Cashback-Portale 16.09.2018, 11:09 Uhr

Mit Cash Kunden binden

Cashback-Funktionen belohnen Käufer für jeden Einkauf mit Bargeld statt mit Treuepunkten oder -herzen. Das dient der Kundengewinnung und -bindung. Cashback-Portale können Shop-Betreiber dabei unterstützen.
(Quelle: shutterstock.com/One Photo)
Gleich, ob Rabatte, kurzfristige Preissenkungen oder Sparen mit Rabattkarten, Coupons und Gutscheinen: Die Deutschen sind beim Einkaufen Spar-Weltmeister. Schon seit vielen Jahren bedienen sich Handel und Dienstleistung deshalb zahlreicher Belohnungssysteme. Allseits bekannt sind etwa Payback, Deutschlandcard, Miles & More oder die Bahncard. Und ganz gleich, welcher Anbieter dahintersteckt, sie alle verfolgen ein Ziel: Kunden gewinnen und binden.

Satte Rabatte bieten Shops über Cashback-Portale an

Da Kunden nicht nur im stationären Handel, sondern auch im Netz gern sparen, schwappt die Sparwelle seit einiger Zeit auf den Online-Handel über. Cashback lautet die Bezeichnung für einen Kundenbindungsansatz, bei dem der Kunde für ­jeden Einkauf in einem Online Shop ­bares Geld zurückbekommt. Das Prinzip dahinter ist einfach: Der Käufer meldet sich über ein Rabattportal an und hinterlegt seine Daten, in der Regel inklusive Bankverbindung. Per Klick gelangt er dann weiter in einen Shop. Für jeden Einkauf schreiben die Online Shops Geld gut, das das Portal später an den Käufer auszahlt. 
Cashback-Bonussysteme sind in Ländern wie den USA und Großbritannien schon länger fester Bestandteil des Marketing-Mix. Nun ­machen sich auch hierzulande mehr und mehr Anbieter auf, den Markt zu erobern. Dabei sind teilweise erhebliche Rabatte möglich. So fand die Stiftung Warentest heraus, dass beispielsweise der Blumenversender Fleurop über die Cashback-Portale bis zu 12,6 Prozent Nachlass auf den Kaufpreis inklusive Mehrwertsteuer gewährt. Im Schnitt liegen die Preisnachlässe laut Stiftung Warentest bei drei bis sechs Prozent. Die höchsten Rabatte finden Kunden demnach bei den drei Anbietern Getmore, Aklamio und Shoop.

Vorreiter in Deutschland: Shoop

Shoop ist hierzulande einer der Vorreiter. Seit 2010 ist das Berliner Unternehmen am Markt, bis 2016 unter dem Namen "Qipu". Mehr als 900.000 registrierte Nutzer vertrauen nach Unternehmensangaben auf Shoop. Zu den rund 2.000 angeschlossenen Händlern gehören beispielsweise Ebay, Booking.com, H&M sowie die Deutsche Telekom, die Commerzbank, Verivox und Lieferando. Das Bonussystem funktioniert komplett auf Performance-Basis: Kommt ein Kauf zustande, zahlt der Händler eine Provision an Shoop. Diese wird nach Angaben von Shoop zum größten Teil an den Nutzer weitergegeben. 
Genutzt werden kann die Plattform von generell jedem Anbieter, der im E-Business tätig ist. Der Schwerpunkt liegt jedoch neben dem klassischen Retail auf der Reisebranche. Um das Bonussystem noch attraktiver zu gestalten, plant das Berliner Unternehmen die Integration einer Produktsuche auf Shoop.de. Damit kann der Kunde Produkte suchen und bekommt ­direkt neben dem Preis angezeigt, wie hoch der Cashback-Bonus ist.

Brücke zur Offline-Welt: Andasa

Seit etwa zehn Jahren ist das Portal Andasa am Markt. Heute verzeichnet das Unternehmen nach eigenen Angaben etwa 500.000 Nutzer, die in mehr als 4.000 Shops einkaufen können. Egal, ob Branchengrößen wie Otto.de oder Nischenanbieter wie Bachblueten.eu, ob Reisebüro, Anbieter von Ökostrom oder Tiernahrung – auch Andasa ist für jeden E-Commerce-Händler offen. Als Alleinstellungsmerkmal gibt das Leipziger Unternehmen die Nutzung der "Andasacard" als Kredit­karte an - und schlägt damit gemeinsam mit der Advanzia-Bank als Partner die Brücke zur Offline-Welt. Denn beim Einsatz der Karte sammelt der Nutzer überall dort Cashback, wo er gerade einkauft, also auch im stationären Handel. 

Mit Kreditkarte: Cashback World

Offline und Online verbindet auch die Shopping-Community Cashback World. Hier hat der Nutzer die Wahl: Zum einen können Kunden die "Cashback World-Karte" weltweit bei unterschiedlichen Händlern und Dienstleistern einsetzen. Dazu gehören Bekleidungsgeschäfte ebenso wie Bäckereien, Restaurants und ­Immobilienfirmen. Zum anderen funktioniert Cashback World auch im Online-Handel. Nach eigenen Angaben bieten mehr als 90.000 Partnerunternehmen Cashback World an. Die Zahl der Nutzer gibt das Unternehmen aus dem österreichischen Graz mit rund 9,5 Millionen weltweit an. 
Im Gegensatz zum provisionsabhängigen Modell der meisten anderen Cashback-Portale arbeitet Cashback World mit drei unterschiedlichen Preispaketen. So müssen Händler, die sich der Cashback World anschließen wollen, einmalig zwischen 400 Euro und 1.000 Euro plus Mehrwertsteuer zahlen. Dazu kommen monatliche Kosten je nach ausgewähltem Paket zwischen 29,90 Euro und 69,90 Euro plus Mehrwertsteuer. 

Autor(in) Susann Naumann


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