online-Shop

44 Prozent der User kaufen online Kleidung und Schuhe, 33 Prozent buchen Hotels, 28 Prozent kaufen Bücher, 25 Prozent ergattern Veranstaltungstickets und 20 Prozent kaufen Körperpflege- und Kosmetikartikel online. „Es gibt weite Bereiche, in denen der stationäre Handel dominant ist“, fasst Barth zusammen. Immerhin haben 65 Prozent der Internetnutzer in den vergangenen drei Monaten eingekauft. Hauptargumente sind, dass der Online-Einkauf praktisch ist, schnell geht und man preiswert einkaufen kann. Mehr Spaß haben die Befragten jedoch beim Einkauf im stationären Handel und 74 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass das reale Einkaufserlebnis durch den Online-Handel nicht ersetzt werden kann.
Österreich ist im europäischen Vergleich führend bei der Nutzung von sozialen Medien, so nutzen 30 Prozent Social Media aktiv. 79 Prozent verwenden Social Media, um Kontakt mit Freunden zu halten und 48 Prozent wollen sich über das Weltgeschehen informieren. 40 Prozent nutzen Einladungen zu Veranstaltungen und 38 Prozent ziehen Social-Media-Kanäle heran, um sich über Produkte und Dienstleistungen zu informieren.
In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Sascha Mahdavi, Senior Marketing Manager myTaxi, Manfred Gansterer, Geschäftsführer von Futura, über den Online Handel, Gansterer wies darauf hin, dass Kunden online recherchieren und im stationären Handel einkaufen und Mahdavi erwähnte, dass Einkäufe im stationären Handel einen höheren subjektiven Stellenwert hätten. 

Social Media im Wandel: Über Schattenseiten, User-Verhalten und Influencer

Markus Zimmer, Gründer von BuzzValue, sieht durch die geänderten Algorithmen einen fundamentalen Wandel in der Nutzung der sozialen Medien: „Die Geschäftsmodelle der Social-Media-Anbieter widersprechen den User-Bedürfnissen. Viralität ist ein Zufallsmodell, da 85 Prozent der Timelines durch bezahlte Inhalte gefüllt werden.“, so Zimmer.
„Es gibt dunkle Seiten zu jeder Social-Media-Plattform und diese müssen dringend besprochen werden. Cyber-Mobbing, risikobehaftete Challenges und sinnbefreite Trends sind wesentlich gefährlicher für die Gesellschaft als gephotoshopte Werbung. Vor kurzem hat sich eine 16-Jährige in Asien umgebracht aufgrund einer schiefgelaufenen Umfrage zu Leben und Tod, die sie via einer Instastory teilte“, gibt iab-austria-Vorstandsmitglied Cosima Serban zu bedenken. Zum Thema Influencer-Marketing äußerte sich Gansterer, dass es mehr Scharlatane als Seriöse gebe und sich die Messbarkeit als Problem herausstellt. Trotzdem hält er es für gewisse Bereiche als sinnvollen Teil eines kommunikativen Gesamtkonzerts. Auf 64 Prozent aller Instagram-Kampagnen seien Produkt und Marke nicht deutlich ersichtlich und meist stünden die Influencer selbst im Vordergrund, gibt Zimmer zu bedenken.
 


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