Deloitte-Studie 27.02.2020, 10:30 Uhr

Österreicher gegenüber neuen Automobiltechnologien kritisch

Laut aktueller Studie von Deloitte stoßen Technologien wie autonomes Fahren oder vernetzte Fahrzeuge noch auf viel Zurückhaltung bei den Österreichern. Dies wirkt sich auch auf die Zahlungsbereitschaft aus und erhöht den Kostendruck bei den Herstellern.
42 Prozent der Österreicher halten autonomes Fahren nach wie vor für unsicher.
(Quelle: Pexels )
Die aktuellen Ergebnisse der jährlichen "Global Automotive Consumer Study" von Deloitte zeigen, dass die Akzeptanz gegenüber neuen Technologien im Automobilbereich immer noch niedrig ausfällt. „Die Elektromobilität ist mittlerweile salonfähig geworden und verbreitet sich immer mehr. Dennoch kann die Automobilbranche noch nicht aufatmen. Gerade entwicklungsintensive Technologien wie autonomes Fahren stoßen bei den heimischen Konsumenten auf viel Skepsis“, so Matthias Kunsch, Partner bei Deloitte Österreich.

Autonomes Fahren mit Startschwierigkeiten

Die Ergebnisse zeigen, dass sich selbstfahrende Autos bisher nicht auf breiter Ebene etablieren konnten. Nach wie vor halten 42 Prozent der befragten Österreicher autonomes Fahren für unsicher. Bei 45 Prozent der heimischen Konsumenten könnte auch eine behördliche Zertifizierung nichts am Unsicherheitsgefühl ändern. „Erschwerend kommt hinzu, dass beim Thema autonomes Fahren das Vertrauen zu traditionellen Autoherstellern in Österreich mit 26 Prozent sehr niedrig ist. Tech-Unternehmen oder neue, spezialisierte Unternehmen positionieren sich hier deutlich glaubwürdiger“, erklärt Kunsch.
Hinsichtlich vernetzter Fahrzeuge hat sich die Stimmung im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verbessert: Nur 33 Prozent der Österreicher glauben, dass eine bessere Vernetzung der Fahrzeuge echte Vorteile für die Autofahrer bringen würde. Neben anhaltenden Sicherheitsbedenken ist die mangelnde Zahlungsbereitschaft eine weitere Hürde für die Etablierung neuer Technologien. Weder im Bereich Sicherheit noch beim Thema Infotainment wollen die österreichischen Konsumenten mehr als 400 Euro extra ausgeben. Am ehesten zeigt sich die Zahlungsbereitschaft im Bereich alternative Antriebslösungen – hier könnten sich immerhin 47 Prozent vorstellen, etwas über 400 Euro auszugeben. Eine spürbare Kaufpreiserhöhung im Gegenzug für neue Technologien ist für die meisten Österreicher keine Option – selbst wenn damit eine Erhöhung der Verkehrssicherheit einhergehen würde. Gleichzeitig sind die Hersteller mit enormen Entwicklungskosten konfrontiert. „Es braucht gezielte Information und vertrauensbildende Kommunikation der Vorteile hinsichtlich Komfort, Infotainment und Sicherheit. Gleichzeitig muss es zur Effizienzsteigerung bei der Herstellung kommen. So kann den aktuellen Herausforderungen begegnet werden“, so Kunsch abschließend.
Hier geht's zur Studie.


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