Single-Sign-On 07.06.2019, 11:30 Uhr

Login-Anbieter: Die Konkurrenz nimmt zu

Der "M-Login" ist das jüngste Beispiel dafür, dass Anbieter von digitalen Anwendungen auf übergreifende Login-Lösungen setzen. Ob Nutzer das praktisch finden, ist noch offen.
(Quelle: shutterstock.com/Aslysun )
Sie heißen "WebID", "NetID", "IDnow" und "Verimi". Bald kommt noch das ­lokale Angebot "M-Login" hinzu. Die ­Rede ist von Lösungen, die sich grob in Services für ein Single-Sign-on und für Identifikationsdienstleistungen einteilen lassen. Während M-Login und NetID ein Single-Sign-on anbieten, stehen bei WebID, IDnow und Verimi die Überprüfung und die Verifizierung der Identität des Nutzers im Vordergrund. Welche Dienstleistungen bieten sie dem Online-Handel? Hier ist eine Übersicht:

Ganz neu in der Riege der Single-Sign-On-Anbieter sind die Stadtwerke München. Ab Juli 2019 starten die Stadtwerke München (SWM) und das Stadtportal Muenchen.de einen zentralen Zugang für verschiedene digitale Dienstleistungen der Stadt München. Für den neuen "M-Login" benötigen Nutzer eine einmalige Registrierung. Dann können sie mit nur einem Login (= Single-Sign-on) U-Bahn-Tickets kaufen, ein Carsharing-Auto ­buchen oder einen Parkschein mobil ­bezahlen. Florian Bieberbach, Vorsitzender der SWM-Geschäftsführung, sagt: "Der M-Login ist eine europaweit einzigartige lokale 'Single-Sign-On-Lösung'."

Online bestellte Ware kann mit dem M-Login in der "Quartiersbox" abgeholt werden.
(Quelle: Stadtwerke München M-Login)
Für den E-Commerce interessant: Die Nutzer des M-Logins können sich online bestellte Ware in sogenannte "Quartiersboxen" liefern lassen. Es gibt in ganz München zwar erst zwei solcher Quartiers­boxen, weshalb die Nutzerzahl noch sehr klein sein dürfte. Dennoch zeigt dies, dass solche lokalen Single-Sign-on-Lösungen Potenzial für den digitalen und den lokalen stationären Handel haben, gerade auch auf der letzten Meile - der Paketübergabe an den Konsumenten.

Gut vorstellbar, dass das Münchner Beispiel Schule macht und andere Groß­städte ebenfalls ein übergreifendes Login/Single-Sign-on anbieten werden. Bei einem lokalen Angebot ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Einwohner die verschiedenen Dienste regelmäßig nutzen und es schätzen, dass sie sich nur einmal dafür zu ­registrieren brauchen.

NetID hat Fachbeirat für E-Commerce ins Leben gerufen

Ein übergreifendes Login treibt auch die European NetID Foundation voran. Ihre "NetID" ist aktuell auf über 70 Websites verfügbar. Die Stiftung wurde im März 2018 von der Mediengruppe RTL Deutschland, Pro Sieben Sat1 und United Internet gegründet. Nutzer können sich bei allen beteiligten Webangeboten mit denselben Login-Daten anmelden. NetID wäre gern die europäische Alternative zu den Logins von US-Plattformen wie Google oder ­Facebook. Ob die User dieser noch recht neuen und unbekannten Log­in-Lösung vertrauen und darin einen Mehrwert für sich erkennen, ist noch offen.

Online-Händler können die NetID in den Shop einbinden, um ihren Kunden einen schnelleren Check-out-Prozess zu bieten.
(Quelle: NetID)
Die Nutzung des NetID-Logins ist für Online Shops und andere Webangebote kostenfrei. C&A, Calida und Onmyskin haben als eine der ersten Händler den Net­ID-Button in ihren Online-Shop eingebunden. Für Auswertungen zur Nutzung sei es aktuell aber noch zu früh, meint ­Andreas Hammer, Director E-Commerce bei C&A Europe (mehr dazu im Interview). Schließlich ist der NetID-Login-Button erst seit vier Wochen im Online-Shop von C&A eingebunden.
Kürzlich meldete die European NetID Foundation erste Ergebnisse von den Fachbeiräten, die sich im März 2019 erstmals getroffen haben. Im Fachbeirat E-Commerce geht es um Personalisierung und allgemein die Customer Journey, zum Beispiel die Möglichkeit, alternative Lieferadressen und Lieferpräferenzen anzugeben und um die Integration von Payment-Lösungen. Den Vorsitz dieses Fachbeirats E-Commerce hat Sabrina Zeplin von der Otto Group inne.

Ingrid Schutzmann
Autor(in) Ingrid Schutzmann


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