Fake News? 18.09.2019, 11:20 Uhr

Nationalratswahlen: Junge Römer starten Webprojekt "Die Imaginären"

Die Wiener Virtual-Reality-Spezialisten Junge Römer thematisieren in einem Webprojekt, wie Künstliche Intelligenz (KI) unseren medialen Alltag bestimmen kann.
Ziel des Projekts "Die Imaginären" ist es aufzuzeigen, wie unterlegen unsere Sinne dem Machine Learning sind. 
(Quelle: Junge Römer)
In Zeiten von Social Media verschwimmen oftmals die Grenzen zwischen Information und Manipulation. Ob Cambridge-Analytica-Affäre rund um Trumps Wahl oder Facebooks Neigung zur Bubble-Bildung bei politischen Themen – immer mehr bestimmen Algorithmen unseren medialen Alltag. Mit der fortschreitenden technologischen Entwicklung sind auch (Bewegt-)Bilder, die uns als real verkauft werden, längst nicht mehr vertrauenswürdig. Kurz vor den Nationalratswahlen thematisieren die Wiener Virtual-Reality-Spezialisten Junge Römer mit dem Webprojekt „Die Imaginären“ diesen medialen Realitätsverlust. Dabei schafft eine Künstliche Intelligenz (KI) fiktive neue Gesichter, die jenen von realen Politikern ähneln. Diese werden per Zufallsgenerator vor verschiedenen Hintergrund-Sujets montiert und im Anschluss zufällig gewählte Slogans hinzugefügt – so entstehen durch KI kreierte Wahlplakate. Das Projekt zeigt auf, wie zweifelhafte Slogans, wie beispielsweise „Damit sich jeder ein Zweitschnitzel leisten kann“ oder „Österreich ist krank. Und wir sind die Medizin" wirken, wenn man diese einem Gesicht beziehungsweise einer Person zuweist. Ziel des Projekts ist es aufzuzeigen, wie unterlegen unsere Sinne dem Machine Learning sind. 
„Während die Gesellschaft durchaus von der Mediendigitalisierung profitieren kann, sehen wir uns alle auch mit der Situation konfrontiert, dass der öffentliche Diskurs immer mehr von Algorithmen mitbestimmt wird. Die Auswahl und Herstellung von Inhalten, Bildern und Texten wird zunehmend dynamisch organisiert. Mit ,Die Imaginären’ wollen wir auf unterhaltsame und dennoch einprägsame Weise auf diesen Umstand hinweisen. Wir halten es mit unserer Erfahrung in Extended Realities und Künstlicher Intelligenz für wichtig, dass die Leute über mögliche Nebenwirkungen der Digitalisierung informiert werden, um eine gestärkte Teilnahme an der demokratischen Gesellschaft zu ermöglichen“, so Andreas Fraunberger, VR-Produzent bei Junge Römer.


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